Scheißpille, du hast mein Hirn geklaut.

Jawohl! Ich hab sie herbeigewünscht, die Stille, in meinem Kopf. Nun ist sie da. Sind sie da, die Nebenwirkungen, die auch das Schreiben blockieren. Leute, es tut mir Leid. Derzeit kann ich nur mit Schweigen dienen, denn ich kann sie nicht mehr finden, die Worte, welche sich sonst so leicht aus den Händen schütteln ließen, und drauf aufs Papier, einfach niedergeschrieben. Immermal wieder teste ich, probiere, fluche, könnte kotzen. Mein Hirn produziert nur noch Bullshit. Ob es an den Tabletten liegt? Diese kleinen Mistdinger, die alles Andere ein bisschen okayer macht.

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Run through the dark.

Ein schwarzer Puma rennt durch die Nacht. Puma um den Körper, Puma an den Füßen. 

Schnell. 

Aggressiv. 

Atemlos. 

In den Ohren weiße Stöpsel. Guilty! Hell Yeah! Laute Töne durchströmen die Körpergestalt. 

Atmen. 

Schnell.

Laut. 

Stechen in den Seiten. Ziehen. Weiter immer weiter. 

Schneller.

Keine Pause.

Kein Halt. 

Verschwindet ihr Gedanken, verschwinde du halbherziger Mensch. Raus aus dem Kopf. 

Stechen. Quer durch den Körper, Atemnot. Halt! 

Arme auf die Knie und aufgestützt nach Luft schnappend, beinah schluchzend vor diesen Schmerzen aus dem Herzen. 

Der Puma trägt einen Dolch in sich.

©Netti

Matschepampe, welche sich im Hirn verteilt. Großflächig und laut.

Manchmal könntest du den ganzen Tag nur durchschlafen,  wenn du könntest, so wie heute, aber meistens kannst du nicht. Du würdest dich hinein legen in dein flauschig weiches Bett, weil du so müde bist, dein Kopf schwammig im Denken und Empfinden und du würdest die Augen schließen….

Du bemerkst: Es ist dunkel um dich herum obwohl es hell ist. Du verschläfst die 24h weil dieser Tag so gar nichts mit sich bringt, außer  ein Kopf voll schwammiges Dahinschwimmen in einem Meer voller Unverständnis gegenüber allem was war und ist. Im Schlaf musst du nicht verstehen, weil du nur schläfst, sodass sich diese bleierne Schwere in dir loslösen kann, denn im Schlaf bist du schwerelos und gleitest dahin in einen traumlosen Zustand, der dich wieder zusammensetzt und stärkt. 1440 Minuten lang sind deine Augen geschlossen. 86400 Sekunden lang träumst du einen traumlosen Schlaf indem du einfach mal nichts denken musst und nichts machen. Du liegst nur, atmest und lebst, vielleicht schnarchst du mal kurz, oder du sabberst ohne es zu bemerken, vielleicht lächelst du auch im Schlaf, aber nicht weil du träumst, sondern weil du dich wohl fühlst im Nichtdenken müssen. Und dann, wenn du deine Augen wieder aufmachst, dann hoffst du dass vielleicht alles nur ein böser Traum war, aus dem du soeben erwachst.

©Netti

Kochend. Heiß.

Du stehst auf dem Herd. Wartest. Bis du erwärmt wirst. Du wartest auf die Hitze die dich durchströmt. Es dauert lange, doch das Warten lohnt sich. Du kochst. Innerlich. Brodelnd. Blubbernd. Ein angenehmes Gefühl durchfährt dich. Nach einer Weile blubbert es nicht mehr. Es hört auf zu köcheln. Trotzdem liegst du noch immer hier herum. Wartest auf die  letzte Stunde die geschlagen.  Neben dir noch weitere Geschöpfe. Die rechts neben dir gibt Quietschgeräusche von sich, die zu deiner linken nervt mit dem negativ Gequatsche und Geschimpfe. Du bist vollkommen bedeckt von dem heißen Salzwasser. Noch immer befindest du dich im Topf, auf der Herdplatte, zwischen all den anderen Deppen. Die Hitze ist nicht mehr ganz so Ohnmacht herbeiführend, trotzdem fühlst du dich matschig. Im Kopf und überall. Der Mensch verlässt die Küche. Und dir wird bewusst, dass man dich warm hält. Auf dieser Platte, die Hitze aussendet. Hier liegst du lange. Der blöde Mensch vergisst dich. Die Quietschgeräusche lassen nach und auch das Stöhnen, Ächzen und Lamentieren, bis es irgendwann ganz verstummt. Still ist es im Raum. Nur dein Hirn ist laut, es erfüllt die Winkel und Ecken mit Gedanken. So lange bis in deinem Hirn nur noch Matschepampe ist, so lange bis auch du nur noch aus einer breiigen Substanz bestehst. Eine Kartoffelmasse die klumpig in sich zusammen fällt. 

