„Mama, mach mal!“


~Manche Zeiten ändern sich eben nie.~

Man flennt weil man nicht weiter weiß. Man flennt weil etwas weh tut. Man flennt weil man sich ungerecht behandelt fühlt. Man flennt vor Trauer, Angst, Wut, Rührung, manchmal auch vor Freude.

Tränen bedeuten nicht, dass man schwach ist, sondern dass das Herz mehr fühlt, als es ertragen kann.

©www.nicobartes.com

Auch wenn sie heute kein Faschingstütchen auf dem Kopf trägt fühlt sie sich in die damalige Zeit zurück versetzt. Zu der Zeit, in der das Denken noch Mutti übernahm, zu der Zeit, in der Mutti noch alle Entscheidungen traf. Zu der Zeit, in der ihr Tränen liefen, weil Tütchen auf dem Kopf einfach scheiße waren, weiße Kostümchen und pechschwarze Perrücken dagegen sehr viel cooler. Schon damals wurde ihr klar: ~Scheiße hey, man kann halt echt nicht alles haben.~ Nur das warum blieb unbegründet.

Tränen kehren das Innen nach Außen, mehr Nähe geht nicht.

©Netti

Wie cool wäre es manchmal, wenn man einfach wieder Kind sein könnte, hat man die Zeit doch viel zu unbewusst wahrgenommen, stets strebte man nach dem Alter und bewunderte die Großen. Man wünschte sich endlich erwachsen zu werden, man sehnte den Augenblick herbei in dem man selber durfte. Alleine essen. Alleine laufen. Das erste Mal ja sagen, oder nein, wahlweise vielleicht. Man wollte so gern selber Entscheidungen treffen, keiner mehr der sagte: „Du darfst nicht zappeln.“, „Das wird aufgegessen!“, „20:00Uhr bist du zu Hause.“, „Erst Hausaufgaben, dann Spielen.“, „Fernsehverbot!“ Keiner der sagte: „Jetzt wird geschlafen!“
Diese Regeln haben uns Kindern System gegeben. Durch sie lernten wir das groß werden, das zurecht finden in einer Welt die aus Regeln und Zucht und Ordnung besteht. Heute aber ist man gezwungen sich dem System gegenüber zu stehen, ohne dass uns Hilfestellung geleistet wird. Man ist erwachsen und selber in der Lage Entscheidungen zu treffen, zu handeln.

Und doch gibt es immer mal wieder Momente in denen man ein bisschen verzweifelt, dann wird man zurückversetzt in eine Zeit, die längst vergangen. 
„Mutti, mach mal!“

©Netti

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Flügelschlagen im Bauch.

Dieser Mann, der Schmetterlinge verteilen lässt, im Bauch und nicht nur da. Da ist Glück, welches sich ausbreitet im Kopf und Verstand, im Denken und Handeln. Die Schmetterlinge toben und flattern, wissen gar nicht wohin, sie knallen gegeneinander vor Aufregung und Nervosität. Nähe, so viel Nähe, dazwischen Hitze und Leidenschaft. Glück über die Chemie, die so wunderbar übereinstimmt. Dem Mund umspielt ein Lachen. Echte Münder. Echte Freude. Augen, die lachen, zusammen mit dem Mund. Keine getragenen Masken, um sich zu schützen. Dafür Küsse, welche ineinander verschmelzen, eins werdend. Die Schmetterlinge im Bauch sind kirre im Kopf, und gehen beinahe kaputt vor so viel. Vor so viel Glücksempfinden. 

Hin und wieder jedoch fürchten sie sich, die Schmetterlinge im Bauch. Dann halten sie inne, erstarren in ihren Bewegungen, blicken furchtsam um sich und erwarten Motten, welche ihren Platz einnehmen. Doch da sind keine. Eigentlich sind da keine.

