KaTzEnJaMmEr!

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Wenn man bei der Arbeit gestört wird, kann man schon mal zur Sau werden. Konzentration gleich null. Die Türe ist geschlossen, doch trotzdem dringen die Laute bis in das Büro. Der Kater von Chefin will irgendwas. MIAU, MIAU, MIAU. Dieses blöde Miau ist schrecklich penedrant. Willi schreit wie eine Babykatze, dabei ist er ein ausgewachsener männlicher Kater. Und kein Mädchen. Also soll er sich auch so benehmen. Wenn er Hunger hat, soll er doch zu seiner Mama gehen und nicht mich belästigen. Ich muss hier arbeiten. Davon versteht er ja nicht viel. Sein MIAU dringt tief in mein Gehirn und bleibt irgendwo kleben. Er wiederholt sich. Permanent. Und ich werd´ bekloppt dabei. Bin genervt, weil ich nicht in Ruhe arbeiten kann. Willi ist ein Tigerkater. Sehr hübsch anzuschaun, und das weiß er auch. Ich wusste nicht, dass Tiere tatsächlich arrogant sein können. Doch er ist es definitiv. Noch nie habe ich so etwas arrogantes erlebt, noch nicht mal bei den Menschen. Wie er schon schaut. Und sich bewegt, dabei mit seinem Arsch wackelt, auf und ab und hin und her. Schaut, hier kommt Willi, lasst mich durch. Willi the cat. Eigentlich hasse ich ihn. Im Grunde liebe ich Katzen. Sogar wenn es fremde Katzen sind, sie dürfen nur nicht reudig sein und so tun als sind sie was besseres, nur weil sie Katzen sind. So wie Willi! Als also das dämliche Miauen in mein Hirn dringt, kommen mir sofort unmengen an Wörtern in den Sinn, spontan ergibt sich daraus ein Gedicht. Als ich es für mich nochmal wiederhole muss ich lachen wie blöd. So richtig irre. Fühle ich mich. Das muss wohl das blöde MAUMAU sein. Ich gehe zur Tür und schubse Willi weg, damit er verschwindet und mich in Ruhe lässt. Er schnurrt laut, wie ein Tiger. Böse funkle ich ihn an. „Willi verschwinde und lass mich. Du nervst!!! Geh Mäuse fangen oder sowas!“ Willi kommt freudig auf mich zu, schnurrt dabei weiter und schmiert sich an mich dran. Mein Herz für Katzen (und mal kurz für Willi) wird erweicht und ich öffne ihm die Tür. Schnurstracks sprintet er ins Büro und maunzt mich an. „Ja leg dich halt auf deinen Platz und sei leise jetzt.“ Mit meiner Hand klopfe ich auf seine weiße Wattewolke. Er hat tatsächlich einen Teppich der ausschaut wie eine Wolke, fluffig und kuschlig weich ist es auch noch. Willi springt auf seinen Thron und macht es sich bequem. Nun sitzt er da wie KingLui. Ich wende mich meiner Arbeit zu bis ein lautes Schnurren einsetzt. „Nee ne, Willi. Gehts noch? L.e.i.s.e. Schnurr einfach leise okay??“ Willi denkt gar nicht dran. Seelenruhig und glücklich blickt er mich an. Und da hat er mich. Ich stürze mich auf ihn drauf und knuddel ihn und kraule. Wenn man mich schon nicht knuddelt und krault, muss halt Willi drunter leiden. Ihm gefällts. Aber nicht lange. Dann hackt er nach mir. Ab da an hat er es bei mir verschissen. Arroganter Schnösel!

Als ich mir nochmal mein Willi Gedicht durch den Kopf gehen lasse und mich daran zurück entsinne wie böse ich über ihn dachte, als er da so maunzend vor der Tür stand, frage ich mich, ob ich jemals ein Baby haben kann, wenn ich nicht einmal dem Katzenjammer stand halte. Wenn mir bei einem schreienden Willi schon „Mordfantasien“ durch den Kopf gehen und ich seltsame Gedichte entwerfe, wie soll es dann mal bei meinem Baby sein? Werde ich dann etwa auch über mein schreiendes Kind Gedichte schreiben? Wobei es ja nur Gedanken sind. Niemals würde ich Willi an die Wand kloppen. Nicht mal werfen. Einen kleinen Schubs geben okay, doch ein Mörder bin ich nicht. Aber eines kann ich mit Gewissheit sagen, falls ich denn mal ein Kind gebären werde, das heißt, f.a.l.l.s, und es wird ein Junge, wird er definitiv n.i.c.h.t Willi heißen.

© Netti

*Gedicht von Willi zu lesen in Nettis Blog: KopfGeburten.

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3 Gedanken zu “KaTzEnJaMmEr!

  1. Das hoffe ich ganz stark, dass das so sein wird. Habe wenig Lust dann mein eigenes Kind zu hassen. Das wäre unschön. Und im Grunde meines Herzens liebe ich ja Katzen auch. (Nur Willi nicht, nicht immer.) 😉 Lieben Gruß

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