©Netti

Viel zu nah.

Viel zu nah kann man sich sein ohne dass man sich tatsächlich nah ist. Denn die Gedanken sind viel zu nah, in dem Moment, nicht aber der Mensch an sich. Es wird geküsst, gestreichelt und empfunden, Körper an Körper, viel zu nah. Dann ist der Moment verflogen, nicht mehr greifbar, nicht mehr spürbar. Viel zu nah nur noch das Gefühl des Verpassens, nicht Haltens. Das Morgen ist viel zu nah.

©Netti

Fluffig weiche WatteWolke.

Manchmal befindet man sich auf einer flauschigen Wolke, wattig weich. Sie trägt einen in eine Vorstellung voller bunter Bilder. Man schwebt dahin ohne groß zu denken, man schwebt einfach und  genießt das Gefühl dieser genüsslichen Schwerelosigkeit.

Auch du befindest dich gerade auf einer Wattewolke, die flauschiger nicht sein könnte. Der Gedanke dem Unbekannten gegenüber, lässt dich einfach nicht mehr los und du fühlst dich saugut dabei. Du möchtest dem Unbekannten, dem Nichtgreifbaren, dem Unbestimmten gegenübertreten und einfach schauen. Schauen, was geschieht. Du möchtest dich nicht beeinflussen lassen von Ängsten, Vorstellungen und Erwartungen, sondern du möchtest einfach leben, den Moment leben, und ihn schätzen. Du möchtest empfinden, soetwas wie Leichtigkeit im Sein, die wattige Wolke darf dich gern ein Stück weit begleiten, nur für den Beginn, denn die Nervosität wird versuchen sich in dein Unterbewusstsein zu drengeln. Diese Wolke trägt dich auf einen Weg, der dich positiv stimmt, was soll da noch schief gehen, was soll schief gehen, wenn du dem Unbekannten, dem was dir doch noch fremd ist, gegenüber stehst, was soll schief gehen, wenn du nur an das denkst, was dich wünschen lässt!? Ist es nicht so, dass all die Dinge und Vorstellungen sich manifestieren, je öfter man daran denkt? Besagt nicht genau das, das Gesetz der Anziehung? Gleiches zieht Gleiches an!? Ist das so? Oder ist das nur ein Irrglaube?

Du erinnerst dich an eine Szene, die sich kürzlich zutrug.. Du wolltest dir etwas leisten was du gerade gesehen hattest, doch du hattest nicht das nötige Kleingeld parat, das ärgerte dich sehr, denn dein Budget fiel etwas zu niedrig aus. Es fehlten genau 10€. Du warst auf dem Weg zur Arbeit und überlegtest wie und vorallem woher du nun die 10€ bekommen solltest, du hattest einfach keine Lust nach der Arbeit noch zur Bank zu rammeln um Geld abzuheben. Dein Hirn beschäftigte sich also den ganzen Weg bis hin zur Arbeit ununterbrochen mit dem Gedanken der 10€ und die Frage.. WO bekommst du jetzt 10€ her!???? Die 10€ schwebten durch deinen Kopf, den du unbewusst auf den Fußweg richtetest. Du liefst die Straße entlang in Gedanken versunken und dachtest: 10€, 10€, 10€, du konntest an nichts anderes denken. Du kamst beim Griechen vorbei, kurz vor deiner Arbeit, und dein Blick fiel zufällig auf den Sims des Kellerfensters. Irgendetwas komisches lag da. Du wundertest dich, die 10€ gerieten für den Moment in Vergessenheit, du wolltest einfach nur wissen was da rum lag. Du gingst näher, hebtest es auf und sahst: 10€. Du bliebst ungläubig stehen, du konntest das gerade einfach nicht fassen. 10€!? Es war dir unheimlich!! Du schautest dich um, suchtest nach der versteckten Kamera. Blicktest nach links und rechts um die Leute zu entlarven, die sich hinterm Gebüsch versteckten, um zu rufen: „VERAAARSCHT!“ Als du niemanden erblicktest nahmst du das Geld in deine Hände, recktest deinen Kopf gen Himmel und sagtest: DANKE! DANKE! DANKE! Nennt man dies das Gesetz der Anziehung? Bist du ihm da schonmal gegenüber getreten? Du möchtest gern daran glauben, also wirst du es auch.

