Mal wieder nur ein Schmerz der bleibt. 

Weil Worte verlogene Schweine sind. 

Manchmal ist man gezwungen. Gezwungen los zu lassen. Gezwungen zu vergessen. Da ist der Schutzwall den du mühevoll hast zerfallen lassen, einfach weg. Der ist weg denn du spürst da plötzlich wieder das was du eigentlich meiden wolltest. Schmerz. 

>>Bevor du etwas bekommst musst du auch immer erstmal etwas geben.<<, sagt deine Freundin zu dir, als du ihr alles erzählst. Alles was war und ist, zwischen ihm und dir.

Sie kennt dich. Sie weiß wie du bist. Dass du gern viel hättest, selber aber kaum geben kannst, nicht weil du nicht willst, sondern weil du nicht kannst. Oftmals verstecktest du dich in deinem Panzer um sicher zu sein, vor dem Schmerz der folgen könnte.

Was aber wenn du nun gegeben hast. Zu viel Gefühl. Zu viel Hoffnung. Wenn du gegeben hast ohne zu bekommen, weil dein Instinkt dir sagte da stimmt was nicht. Aber was. Was stimmt denn nicht mit dem!? Wie also ist es möglich den Schutzwall wieder aufzubauen, die Mauer die du dir einst so akkurat und sorgfältig aufgestellt hast!? Und wie oft muss man immer wieder von vorne beginnen? Wie oft muss man tatsächlich geben um auch zu bekommen!? Vertrauen. Glaube. Liebe.

Gerade ist da keine Hoffnung nur der Schmerz der dir sagt dass du einfach nicht genug bist. Nicht genug um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Nicht genug vielleicht sogar treu zu sein. 
Nachrichten wieder nur Nachrichten. Wischiwaschi. Schwammige Aussagen. Kein Ich mag dich. Kein Lass es uns wenigstens versuchen. Zu feige?

Kein Gefühl mehr intensivieren. Sagt er.

Aus Angst dass das Vermissen umso größer wird.

Nichts mehr aufbauen.

Nur die Couch und DVDs zum schauen. Quasi, so verstehst du diesen Wischiwaschi Text.

Film schauen.

Kontakt über das Jahr eher nicht. Zur Beziehung nicht bereit. All das liest du aus dieser schwammigen Mitteilung heraus.

Es kommt dir komisch vor. Es klingt zu sehr als komme ihm Amerika gerade sehr gelegen. Eine gute Ausrede. Kontaktabbruch erst wenn er fährt das möchtest du nicht. Das kannst du nicht. Selbst das zu schmerzhaft. Du musst es zerschneiden das Band was dich an ihn zu halten suchte. Und du musst aufhören immer Dinge schönzureden. Wenn Cut dann Cut sofort. Findest du.

Denn schön ist nur das Vergessen, was den Schmerz in Luft auflöst. Wenn es denn gelingt.

Adé. Sagen die Leute.

 Adé. Sagt die Zeit, und das Jahr was gar nicht schnell vergehen wird. 

Denn du wirst denken hier und da, nur an ihn. 

©Netti

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Die Möglichkeit des Kaputtschreibens.

Wenn geschriebene Worte die Macht haben zu zerschreiben war es nichts authentisches. Kein echtes Gefühl was Sinne benebelt und Glück hervorruft. Etwas in dir hat noch einen Funken Hoffnung, dass die Motten wieder weichen. Dein Kopf ist klar, dein Herz rein, denn bei dir sind keine Motten, nur Schmetterlinge. Noch immer. Die Motten im Gegenüber allerdings sichtbar, spürbar fast schon. Irgendetwas in dir sagt, dass sie wieder weichen werden. Diese Augen die dich anblickten mit so viel was sichtbar war, und spürbar, in ihm, den Anderen, das kann so schnell nicht verpuffen. Ausgeschlossen. Und wenn doch dann hat es nicht sollen sein. Somit würden die Schmetterlinge den Kopf einziehen, etwas traurig würden sie davon flattern, und das nächste Mal zurück kehren. Flügelschlagend. 

©Netti 

Wenn die Motten schneller sind.

