Päckchen. Dreidimensional.

Die recht kurze, wenig ins Detail gehende, desozialisiernde Antwort von ihm, den Fotografen, lässt nicht lange auf sich warten, zumindest das. Du bist froh ihm nicht den kompletten Text: Deleted geschickt zu haben, denn gewiss wäre dann mit keiner Nachricht zu rechnen gewesen. 

Sein Päckchen so erdrückend und schwer, wie du es dir, selbst jetzt noch, einfach nicht vorstellen kannst. Du hast keine Ahnung, was genau sich darin befindet, welche Art von Grauen und Unheil, doch es muss etwas entsetzliches sein. Etwas, was ihn nun derart nach unten drückt, dass es für ihn kein Halten, kein Weiter, kein Voran mehr gibt. Sondern nur noch das auf der Stelle treten, am Boden liegend und keinen Horizont mehr sehend, stattdessen einen steinharten Betonboden. Der Blick stur nach unten geneigt, nicht schweifend um all die Schönheit zu erblicken, da ist keine Sonne, sondern Wolken, welche die Sicht trüben. Da ist kein Licht, weil nur Schatten existiert. Keine Leichtigkeit, weil die Schwere diesen Mann zu Boden drückt. Der Blick gleicht dem eines Tunnels, nichts wahrnehmend außer das Sein, das Existieren was schleichend und kriechend voran schreitet. Der Lichtpunkt am Ende des Tunnels kein Hoffnungsschimmer, sondern eine Träne, von einem einzelnen Sonnenstrahl reflektiert. Der Blick verschleiert und verzogen. Eine Hand vor dem Gesicht, doch durch die verschwommene, verwaschene Sicht einfach nicht wahrnehmbar. Ablehnend wird das störende Körperteil abgewiesen, fortgestoßen, weggeschleudert. Suchend und verzweifelt wartend auf etwas was eine Erlösung scheint.

„…Es liegt partout nicht an dir.“ 

Offenbar das Ende, bevor es auch nur einen Anfang geben konnte zwischen ihm, den Fotografen, und dir.

©Netti

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24 Gedanken zu “Päckchen. Dreidimensional.

    1. Ähm! Geholfen nicht wirklich, aber es liegt nicht an mir, und genau das wollte ich wissen. Es ist schade dass er Freunde von sich weg schiebt und rein gar niemanden an sich ran lässt. Ich kann leider gar nichts für ihn tun. Hilflos. Machtlos.

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      1. Hot Coffee Cool Pictures

        Es hilft ein wenig zu wissen, dass man selber nicht schuld ist. Mir ist diese Erkenntnis bis heute verwehrt geblieben. SIE geht jeder Aussprache aus dem Weg. Scheisse ist das, es bringt Tag und Nacht alle möglichen Gedanken. Hoffe, Du bist bald wieder „auf dem Damm“, wie man so schön sagt. Drücke Dir die Daumen. VG Norbert

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      2. Danke für deinen lieben Kommentar. Es ist scheiße wenn man auf Ewig im Ungewissen lebt. Soetwas hat keiner verdient. Ich wünschte ich könnte ihm trotzdem irgendwie zu verstehen geben, dass ich gern für ihn da wär. ☹

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      1. Naja.. Es war einen Monat Funkstille bis ich ihm schrieb (siehe „deleted“) Nun seine Antwort. Er distanziert sich rigoros. Ich weiß nun dass es nicht an mir liegt. Aber ätzend ist es dennoch. Wäre gern einfach nur für ihn da. Als Freund. Aber er lässt mich nicht..

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  1. Ich kenne ihn ja nicht, aber es gibt Menschen die sind sehr gute Schauspieler um gut in einer dummen Situation dazustehen. Ist mir schon passiert, dass ich von Anfang an total belogen worde. Und ich weiss bis heute noch nicht was er sich bei diesem Spiel mit mir gedacht und was es ihm gebracht hat.

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