Was bleibt?

Ein lauter Knall direkt neben mir. Vielleicht auch unter mir. Oder oben drüber? Ich weiß es nicht. Es klingt als ist etwas umgefallen. Etwas großes. Schweres. Ein Schrank? Vielleicht ziehen sie jetzt alle aus hier. Einer nach dem Anderen. Dann habe ich endgültig meine Ruhe. Bin alleine. NochVielMehr. Mein Kopf drückt, die Hirngewinde pulsieren, falls so etwas existiert, in mir drin. Schmerzen bei jedem Pumpzug. Ein Druckgefühl was entsteht, durch den Zwang die Augen offen zu lassen. Es tut weh das Hirn einzuschalten. Noch ein Knall. Nur dieses Mal irgendwie von aussen. Von der Straße? Vom Himmel? Es ist ein seltsamer Ton, einer, den man nur so ganz schwer deuten kann. Ein lang gezogener, lauter und unheimlicher Ton. Danach Stille. Es tauchen Bilder auf, vor meinen Augen. Ich sehe Flieger. Hauptsächlich höre ich sie. Ganz viele dunkle Jets am Himmel, welche irgendwas abfeuern. Ich sehe genauer hin und erkenne Feuerbälle. Glühend. Blendend. Rot. Gelb. BUMM! Einer trifft genau neben dieses Haus. Mein Ohr fiebt, beginnt zu dröhnen. Ich lebe, was ich fühle, nur in Gedanken, genau jetzt. Es dauert um zu begreifen, dass es nur ein erschreckender Furz ist, welcher meinem Hirn entweicht, auch wenn ich nicht weiß wo er herkommt. Tausend Fragen splittern von diesem Feuerball bis hin zu mir. Wenn eine Bombe neben mir einschlagen würde, würde ich das überleben? Überleben wollen? Können? Dürfen? Müssen? Mein Blick fällt auf die Bücher, meine große Liebe. Das, was mich irgendwie glücklich macht. Aber.. Sind es tatsächlich die Bücher? Oder nur die Texte dahinter, die Zeilen, Worte, und Buchstaben, in denen ich mein Glück finde? Die Fotos an der Wand, mein Rechner, Papier und Stift mit dem ich Schreiben kann. All die materiellen Dinge.. Wie viel von mir bin noch ich, wenn all mein Hab und Gut nicht mehr da wäre!? Zerstört, ruiniert, kaputt. Wie viel von mir bin dann noch ich? Das Gefühl, was dunkel hier herum kriecht, beängstigend und drohend, das kann doch kein Gutes sein? Oder? Plötzlich komme ich mir lächerlich vor mit dem, was ich als Liebe definiere, weil es mir nicht würdig ist lieben zu dürfen, und diese auch erwidert zu bekommen. Zumindest nicht immer. Nicht immer kommt an was ich aussende. Das Warum bleibt in den Wänden kleben, zwischen dem Gestank der sich verteilt. Rauchschwaden ziehen durch das undichte Fenster, doch in Wirklichkeit sind es meine Gedanken, die einen Weg nach draußen suchen…

© Netti

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18 Gedanken zu “Was bleibt?

  1. Unsere Intelligenz ist nur ein schlechter Scherz der Natur. Nichts, aber auch gar nichts ist für die Ewigkeit gemacht.
    Wenn dein Hirn dir also die Möglichkeit gibt, dein Leben zu reflektieren und zu gestalten, wie würdest du versuchen am besten durchzukommen?
    Ich hab mich für meinen Teil fürs Glück und die Liebe entschieden. Viel mehr Sinnhaftigkeit will sich mir nicht offenbaren..

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  2. was man an büchern liebt sind die gefühle, die die zeilen, worte, buchstaben vermitteln. was uns ausmacht, sind die erinnerungen an die dinge, die wir erlebt haben. wenn alles nicht mehr da wäre dann würde es vielleicht ein wenig verblassen, aber wir wären immer noch wir selbst.

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  3. Ich merke gerade, dass ich viel zu lange nicht mehr bei dir auf deinem Blog vorbeigeschaut habe.. dabei ist das wirklich klasse geschrieben, ein toller Gedankenstrom voller Gefühle, Gedanken und schwerwiegenden Emotionen, die du mit deinen Worten visualisiert hast. Ich erlebe zur Zeit etwas ähnliches beim Lesen, was du beschreibst, und das ist echt intensiv.. so wie du es so schön beschreibst 🙂

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    1. Vielen Dank. Und stimmt- ich habe dich schon vermisst hier. 😊 Schau doch mal öfters vorbei, ich freue mich immer von dir zu lesen, deine Kommentare. Und auch die Beiträge von dir, die ich sehr mag. 🙂 Öfter soll also unser neues Stichwort sein, was hältst du davon? Also ich freu mich drauf. 🤓 Herzlichen Gruß

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