Deine Vorstellungen sind frei von Ängsten, sie basieren einzig und allein auf deine innersten Wünsche. Es sind keine Anforderungen, keine Erwartungen, du hast dir vorgenommen, nie mehr auch nur eine einzige Erwartungshaltung in irgendetwas zu setzen, denn umso größer die Enttäuschungen, wenn diese nicht erfüllt werden. Die wolkige Watte hilft dir dabei dich frei zu fühlen, leicht und angstlos, sie lässt dich mutig agieren, in einer Art und Weise, in der du sonst nur Angst und panikartige Schnappatmung investieren würdest, bis hin zur Hyperventilation. Du möchtest nicht mehr hyperventilieren müssen und dadurch vor deinen Zielen und Träumen davonrennen, sondern du möchtest dich deinen Ängsten stellen, auch wenn es bedeutet, dass erneut etwas in dir zerbrechen kann. Manchmal glaubst du, da gibt es nichts mehr, was in 1000 Scherben zersplittern kann, weil die Stücke die einst zerbrachen schon alles in und um dir zerstört haben. Doch du irrst. Es gibt immer wieder Momente des Lebens in denen Dinge zerbrechen. Sie müssen erst zerbrechen, damit sie sich kleben lassen. Doch wenn sie geklebt wurden, sind sie beinahe wie neu, nur das sich winzige Rückstände, kleine Narben des Schmerzes erkennen lassen. Diese Narben jedoch weisen auf, wie mutig man war, wie stark, und dass es sich immer lohnen wird, niemals nicht aufzugeben, auch wenn es bedeutet, dass man manches neu erlernen muss. Manchmal muss man auch komplett von vorn beginnen, ein Neuanfang der zwar einen Weg aufweist, aber kein Ziel..

Also läufst du mutig diesen Weg entlang, nichtwissend, wohin er dich führen wird. Er wird steinig sein, holperig und schwer zu besteigen, doch all die Mühen werden dich letztendlich belohnen, diesen Weg gegangen zu sein. Denn du bist um einiges reicher. Reicher an Erfahrung, reicher an dem Wissen dass du am Leben bist und es auch bleibst. Du weißt es gibt nur dieses eine Leben, diese eine Chance, und wenn du sie nicht ergreifst wirst du es niemals wissen. Du wirst niemals wissen, wohin der Weg dich geführt hätte, wärest du ihn nicht gegangen. Also geh ihn. Umkehren kannst du immer noch, wenn du bemerkst, dass du in die Irre geführt wurdest.

©Netti 

Einsam.