©Netti

Brief der Erinnerung

Lieber Fotograf,

Plötzlich weiß ich wieder wie sie klingen, deine Worte in meinem Ohr. Mit einem Schlag ist sie mir wieder so present, deine Stimme die so melodiös und tief in mein Innerstes dringt. Der tiefe, erotische Klang der mich kitzelt in meinem Herzen und nicht nur da, mein Körper spannt sich an, wenn ich daran denke wie du mich berührst, mit deinen Worten, jede einzelne Haare meines Körpers stellt sich auf. Dein Lachen welches deinen Mund verlässt, so herzlich, so echt. So echt, wie du neben mir gelegen bist, deine zärtlichen Hände streichelten vorsichtig meine Haut, deine Finger fuhren sanft über meinen Arm. Mein Herz hüpfte vor Freude und Aufregung. Dennoch verließen stumme Tränen der Trauer meine Augen. Wenn ich daran zurückdenke möchte ich mich verfluchen dafür, ich war dir so nah und gleichzeitig war ich es nicht. Deine wunderschönen Augen blickten mich beruhigend an, sie sprachen eine Sprache für sich, und doch spendeten sie mir unglaublichen Trost, unbezahlbaren Trost, dem ich dir so dankbar war. Du nahmst mich in deine starken Arme, deine großen Hände legten sich schützend um meinen Körper. Ich konnte deinen schnellen Herzschlag spüren, oder war es nur der meine, der sich auf dich übertrug? Zu gerne möchte ich die Zeit zurückdrehen, und die Tränen ungeweint machen.

Wir beide im Bett, nebeneinander,stundenlang schauen wir uns einfach nur an. Meine Hand welche sich einen Weg zu deiner Wange sucht um jeden Zentimeter deines Gesichtes zu erfühlen, nur die leichte Beleuchtung der Straßenlampe lässt einen Teil deines Gesichtes erahnen, doch im Geiste sehe ich dich komplett vor mir, mit all deinen Zügen, all deinen Malen und all deinem Glanz. Meine Hände fahren sanft über deine Augenbrauen entlang, vorsichtig und sacht, mit einem leichten Schleier der Zurückhaltung und Unterlassung, berührt mich dein Blick auf meinem Körper. Ein innerlicher Kampf. Sanft streiche ich mit meinen Fingern deine Arme entlang, deine Härchen stellen sich auf, und ich kann deine Gänsehaut sehen. Nun ist meine Hand an deinem Bauch, deiner Brust, liebevoll berühre ich deine Brustwarze. Kreisend umspielen meine Finger deine männliche Brust. Ich schiebe meinen Körper näher an den deinen, mich umgibt eine Welle der Lust. Noch immer machst du keine Anstalten dich zu rühren, doch ich höre deinen Herzschlag, der sich so laut an meine Hände drückt, du schluckst, dass kann ich sehen während dein Adamsapfel auf und ab hüpft, nur kurz, doch das ist mir nicht entgangen. Dein Duft hüllt mich in eine Wolke aus Lust und Anziehung. Ich verzehre mich so sehr nach dir! Meine Hände setzen ihren Weg fort, sie wandern nun weiter bis zu dem Bund deiner Shorts. Sanft fahre ich den Bund nach und schiebe meinen Finger nur minimal darunter, so dass du leicht zusammenzuckst. Habe ich dich mit der Hitze meiner Fingerspitze verbrannt? Ein leiser Laut entweicht aus deiner Kehle, den ich nicht zu deuten vermag, doch urplötzlich umgreifst du meinen so zierlichen und kleinen Körper mit deinen starken, beschützenden Händen. Nun liegst du über mir, deine Hände packen meine Arme und drücken sie an das Bettgestell,  ich spüre deine Lust, dein angespannter Körper drückt sich haltlos an den meinen. Du küsst mich. Atemlos. Gierig. Fordernd dringt deine Zunge in mich ein und umspielt meine Zunge mit stupsenden Bewegungen. Ich intensiviere den Kuss, indem ich sanft deine Unterlippe beiße, uns entweicht ein leises Stöhnen.

Die Fantasie ist ein Arschloch, wenn es um unterdrückte Gefühle geht! Hast du eine Ahnung, was du mit dem einen Kuss, damals, auf meiner Couch, in mir zum Rollen gebracht hast? Kannst du auch nur erahnen, was das in mir losgelöst hat? Ich fühlte mich schwerelos, wie eine Feder im Wind, dahinschwebend, egal wohin, hauptsache mit dir. Du hast mich so tief berührt wie schon lang keiner mehr. Dein Kuss schmeckte nach Leidenschaft, nach Geben wollen und nicht nur nehmen, er schmeckte nach Hoffnung und Herzrasen, doch mit einem Schlag kam die Bitterkeit und ich schmeckte Hass und Zerstörung, Wut und Berechnung. Und dann ein Splittern. Mein Herz zerbrach in 1000 Scherben, ein Teil davon bohrte sich in dein Gesicht, denn plötzlich verzog es sich zu einer verbitterten Grimasse.

