Corona und das Hirn.

Lange hast du es geschafft Corona von dir fern zu halten. Lange hast du es geschafft die Medien zu meiden. Lange hast du es geschafft Panik zu vermeiden. Doch langsam kriecht die Angst dir den Nacken hoch.

Während der Großteil der Menschheit geschützt in ihren 4 Wänden verweilt versuchst du dein bestes deine Maske aufrecht zu erhalten, welche du dir jeden Morgen ins Gesicht stülpst, wenn du um 4:30 Uhr den Bäckerladen betrittst um Brötchen zu Körnern und sie Garen zu lassen. Um Brezeln zu schmieren und Brötchen. Die Theke einzuräumen und herzurichten. So bist du abgelenkt. Doch dann öffnet der Laden und du siehst all die Vorkehrungen, all die Regeln, die für alle gelten, auch für dich. Du siehst dich all den Menschen gegenüber stehen welche ängstlich sind oder vorsichtig und auch beides, Menschen die nicht verstehen, weil sie es nicht mehr können, deine Maske tragend erklärst du der alten Dame behutsam was hier gerade passiert. Vielleicht sei es besser zu Hause zu bleiben, gute Frau, bitte schützen Sie sich! Passen Sie gut auf sich auf! Gewaltsam fast schon musst du den Kloß herunter schlucken der sich in deinem Hals bildet. Die Tränen die sich in deinen Augen versammeln. Nein! Nicht jetzt! Du heulst jetzt hier nicht! Sei stark! Für die Anderen! Du blinzelst sie weg und begrüßt den nächsten Kunden. Lächelst in freundlich an. Bitte der Herr, bitte halten Sie Abstand! Er lehnt sich über die Theke, versteht dich nicht. Oder will es nicht? Du kennst ihn nicht. Er scheint kein deutscher zu sein, also vermutest du er versteht es nicht, manchmal wünschtest du auch du könntest es nicht verstehen, einfach weil dein Horizont nicht so weit reicht, nicht weil du die Sprache nicht sprichst, denn eigentlich gibt es diesen Virus in allen Sprachen und überall. Sein Blick macht dir Angst und du wappnest dich. Als er sich einfach nicht von der Theke wegbewegen will, er ist dir einfach zu nah, mischt sich der Kunde hinter ihm ein. Sie werden laut und du mittendrin. Es droht zu eskalieren, ruhig versuchst du zu schlichten. Sie sind laut! Der unterstützende Herr geht und du bleibst mit dem anderen Herrn allein zurück. Ein bisschen mulmig ist dir, aber eigentlich fühlst du mit ihm. Du verstehst es, verstehst ihn, fühlst alles, alles mit und gerade, jetzt gerade, in deinen 4 Wänden fällt deine Maske und du weinst Tränen der Angst und Grausamkeit von so viel Leid. Die armen Italiener. Die armen alten Menschen die in den Pflegeheimen sind und keinen Besuch haben dürfen. Opa bleib stark!!

Und zwischen all der Sorge um die Anderen das Warnsignal in deinem Kopf. Auch du könntest längst das Virus in dir haben. Auch du könntest infiziert sein, trotz all der Hygieneeinhaltungen und Schutzmaßnahmen. Du hast täglich Kontakt zu Menschen. Vielen Menschen. Menschen die du nicht kennst. Und es könnte dir sogar an den Kragen gehen.

Kürzlich hast du (ungefragt!!!) von einer möglichen Verschwörungstheorie gehört. Corona sei überhaupt nicht so schlimm. Die Grippe sei viel schlimmer. Da seien viel mehr gestorben. Corona sei quasi inszeniert worden, weil die Wirtschaft kaputt gegangen ist die müssen jetzt alles resetten. Diese Aussage, diese Theorie macht dich unglaublich wütend. Nicht weil du denkst dass es wahr ist, sondern weil es Menschen gibt, die solche Theorien aufstellen. Sehen die denn nicht was hier gerade passiert????

Morgen früh klingelt der Wecker. Du stellst dein Hirn aus und stülpst deine Maske über während du dich auf den Weg zur Arbeit begibst.

4 Gedanken zu “Corona und das Hirn.

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