Wo sind sie, die Schmetterlinge wenn man sie braucht, im Bauch des Anderen, nicht dem Deinen. Gedanken, die man sich macht, unnötig und erschwerend. Aufkommende Fragen, gestellt, und nicht beantwortet, sind es doch zu viele, dahinschwebend in Kopf und Raum. Von Zukunft nicht sprechend, aber erwähnend das Gefühl im Bauch, was abhanden kommt bei ihm, auf einmal. Wieso? So schnell. Wieso? Es passt nicht vielleicht. Zu verschieden vielleicht. Das Er und Du und Ihr. Siehst du auch so. Vielleicht. Heute, aber morgen nicht. Morgen träumst du von einer Zukunft zu zweit. Mit ihm. Ohne Motten. 

Aber Nein..

Da sind sie. Die Motten. Sie nähern sich, du kannst sie sehen, klar und deutlich, Ihr hässlichen kleinen Bastarde. Fickt euch. 

©Netti

Eigentlich.

Eigentlich fandest du ihn ziemlich cool.

Eigentlich fandest du ihn echt sympathisch.

Eigentlich war er charmant, witzig, und ehrlich.

Du  hast über seine Witze gelacht, eigentlich waren sie zum Brüllen. Zum Wegschmeißen.

Eigentlich dachtest du: Du und er. Das wird ganz großes Kino. Daumenkino. Wenn man so will. In 3D, vielleicht.

Eigentlich wirkten seine Augen fröhlich und echt, authentisch und interessiert.

Eigentlich hattest du Interesse daran ihn wieder zu sehen.

Eigentlich wolltest du ihn einfach nur kennen lernen.

Eigentlich hat er nur von sich gesprochen, und wenn er etwas fragte hattest du gerade mal zwei Sekunden Zeit um zu antworten. Dann piepste der Timer und er war schon wieder im nächsten Gedanken. Bei sich.

Eigentlich stört dich das nicht. Du hörst gern zu.

Eigentlich hattest du zu Beginn ein gutes Gefühl.

Eigentlich täuscht dich dein Gefühl nie.

Eigentlich gingen sie dir auf die Nerven, seine Nachrichten, die immer nur von sich sprachen. Eine nach der Anderen. Mit Halbherzigkeiten um sich werfend.

Eigentlich hast du nicht darauf gehofft, dass er nochmal fragen wird, nach einem Treffen, denn nach drei Tagen war das Gefühl schon kein gutes mehr. Von sich aus fragte er nicht.

Eigentlich merkst du wenn etwas komisch ist. Man hat dann einen Instikt, und der meldet sich zu Wort, eigentlich.

Eigentlich weißt du dass es nichts bringt sich Sachen schön zu reden, sich zu entschuldigen, für ihn, sich Entschuldigungen auszudenken, die sein Verhalten entschuldigen.

Er ist bestimmt krank.

Hat viel zu tun. Einfach keine Zeit für dich.

Er ist verreist. 

Oder armamputiert, deswegen kann er keine Nachrichten mehr tippen.

Er hat seine Stimme verloren, weswegen er auch nicht anrufen kann, und auch das Handy ist verloren, er hat es beim Kacken in der Toilettenschüssel versenkt und ausversehen runter gespült, zusammen mit dem Dünnschiss, den er immer schrieb. An dich.

Oder er ist gestorben.

Eigentlich ist er das auch. Für dich.

Du schaust im WhatsApp nach ob er online ist. Aber eigentlich siehst du das ja eh nicht, du hast diesen Stalkingscheiß abgestellt. Trotzdem siehst du dass er gerade online ist. Und dann siehst du plötzlich nichts mehr.

Eigentlich. Denn sein Bild siehst du noch immer. Affig irgendwie, dieses Bild. Aber eigentlich ist es das nicht.

Eigentlich geht dir das total auf die Nerven, das WhatsApp, dieser Typ, die Gedanken.

Eigentlich regt dich das nur so auf, weil der nicht mehr halbherzigen Müll schreibt, noch vor drei Tagen hatte er ganz ausversehen zwei falsche Socken an, eine war grün gepunktet, die andere blau gestreift, besser halbherzig als gar nichts, eigentlich, denkst du dir.

Aber eigentlich ist das auch wieder scheiße, denn halbherzig ist nur so halb und halb und nicht ganz und eigentlich ist das ganz schön blöd.