Von diesem Anblick habe ich mich noch immer nicht erholt, noch immer bin ich nicht genesen von dieser herausgepressten Wut, wusstest du, dass die Wut, die du aussendest, auf dich selber zurückschiesst? Ich hätte auch am Liebsten geschossen, nicht mit Wut sondern mit kleinen Pfeilen der Vernichtung. So sehr hast du mich getroffen! Die Welt hat aufgehört, in dem Moment, sich für mich zu drehen. Das war rücksichtslos, von dir, denn auf einer Erde die sich nicht dreht kannst auch du nicht existieren, wusstest du das? Du hast dir somit dein eigenes Grab geschaufelt, auch wenn du der Erde dann gnädiger Weise einen Schubs des Wiederantriebs verpasst hast, ist sie doch aus dem Ruder geraten, besonders für dich. Also bedenke, mein Freund, was du tust, immer! Denn das Gute wie das Schlechte, es kommt alles zurück! Das Pech, und das Glück!

Dennoch vergeht kein Tag, andem ich nicht an dich denke. Ich frage mich wo du bist, und was du machst. Frage mich, ob du noch lachen kannst, so herzlich und echt, wie du mir dein Lachen schenktest. Oder hast du vielleicht verlernt wie man lacht? Ich könnte es dir nicht verdenken. Verschwendest du auch nur einen einzigsten Gedanken an mich? Immermal wieder erwische ich mich dabei wie ich dein Profil aufrufe, dann betrachte ich stundenlang dein Gesicht, ich zoome es ganz nah an mich heran, so nah dass ich deinen Mund beinahe berühren könnte, dich schmecken könnte und fühlen. Deine Augen, wie sie fast schon leer in die Kamera blicken, das ist die Stelle an der mir eine Gänsehaut über den Rücken fährt, weil die Augen mich genauso anblickten, als du sagtest ich solle mich nicht verlieben, in dich. Es ist zu spät. War es schon seit dem verdammten Fahrradunfall, und einmal mehr verfluche ich dich für deine Heldentat. Hättest du auch da nicht einfach selbstsüchtig handeln können? So wie in allem was daraufhin folgte? Du bist das allergrößte Arschloch in das ich mich je verlieben musste, und dafür hasse ich dich.

Ich hasse dich dafür, dass es mir trotzallem nicht egal ist, wie es dir jetzt geht. Und ich hasse dich dafür, dass du mich einfach so hast stehen lassen, vor meiner eigenen Tür, die ich vor deiner Nase zuschlug, um mich zu schützen.

Damals wollte ich dass du bleibst.

Heute möchte ich dass du gehst. Verschwinde!  Aus meinem Kopf! Aus meinem Herzen! Du hast dadrin nichts verloren.

©Netti

 

 

Nutella taugt mehr als Nussetti!

Es gibt so Tage da steht der Körper unter Dauerstrom, auch die Seele wirkt angespannt und hochsensibel. Man kommt einfach nicht zum Runterfahren. Stattdessen trägt man diese Daueranspannung tagelang mit sich herum, selbst zum Luft holen bleibt wenig Zeit. Doch irgendwann, meist dann wenn es ruhiger wird, der Stress nachlässt, fällt die Anspannung von einem ab.

