Du kannst mehr behalten als du glaubst.

Es bringt mich immer wieder zum Staunen, was alles in einem Hirn reingeht. Zum gefühlt 1000. Mal wird man bei der Arbeit auf Zerreißprobe gestellt. Dir werden Wörter an den Kopf geknallt. Durcheinander, wirr, zusammenhanglos. Sie werden umschmückt und es wird ausgeholt. Sehr weit. Du wirst zugemüllt mit Kommandos, Aufforderungen und Anweisungen. Tu dies. Mach das. Vergiss nicht. Jenes sollst du. Dieses muss. Anderes kann. Heute oder morgen. Am besten Sofort. Eigentlich ist dein Kopf sowieso schon randvoll. Brechend voll von To Do´s die du dir für dich und deine Einteilung gesetzt hast. Und dann kommt jemand angetrabt und verschlingt deinen Kopf. Mit Haut und Haaren. In solchen Momenten habe ich das Gefühl mein Hirn wird gleich explodieren. In Gedanken zauber ich mir Zettel und Stift herbei, um schnell zu notieren was nun längst schon in der Luft schwebt, wie Nebelschwaden im eisigen Wind. Langsam verziehen sie sich. Sie, die Gedanken, wie Nebelschwaden. Noch siehst du sie, aber bald schon werden sie schwächer, dünner, und unscheinbarer. Dann hast du ein Problem, denn du weißt, da war doch noch was. Da war was, etwas was du doch noch gesollt hättest, du müsstest, hättest, hättest müssen. Was war das denn noch? Die Fragezeichen stehen dir ins Gesicht geschrieben, und du fragst dich wie blöd, was du vergessen hast. Welche Anweisung hast du nicht befolgt!? War es was wichtiges? Dann ist Polen offen.

10 Sätze wurden dir an den Kopf geschmettert.

10 Ansagen gehalten.

10 Anweisungen wurden dir erteilt.

Du behieltest 9.

9 von 10 Gedanken.

9 Gedanken sind dir nicht entwischt.

Nur ein Einziger hat sich aufgelöst. Ins Nichts.

Wenn du schon fast die Hoffnung aufgegeben hast, die verlorenen Gedanken wieder zurückzuerlangen, zeigt sich dir ein silbrig glänzender Faden, ganz fein, so fein, dass es kaum wahrnehmbar ist. Vorsichtig ziehst du daran. Und mit einem Mal ist es da. Das Wissen, der Gedanke, dein Hirn. Du weißt was du noch musst. Du weißt nun wieder was du sollst. Du erledigst alles gewissenhaft, bist fleißig und routiniert. Als du nach Hause fährst, in deinem Auto sitzt, hast du das Gefühl dein Hirn löst sich auf. Es drückt an dir rum. Die Informationen die du bis eben krampfhaft gespeichert hast, verbannst du nun komplett aus deinem Kopf.

Du löschst sie einfach.

Um Neues zu speichern.

© Netti

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2 Gedanken zu “Du kannst mehr behalten als du glaubst.

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