Eigentlich ist es an der Zeit die Nummer zu löschen. Also löschst du sie. (Nicht ohne sie dir vorher zu notieren, denn eigentlich hoffst glaubst du dass du sie nochmal wirst brauchen können.)

Eigentlich fühlt sich das echt gut an. Du bist sowas von konsequent und so sehr taff. Wahnsinn.

Trotzdem schaust du auf dein Telefon und wunderst dich, was das alles sollte, denn eigentlich war das so nicht geplant.

Aber du bist froh, dass du ihn los bist. 

Eigentlich.


©Netti

Lauthals.

Lachen! Es ist schön, endlich wieder lachen zu können. Und es auch zu dürfen. Man lacht. Laut und echt und von Herzen, aus dem tiefsten Inneren heraus. Weil das Gesagte so viel Spontanität erzeugt, dass da Freude ist und ein kleines bisschen Glück, weil da jemand ist, der dich zum Lachen bringt, und es gern hat, wenn du es zeigst, dieses Lachen was ein echtes ist. Dreckig. Nicht schmutzig aber dreckig, denn Dreck gefällt ja. Den Männern. Und auch dir. Und da auch du ein kleines bisschen Kerl bist gesellt sich gleich und gleich nun mal gern. Und so darfst du einfach du Selbst sein, es ist kein Frage Antwort Quatsch,-sondern eine Unterhaltung die spaßiger nicht sein könnte. Und dann gehst du, weil du früh raus musst, um zu arbeiten. Es wird nach deiner Hand gegriffen und sie wird gehalten und gedrückt, ganz sanft. Auch wenn der Schweiß zwischen den Händen Schmatz Geräusche macht, die Hitze so spürbar. „Wenn das eklig ist..“, meint er nur lachend ohne zu Zwinkern, denn einseitiges zwinkern beherrscht er nicht, „…sag es bitte.“ Aber du findest es okay. Und das sagst du auch. Seine Hand in deiner. Und so lauft ihr die Straße entlang…, es ist dunkel und still und ihr braucht nicht zu reden, denn der Moment spricht in diesem Augenblick für sich. Auch wenn er schnell vorüber ist, hängt er doch noch lange nach..

©Netti

Schaufelnd ins Verderbnis.

Manchmal ist man umgeben von zu viel Angst. Zu viel Gedanken. Dann handelt man gar nicht. Null. Weil man denkt man könnte falsch agieren, und im Gegenüber etwas auslösen, was Distanz entstehen lässt. Eigentlich das, was man vermeiden möchte. Doch die Distanz stellt sich im Gegenüber dann erst Recht ein, weil der Gegenüber nichts weiß davon. Von den Ängsten und Gedanken. Man schaufelt sich sein eigenes Grab, das Loch was gähnend zu einem aufblickt. Manchmal kann man Taten rückgängig machen, mit Worten, vielleicht nicht rückgängig machen aber zumindest kann man sie entschuldigen. Aber Taten welche nie ausgeführt wurden, lassen sich nicht rückgängig machen, auch nicht entschuldigen. Man hatte eine Chance welche man nicht ergriffen hat, die Angst die an einem rumfrisst. Manchmal fühlt man so viel, dass es schwer zu fassen ist und zu begreifen, man sendet Signale, die das Gegenteil ausdrücken, umgeben von der Angst die heranwächst. Da war zu viel Enttäuschung, zurückliegend, und doch noch im Hirn verankert. Man versucht sich zu schützen. Und so jagt ein Missverständnis dem nächsten. Worte bleiben unausgesprochen. Taten werden falsch gedeutet. Empfindungen und Emotionen nicht herangelassen. Man sendet etwas aus, was man nicht aussenden wollte. Man empfängt etwas was man gar nicht verdient hat. Schon zu Beginn geht man mit Vorurteilen an eine Situation heran. Die Gedanken bestimmen das Denken des Gegenübers. Es ist egal was man empfindet, weil es ja gar nicht ankommt. Es kommt nicht an, was man so sehr empfindet. Wie verquert können Signale denn sein? Man denkt, man fühlt, man handelt, und doch wird es falsch interpretiert, falsch gedeutet. Man fragt sich wie das sein kann dass man fühlt ohne es zeigen zu können. Warum kommt das Gefühl was man fühlt nicht an beim Gegenüber, wenn man es doch bei sich selber so echt und intensiv wahrnimmt!? Das Empfinden, was das Herz schlagen lässt. Was ist verkehrt an dem was man aussendet? Sowas ist doch nicht einseitig. Diese greifbaren Momente. Das Verständis über das Geschehen, über die Entwicklung ist nicht vorhanden. Wie kann etwas nur solch eine Gestalt annehmen!? Eine solche Wendung, wo doch alles auf Beginn stand, alles auf Hoffnung. Kann man noch Hoffen, wenn die Chance bereits verpasst? Kann man etwas wiederholen, was schon zu scheitern drohte, allein von hirnrissigen Ängsten welche herabstürzten!? Ist dieses erneute Wagnis realisierbar, oder wurde schon alles was je vorhanden bereits zerstört, durch unsinnige Fehlinterpretation, Fehleinschätzung und Fehlsignale, welche gesandt wurden!? Man fragt sich wie das geht, das Zeichen setzen, und Empfangen. Das Fühlen und Fühlen senden. Kann man es verlernen, das Gefühl!? Kann man verlernen Gefühl zu übermitteln? Wie geht das, dass man das was man fühlt nicht auch so rüberbringen kann, wo man es doch fühlt! So sehr! So intensiv! Warum kann man dann nicht genauso handeln, sich genauso einlassen!? Ist es das Herz was einst zerbrochen, in 1000 Splittern zu Boden lag!? Funktioniert es nicht mehr vollständig, so dass es zwar fühlen aber nicht senden kann!? Dann ist es besser das Herz zu tauschen! Wer möchte schon mit soetwas leben? Die Erde bebt und es bröckelt. Klumpige große Erdballen rutschen hinein in das Grab was man sich selbst geschaufelt, der Körper nun vergraben unter all der Matschepampe. Das Herz schlägt weiter. Wie lange noch, wo es doch nicht erhört werden kann?