Dir war nicht bewusst in welchem Ausmaß dies von statten geht. So also sitzt du auf der Couch, die Knochen knirschen, sie sind dabei sich von all den Strapazen zu erholen, die letzten Tage wurde ihnen zu viel zugemutet. Doch auch das Hirn stand unter ständigem Druck. Du greifst also zu deiner WordPress App. Zum Runterfahren. Abschalten. Du schaust dir neue Beiträge an, wunderschön. Du likest hier und da und kommentierst einige der so tollen Beiträge. Plötzlich ein ‚Gefällt mir‘ auf einem deiner Beiträge über ihn, den Fotografen und dich. Du wunderst dich über den Like und fragst dich, was es war, welches Geschehen in dem Beitrag von dir berichtet wurde. Also liest du.. und liest und liest. Einen Beitrag. Und noch einen. Und plötzlich durchlebst du all den Schmerz, all die Erinnerung noch einmal. Plötzlich steckst du wieder in dem Silvesterabend fest, mit all der Übelkeit und dem Schmerz, der Trauer und dem Verlust, und du weinst erneute Tränen, denn die Beschreibung der Tränen die du an diesem Tag weintest,  sind so authentisch, dass sie dich die Trauer und Angst erneut durchleben lassen. Plötzlich empfindest du genau dieses Gefühl, dass du zu dem Zeitpunkt empfunden hast, dir schnürt sich die Brust zu und du musst aufpassen nicht schon wieder zu hyperventilieren. Erneute Trauer durchfährt dich, weil dir bewusst wird, dass es die Angst vor der Beisetzung war, die Angst vor dem, wie es weiter gehen wird, ohne deinen Papa, die Angst davor, den Fotografen endgültig zu verlieren, auch ihn. Deine Tränen die dir erneut über die Wangen rinnen, werden ergänzt durch ein neues Gefühl. Die Bestätigung der Angst und das Gefühl noch jemanden sehr wichtiges, neben Papa, in deinem Leben nun verloren zu haben. Ihn, den Fotografen. Es ist, als ist auch er gestorben. Ein zweites Mal durchlebst du den SilvesterAbend, all die Erinnerungen so present, sie werden niemals in dein Unterbewusstsein durchdringen, denn du rufst sie immer wieder hervor, manchmal sogar unwissentlich. Dir ist bewusst, dass dieser Mann ein jener sein wird, welcher dich niemals gedanklich ganz verlassen wird, du wirst ihn niemals wirklich loslassen können, selbst wenn du wolltest, denn er hat dich in dieser so schweren Zeit begleitet- zu ebendiesem Tag, der SilvesterNacht, die erste seit Jahren, die du nicht allein verbrachtest, sondern mit ihm. Erschreckend realisierst du, wieviele Tränen der Trauer du über ihn noch nicht ausgeweint hast, da ist noch so viel, du hast sie alle abgewiesen, als sie sich ankündigten und hast sie weggeschickt, wolltest einfach nichts von ihnen wissen, denn irgendwann ist auch einfach genug. Aber wann es genug ist, das bestimmst nicht du, sondern dein Empfinden, und das sagt dir, dass du es zulassen musst. Du magst dieses Gefühl jedoch nicht, möchtest es am liebsten anschreien und fertig machen, in tausenden Kleinteilen zerfetzen, wie es das wagen kann, einfach so aufzutauchen und alles hervorzurühren. Kann dich doch kalt lassen, was da geschrieben steht. Hast schließlich nur du geschrieben, sind doch nur irgendwelche Momente, die du mal aufgeschrieben hast. Dir war nicht mehr ganz so klar, was du alles verfasst hast, welche Arten von Gefühl du in die Texte gestopft hast. Dass es gar so viele sind, so viele auf einmal, erschreckt dich ungemein und du hast Angst, noch mehr davon herauszulassen. Zum Ersten Mal bist du richtig schockiert von den Gefühlen, die in dir schlummern. Sie machen dir Angst, denn sie drengen dich in eine dunkle Ecke, umgeben von weißlich schimmernden Spinnen mit einem ekelhaft, fetten Kullerbauch.

Dir fehlt dieser Mensch. Dir fehlt seine so positive Art, wo er doch so viel negativ in sich herum trägt, es ist eigentlich echt bemerkenswert. Dir fehlt seine ruhige Art, seine Ausstrahlung. Seine lässige, UNGLAUBLICH humorvolle Art. Dir fehlt seine Stimme, du hast sie so sehr geliebt, und auch das Stottern. Es gehörte nun einmal zu ihm. Dir fehlt sein unglaublich liebevolles, sensibles, feinfühliges und einfühlsames Wesen. Das Wesen, die Person, welche sich dir zeigte. Am 31. Dezember 2015 in der Nacht zum 01.01.2016. Neujahr!

Warum nur darf ich dich niemals mehr wieder sehen? Warum?????


©Netti

 

 

Nummer 27. 3/3

Antwort-Nachricht via WhatsApp an ihn, den Fotografen!

  • Prinzipiell sehr gern, aber ich werds leider nicht schaffen, bin morgen bei meinem Dad! Sorry..
  • Das ist nicht morgen.
  • Oh. Dachte schon morgen?
  • Nein.
  • Kann dich leider trotzdem nicht begleiten.
  • Na okay. Schade.