Manchmal fühlt man sich ein bisschen verloren im Alleinsein, das Einsam lässt dich vereinsamen. Du sitzt auf deiner Decke im Park und genießt die Sonnenstrahlen, welche deine Haut zu wärmen beginnen. Du findest das Leben schön, jetzt gerade und in dem Moment, aber noch schöner wäre es, wenn du nicht so einsam wärst, denn der Platz neben dir auf deiner  Decke ist frei. Diesmal weht kein leichter Duft während einer sanften Brise zu dir herüber, welche in dir Übelkeit hervorruft. Du sitzt auf der Decke und legst dich hin, weil du bemerkst dass das Sitzen dir nicht bekommt, du möchtest viel lieber liegen. Also liegst du und du liest in deinem Buch, um dich der Einsamkeit zu entziehen, denn in dem Buch das du liest, sind alle gemeinsam einsam. Auch das Liegen bekommt dir nicht, dein Rücken schmerzt babarisch, also richtest du dich erneut auf. Seufzend musst du feststellen dass du keine zwanzig mehr bist, und das Altern, das fängt wohl mit dem Rücken an. Wie zum Protest zündest du dir eine Zigarette an. Du bläst den Rauch der Einsamkeit aus deinem Inneren heraus und blickst dich um. Auch hier ist es irgendwie einsam, du bist fast allein, aber das findest du gut, dass hier kaum Menschen sind, du kannst Menschen nicht ausstehen. Die sind immer so egoistisch und laut. Dein Blick fällt auf das Pärchen, das in naher Entfernung dir gegenüber sitzt, die beiden sind die einzigsten Leute hier im Park, zumindest so weit wie du blicken kannst. Die Beiden sind nicht einsam, die haben sich. Vielleicht sind sie auch kein Paar und führen keine Liebesbeziehung, aber irgendeine Beziehung haben sie zueinander. Sie unterhalten sich gemeinsam, wohingegen du dich mit dir selber unterhältst, einsam. Du hältst dich mit Selbstgesprächen bei Laune um die LangeWeile und Einsamkeit von dir wegzuschnipsen, wie die viel zu große Spinne die sich gerade einen Weg auf dich zubahnt, auch sie ist einsam. Du beschimpfst die Spinne und sie fliegt in hohem Bogen ins Grüne zurück. Verpiss dich Spinne, das ist die Decke der Einsamen Denker, vielleicht bist du einsam aber kannst du auch Denken? Du bist dir sicher die Gedankengänge der Spinne fokussieren sich fast ausschließlich aufs Fressen und Erschrecken. Du machst mir Angst, Spinne! Da bist du lieber einsam als mit Spinne zweisam. Inzwischen fummelt der Typ an dem Mädchen rum, jetzt wird es spannend, aber nicht für dich denn in deinem Kopf blinkt ein rotes „einsam“ auf. Also doch eine romantische Beziehung. Immerhin führst du eine romantische Beziehung mit dir Selbst. Du liegst im Bikini auf der Decke und machst Sachen, die dir Gut tun, die du gerne machst, auch einsam. Du liest ein gutes Buch, du trinkst Wasser mit einem Schuss Apfelsaft, und du rauchst. Du isst wunderbar gesunde Weintrauben und Knäckenbrot, auch wenn diese dir gleich wieder hoch kommen, weil besagtes Pärchen sich ziemlich eng aneinander kuschelt, du möchtest gar nicht wissen was die dort machen, denn sonst möchtest du das auch gern machen, aber Möp! Du bist ja einsam! Du könntest dich jetzt hier Selbst umarmen und loslegen aber das hebst du dir für später auf. Deine Beziehung zu dir Selbst ist so romantisch, dass du dir heute Abend eine heiße Wanne einlaufen lässt, mit Kerzen, die brennen nur für dich! Neben dir ein Gläschen Sekt, das hast du dir verdient, und dann, während dein Kopf ins Wasser gleitet, und deine Haare schwerelos zu schweben beginnen wirst du wissen: Einsam ist niemals wirklich einsam. Denn auch wenn dein Herz dir sagt, dass du einsam bist, weil da gerade niemand ist, der dir den Rücken einseift, dich so anblickt wie man jemanden anblickt der sein Ein und alles ist. Auch wenn da gerade niemand ist, der deinen Kopf in seine beiden Hände nimmt, und dich hemmungslos und gefühlvoll küsst, ist da noch immer dein Verstand, der das Herz beruhigt. Der Verstand spricht dem Herzen gut zu und sagt zu ihm:

>>Gib nicht auf kleines Herz! Schlag weiter! Hauptsache für dich! Und irgendwann, sehr bald schon, sind deine Narben der Tritte, Schüsse und Schläge verblasst und die Splitter fügen sich wieder zusammen. Zu einem Ganzen und du kannst all deine Liebe aus dir hervorbringen. Und die, mein kleines Herz, ist dann eben doch für die Ewigkeit.<< 

Du bist nicht einsam, weil das Herz und der Verstand miteinander arbeiten, da ist das Herz was dich am Leben hält, und der Verstand, der das Leben unterstützt. Und nur wenn beides zusammen wirkt öffnet die Liebe ihre Türen. Manchmal klemmen sie ein wenig, diese verdammten Türen, sie öffnen sich nur sehr, sehr langsam, doch dann schwingen sie auf mit einem Quietschen und Knarren, es erinnert an den Liebesakt der folgen wird. Und dann wenn die Tore offen sind, wirst du geblendet von dem Licht der Liebe, die gekommen ist um dich zu holen.

©Netti