HerzSchweigen 2/2

Das Mädchen fror nach wie vor, es war ihr so kalt ums Herz, dass auch ihre Tränen an der eisigen Luft zu frieren begannen, und es entstanden gefrorene Rinnsale aus eisigem Salzwasser. Sie sehnte sich so sehr nach Wärme und Glück, dass sie fast schon nicht mehr wusste wie sie noch weiter machen sollte, mit dem Glauben in dieser Welt, die für sie nur aus Kälte bestand.

Sie fragte sich, wie das all die Anderen machten, das Lieben und Verlieben und Zusammenwachsen, kannten die denn alle gar keine Ängste!? Gab es denn bei denen so etwas gar nicht? 

Existierte das etwa nur in ihrer Welt!? Das Einzigste was bei ihr zusammenwuchs waren all die teilzersplitterten Ängste, die sich mit der Zeit die verstrich, immer mehr zu manifestieren schienen. Wie gern würde sie darauf scheißen auf all diese hirnrissigen Ängste. Aber das war nicht so leicht, denn ihre Gedanken mischten mit. 

So gab es nicht nur das Herz mit dem Bauchgefühl, sondern auch die Gedanken, die wie scharfe Pfeile um sich schossen. Sie verfehlten das Herz, denn das war ja zerschrumpelt, eine  ekelhafte Rosine, alt und verbraucht. 

>>Hör‘ auf dein Herz!<<

Sagten die Leute, als das Mädchen wieder einmal nach der Liebe fragte.

>>Dein Bauchgefühl wird dir sagen was richtig ist, was falsch.<<

Wieder konnte sie all das Geschwätz nicht begreifen. Ihr Herz verdorrt vor Kälte. Alles Narren. Dumme Menschen, vor Liebe erblindet.

Und das Bauchgefühl!? Was sollte das sein, wo doch das Herz nicht im Bauche lag, wohl aber unter ihrer Brust schlug, schlagen sollte, denn die Frequenzen des Herzens nahm sie nun kaum mehr wahr. 

Das Mädchen verzweifelte beinahe und zerbrach sich den Kopf, obwohl ihr Verstand sich dagegen zu wehren versuchte. Niemand dachte so blödsinnige Sachen wie sie.

Also setzte sie sich in die Bahn und fuhr einfach los, egal wohin, sie hielt es einfach nicht mehr aus in ihrem Kopf, das Mädchen flüchtete vor ihren Gedanken. Vor der Kälte aus ihrem Herzen.

Ein Schrei ließ sie aufschrecken, sie musste eingeschlafen sein, die Bahn fuhr nicht mehr, komisch sie stand an einem Waldrand. Es dämmerte bereits. 

Das Mädchen hob ihren Kopf und schaute nach rechts. Sie blickte in den Lauf einer Waffe. Das wäre die Stelle an der ihr Herz hätte aufhören müssen zu schlagen, man sagte dann >>ihr rutschte das Herz in die Hose<<, aber bei ihr rutschte gar nichts, sie spürte es nicht einmal mehr schlagen. Vielleicht war sie bereits tot.

Als sie den Knall hörte und Blut floss erschrak sie zwar, aber sie wusste einfach nicht wessen Blut das war, und was das hier alles gerade sollte, während ihr Körper einfach in sich zusammensackte.

©Netti

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9 Gedanken zu “HerzSchweigen 2/2

  1. liebe netti, vielleicht ist es zu spät für dieses mädchen, doch nicht für alle anderen. ängste sind gemein, sie zerfressen einen von innen. kennst du das gesetz der resonanz? wenn du angst hast, ziehst du angst an.Gleich und gleich gesellt sich gern, sagte man wohl früher dazu.
    man sollte sich fragen, woher angst kommt, was sie auslöst, warum sie da ist. wenn man sie kennt und versteht, lernt man mit ihr umzugehen, dann beherrscht sie einen nicht mehr und an ihre stelle kann etwas anderes treten.

    das layout mag ich auch 😉

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    1. Ja, das kenn ich liebe Paleica,- ich kenne es unter dem Begriff „Gesetz der Anziehung „. Das Mädchen hat aufgegeben, alle Anderen besitzen noch Glaube und Mut, weniger Angst.
      Das Mädchen kann einem schon irgendwie Leid tun. Denn sie macht alles an der Liebe fest, die sie nicht begreift. Und deshalb flieht sie vor den Gedanken und der Angst, ohne sich zu stellen.
      Augenroll. Dummes Ding.

      Danke Paleica. Ich freu mich so sehr dich regelmäßig hier zu lesen! 🙃Ich bin so stolz. Auf das was wir hier sind. Eine unterstützende Bloggergemeinde, Halt gebend und Glück bringend. Danke dafür!❤️

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      1. Nach deinen Zeilen könnte ich vermuten dass du bereits 11 Minuaten von Paulo Coelho gelesen hast – aber ich bin mir sicher dass hast du nicht (-; Ambivalenz, sie gibt es – sie darf es geben und sie wird es geben. Du solltest es lesen. Lass dich von nichts und niemandem aufhalten und hör auf dein größter Feind zu sein. Alles Liebe, S.

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  2. „eine kleine insel der seligen“ – besser kann man es wohl nicht ausdrücken… Es ist imemr wieder so schön Deine Gedanken zu lesen, Deine Geschichten. Und da ist es egal ob es die positiven oder negativen sind, die realen oder die fiktiven… Es ist immer wieder ein Zugang in Dein Innenleben, das ist schön!!

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  3. „Gefühle sind heutzutage auch nur noch was für ganz Mutige.“
    Keine Ahnung, wer das gesagt hat, aber fiel mir dazu jetzt ein.
    Und Liebe ist weder etwas, was man „verstehen“ muss, noch wovor man Angst haben muss…

    Trotzdem, mal wieder eine verdammt gute Geschichte, ich bin einfach nur beeindruckt 🙂

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