Mist! Das war nicht der Plan. Hättest du mal doch Nummer 10* geschickt.

Wie sehr schade er das tatsächlich finden wird, dich nicht dabei zu haben, wirst du wohl nie erfahren. Aber das ist ganz gut, so kann er sich mal fragen warum du wohl keine Zeit hast. Vielleicht stellt sich bei ihm ja sowas wie ein Gefühl des „Vermissens“ ein. Du hast alles richtig gemacht, es wäre falsch mit ihm dahin zugehen, obwohl du dir nichts sehnlicher gewünscht hast, als einen schönen Abend mit ihm zu verbringen. Auch wenn deine Entscheidung einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, bist du dir sicher, dass es nicht gut gewesen wäre, nur ihm zuliebe mitzugehen. Du bist dir sicher, dass es einfach gar nicht gut gewesen wäre, ihm noch näher zu sein, indem ihr gemeinsam lacht. Miteinander. 

Dein Gefühl sagt dir, dass dieser Abend in einer Katastrophe enden würde. Wahrscheinlich eher für dich, als für ihn. Denn du erhoffst dir nicht nur einen Zeitvertreib, sondern einen Abend, den du niemals vergisst. Durch Unmengen Gefühl aus Momenten der Nähe.

  • Gemeinsam Lachen
  • Intensiver Blickkontakt
  • Zufällige Berührungen, welche ihn elektrisieren

Der Wunsch danach endlich als das anerkannt zu werden was du tatsächlich bist, ein Wesen mit Herz und Verstand, ist einfach zu groß, als dass du einem Abend mit ihm, gleichgültig und emotionslos, entgegenblicken könntest.


*dazugehöriger Text in folgendem Beitrag zu erlesen: Sorry, man!

© Netti

Der, der du bist, bist du.

Es ist spannend immer wieder neu zu entdecken, wer wir wirklich sind, in uns reinzuhorchen, zu denken, zu fühlen, und demnach auch so zu handeln. Erst durch dein Denken weißt du wer du bist, durch dein Handeln verfestigst du dein Sein. Und dein Fühlen verrät, was du bist. Und Warum. Ob du bleiben möchtest, der du bist oder nicht, und etwas änderst. Doch egal, wie du dich entscheidest. Egal, was du sein möchtest. Sei einfach du selbst. Und bleibe es auch.


Zum Schluss wurde mir die Ehre zuteil, einmal mehr ein paar Fragen im Zuge des Liebsten Awards beantworten zu dürfen. Nominiert hat mich die liebe christina d.  Ich folge ihr erst seit einer kurzen Zeit, aber ihre Texte sind sehr gefühlvoll und regen zum Nachdenken an, was ich sehr, sehr mag.

Die Regeln kennt ja inzwischen sicher jeder schon. Ich werde wieder auf weitere Nominierungen verzichten, die Fragen aber sehr gern beantworten…

1. Eine leere Seite, ein weißes Blatt Papier vor dir. Was stellst du damit an?

Worte, Zeilen, Verse, Gedichte. Ganz eindeutig.

Doch…

Wenn mir mal keine Worte einfallen wollen, die das weiße Blatt Papier zieren, sind es wohl Striche, Formen, Muster, Skizzen, welche meiner Fantasie, dem Kopf entspringen.

2. Was treibt dich an, was aktiviert deine Lebenskraft?

Das Wort in Schrift, und auch die Sprache an sich, denn sonst gäbe es die Bücher nicht. Was mich antreibt ist das Ziel, was mir vor Augen liegt. Die Natur und alle meine Liebsten um mich herum, ohne die ich längst nicht wäre, was ich heute bin. Vielen Dank dafür.

3. Tee oder Kaffee, Hund oder Katze, Meer oder Berge…-muss man sich wirklich entscheiden? Was sagst du dazu?

Leider besteht das Leben nun einmal aus Entscheidungen. Immer. Entweder oder. Man kann nicht alles haben im Leben, auch wenn das vieles manchmal erleichtern würde.

4. Welches Wetter magst du am liebsten und warum?

Sonne, Strand und Mee(h)r! Ganz klar: Den Sommer. Was wohl daran liegt, dass ich ein geborenes Sommerkind bin. Wasser, mein Element. Sonne mein Anker. Wärme meine Kraft.