©Netti

>>Man sollte öfters Lächeln, von Herzen, und es auch genauso meinen.<<

Feierabend. Du fährst mit der Karre schnurstracks nach Hause, es regnet schon den ganzen Tag, doch das tut dem guten Gefühl in dir keinen Abbruch. Im Radio läuft Sia mit „Fair Game.“ Es läuft rauf und runter, und noch immer hängt es dir nicht zu den Ohren raus, niemals wird es das, es trifft dich doch zu sehr. Du bist emotional so sehr im Lied gefangen, deine Stimme singt den Text lautstark mit, zum Glück hast du die Fenster geschlossen, dein Mund bewegt sich stumm für alle außenstehenden Passanten und Autofahrer, kein Ton dringt bis zu ihnen hindurch. Es ist dir egal was die anderen denken, denn heute ist ein guter Tag, das Leben ist schön! Du singst und singst und schreist all dein Gefühl aus dir heraus, als der grüne Ampelpfeil auf orange springt und dann nur noch die rote Ampel leuchtet. Sie brüllt dich an. Gleichzeitig bemerkst du den jungen Fahrradfahrer direkt vor dir, der soeben über die Straße laufen möchte, oder eher fahren, huch, wo kommt der denn her!? Dein Fuß tritt auf die Bremse um eine Vollbremsung hinzulegen. Du singst weiter und schreist und lächelst nebenbei dein entschuldigendes, niedliches Lächeln, denn du wolltest ihn jetzt echt nicht überfahren. Er lächelt sehr, sehr freundlich zurück, der Gute, und du lächelst weiter, im Sekundentakt lächelt ihr euch gegenseitig voll, er dreht sich nochmals zu dir um und lächelt, er lächelt und lächelt und du bemerkst, dass sein Lächeln sehr, sehr symphatisch ist. Auch du lächelst weiter irrsinnig vor dich hin, kannst gerade gar nicht aufhören damit, auch wenn der Radfahrer längst außer Sichtweite ist. Dieser Mensch hat dir keinen Stinkefinger gezeigt, nein, er hat dich angelächelt, ohne hämisch zu wirken, er hat gelächelt ohne ein Gegenlächeln zu erwarten, er hat nochmals gelächelt, auch wenn du aussahst wie Kackwurst heute und ihn fast umgenietet hättest, dieser Mensch hat gelächelt, trotzalledem. Und du!? Du hast zurückgelächelt.

©Netti