..Als hat es uns beide nie gegeben..!?

Lang ist’s her, könntest du sagen, aber du würdest lügen, denn allzu lang ist es nicht her. Du heißt sie Willkommen ohne sie Willkommen zu heißen, die Tränen sind zurück. Als die Nachricht eintrifft hältst du dich zurück denn du glaubst dich zu verhören, zu verlesen, das kann nicht sein Ernst sein, echt nicht. Trotzdem ist dir nach heulen. Ihr könnt ja gleich nochmal drüber sprechen, ganz in Ruhe, bis gleich.

Du besäufst dich schon mal ein bisschen. Und weinst dabei ein bisschen. Während du Mukke hörst die singt „Und ich bin wieder alleine…“ Nebeinbei machst du dich zurecht für den Mann der gerade dabei ist dir dein Herz zu brechen. Oder zumindest den Verstand zu rauben. Nichtwissen. Nichtverstehen. Fragen. So viele davon. Und nun!?

Du läufst zu ihm und klingelst obwohl du genauso gut wieder gehen könntest, aber den Mumm dazu hast du nicht. Weil du nicht willst. Du möchtest bei ihm sein. Jetzt. Hier. Immer.

Ihr schaut sinnlos in die Röhre, die ja läuft und keiner sagt einen Ton, auch du nicht, es ist schließlich nicht dein verdammter Part. Irgendwann bricht er das Schweigen, er wisse einfach nicht was sagen. 

„Du hast doch alles gesagt, oder geschrieben.“, möchtest du am liebsten sagen, doch du sagst nur: „Du hast deine Entscheidung doch bereits getroffen. Das ist eine einmalige Chance. Also nimm‘ sie an!“ Er streichelt dich, sucht deine Nähe, doch dir ist gerade gar nicht nach Nähe. Du möchtest am Liebsten schreien. Um das zu umgehen kippst du dir noch ein bisschen Sekt hinter die Birne, das kann er ruhig sehen, dass dich das hier gerade nicht kalt lässt.

Ihr redet darüber, über sein beschissenes Jobangebot in Amerika mit dem beschissenen Zeitpunkt, aber nichts hat jemals einen guten Zeitpunkt. Papa ist auch gestorben. Einfach so. Da hat es niemanden interessiert dass gerade Weihnachten vor der Tür stand. Er schaut sehr, sehr bedrückt und du schaust auch sehr, sehr bedrückt und ihr beide schaut euch an, aus sehr bedrückten Augen, während sich Tränen darin sammeln. Du sitzt auf seinem Schoß möchtest ihn am Liebsten schlagen mit irgendwas, hier muss doch irgendwo.. du suchst ein Kissen findest aber nur ein paar Tempos welche du nach ihm wirfst: „Du bist ein beschissenes Arschloch!“, wirfst du ihm mit den Tempos halb lachend, halb weinend an den Kopf. Ihr redet ohne zu wissen wie es weiter gehen wird. Als er sagt: „Darf ich dich zum Mexikaner einladen, wenn ich wieder zurück bin!?“ kannst du deine Tränen nicht mehr verbergen und du schluchzt in deine Hand hinein. Enttäuschung, Traurigkeit, Vermissen, schon jetzt. Der Mexikaner war euer zweiter Date und der erste Kuss. Du wendest dich von ihm ab, so dass er deine Tränen nicht sehen kann. Wahrscheinlich hört er sie nur, wie sie plätschernd auf dem Parkett aufprallen.

Er umarmt dich von hinten, sucht deine Nähe die du gerade einfach nicht verkraften kannst. Als du dich zu ihm umdrehst laufen auch ihm Tränen über die Wange, was das alles nicht leichter macht. Er will dich nicht so sehen und er fragt sich wie er so in den Flieger steigen kann, wie er dich so hier zurück lassen kann. 

Drei Monate bleiben euch noch. Dann ist er weg. Könnte eine Beziehung, noch frisch, so eine große Zeitspanne überstehen? Über ein Jahr? Nicht sehen? 

Du weißt es nicht. Du weißt nur dass sie heiß sind, diese Tränen die du weinst.

Und ganz egal wie es ausgeht: Du möchtest dass er glücklich ist. Denn das Lachen steht ihm unglaublich gut. Viel besser als ein trauriger Mund. Es ist seine Entscheidung. Wenn er gehen möchte, dann ist das so. Du möchtest ihm gern vertrauen. Du möchtest gern glauben dass eine Beziehung das Jahr überstehen könnte.

Kackmist! Rießengroßer beschissener Kackmist!, denkst du dir als du dich angesoffen über die Gangsterstraße wagst. Ein Auto blendet dir in dein Gesicht. Es hupt und fährt vorüber. Scheiße! Du hast dein Pfefferspray vergessen.

Du möchtest an einen guten Ausgang glauben, an das Jahr, was ihr getrennt voneinander übersteht… Trotzdem aber hören deine Tränen nicht auf zu fließen, jetzt gerade, du bist allein in deiner Wohnung, wieder zu Hause, und du hast einfach keine Ahnung. Du hast keine Ahnung ob eure Gefühle füreinander ausreichen und das Jahr überstehen würden. Du weißt nicht, ob das was er empfindet ausreicht, um dir nicht das Herz aus deiner Brust zu reißen. Könntest du ihm Vertrauen, in jeglicher Hinsicht? Würde er nach dem Jahr noch der sein in den du dich vergucktest? Würde auch er dich noch mit glücklichen Augen ansehen!? Glücklich zurück zu sein, bei dir!?

 >>Und ich bin wieder alleeeine…!? Als hat es uns beiiiideee,..<<

„Halt die Fresse!“, nölst du und wünschst deine eigene Mucke zum weißichnichwohin, die dir gerade gehörig gegen den Strich geht.

©Netti

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8 Gedanken zu “..Als hat es uns beide nie gegeben..!?

    1. Ich dank dir sehr lieber Markus, für deine Worte und dem Glauben an ihn und mich. Das bedeutet mir so viel. Und ich wünsch mir dass du mein Orakel bist, dass mir nur das Gute zeigt und auch erfüllt. Denn ich möchte nicht mehr traurig sein. Ich werde ihn ziehen lassen mit einem Lächeln im Gesicht und an ihn denken und mich ihm mitteilen. Von dem Jahr seiner eigentlichen Heimat. Es ist nicht fair dass immer alles so kompliziert sein muss. Die Steine die im Weg rumliegen. Immer wieder neu. Ich hoffe sie sind nicht zu groß und schwer für mich. Ich möcht‘ die da gern wieder weg haben. Danke. Danke Markus! Für alles!

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