5. Vergänglichkeit, was bedeutet sie für dich und wie gehst du mit ihr um?

„Leider ist alles im Leben vergänglich“, und das ist es wohl. Da müssen wir alle durch. Immer und immer wieder im Leben muss man diese Erfahrung durchleben. Manchmal schwieriger anzunehmen, als gedacht. Nicht immer eine einfache Angelegenheit, aber was ist das schon, heutzutage!? Ich persönlich setze mich gerade intensiv mit dem Thema auseinander, versuche zu verstehen, und einen Umgang zu finden, der das Leben, was noch bevorsteht etwas weniger traurig macht. Ein restliches Leben zu führen, ohne dass man zugrunde geht, an dem Lauf der Dinge.

6. Was bedeutet schreiben für dich?

Schreiben ist mein Leben. Etwas worin ich mich gefühlt ausdrücken kann. Sowohl mit Herz, als auch Verstand. Ich bin dankbar für meine Sprache, ohne die es das Schreiben gar nicht erst gäbe. Eine tolle Erfindung. Lach.

7. Dein erster Blogeintrag- was waren Deine Gefühle und Erwartungen?

Mein erster Eintrag- in etwa 7 Jahre her, eine schwierige Zeit, mit schwierigen Themen. Durchwachsene Gefühle. Trauer, Verlust, Einsamkeit. Erwartungen hatte ich keine, wobei ich damals nur noch Hoffen konnte, darauf, Verstanden zu werden, wenn auch nur von meinen damals treuesten Lesern, welche mir immer eine wahnsinns Kraft gaben, wofür ich noch heute sehr, sehr dankbar bin.

8. Glaubst du an ein Schicksal?

Mittlerweile nicht mehr, nein.

9. Welchen Einfluss hat Kunst auf dein Leben?

Kunst spielt eine sehr große Rolle, denn ohne die Kunst kann man sich nicht frei entfalten. In jedem von uns steckt ein Künstler, egal in welcher Hinsicht. Es ist eine Kunst zu überleben, in einer Welt, wo so viel Schmerz und Leid herrscht. Eine Kunst zu Sein, und das noch mit Liebe und Leidenschaft, egal was. Eine Kunst niemals nicht aufzugeben. Dich und die Anderen.

10. Gibt es ein Buch/einen Text, der dein Leben beeinflusst hat und den du gerne weiterempfehlen würdest? Wenn ja welches/welcher?

Frances Hodgson Burnett

„Der geheime Garten“

Ein Klassiker, welchen ich leider erst viel zu spät zur Hand nahm. Dennoch bin ich gerührt von der unglaublichen Liebenswürdigkeit dieses Buches, erstaunt über so viel Leben, und entzückt über so eine tolle Botschaft, etwas was heutzutage viel zu selten übermittelt wird. Kinder sollten mehr solcher Bücher lesen, schon in jungen Jahren, generell mehr Bücher in die Hand nehmen, als Smartphones. Ich bereue, dieses Buch noch nicht sehr viel früher gelesen zu haben, denn die Botschaft dahinter ist keine andere als: Niemals aufzugeben, sich selbst und Andere, an das Gute zu glauben, darauf zu hoffen, und all das Schöne zu sehen. Trotz dass im Leben Wachsen und Vergehen existiert, immer eine positive Lebenseinstellung zu haben. Wunderschön. Berührend. Echt.

11. Wenn du für einen Tag eine Tarnkappe hättest, die dich unsichtbar macht, was würdest du tun?

Waaaah. Das ist ja spannend. Was für eine tolle Vorstellung. Da weiß ich ja gar nicht wo ich anfangen würde. Zuallererst würde ich wohl zu ihm, den Fotografen schleichen und schauen wie so ein Tag ausschaut, für ihn und generell für ihn, als Mann. Ich würde Menschen die jemals arschig zu mir waren einen Besuch abstatten und gruselige Dinge tun, damit sie sich einkackern vor Angst, denn sie können mich ja nicht sehen hahaa. Und ich würde Leben retten, oder zumindest die Vorstufe davon, also gute Dinge tun, welche die ich mich in echt vielleicht nicht trauen würde, eben weil ich sichtbar bin. Und gehemmt. Sozusagen wäre ich ein Geist, ein Guter. Und würde schauen, wie es ist, als solcher zu existieren.

© Netti