Scheißpille, du hast mein Hirn geklaut.

Jawohl! Ich hab sie herbeigewünscht, die Stille, in meinem Kopf. Nun ist sie da. Sind sie da, die Nebenwirkungen, die auch das Schreiben blockieren. Leute, es tut mir Leid. Derzeit kann ich nur mit Schweigen dienen, denn ich kann sie nicht mehr finden, die Worte, welche sich sonst so leicht aus den Händen schütteln ließen, und drauf aufs Papier, einfach niedergeschrieben. Immermal wieder teste ich, probiere, fluche, könnte kotzen. Mein Hirn produziert nur noch Bullshit. Ob es an den Tabletten liegt? Diese kleinen Mistdinger, die alles Andere ein bisschen okayer macht.

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Trotz allem was kommen wird.

Er ist mein persönlicher Teddybär. Er ist der, in den ich mich verliebt habe. Er ist der, der mir Mut gibt und Kraft. 

Ich bin aufgeregt und angetrunken und ich klingel und warte bis er durch die Freisprechanlage spricht, und der Summer ertönt. Wie immer fahre ich Fahrstuhl, denn auf Treppe habe ich keine Lust, dann bin ich wieder so rot wenn ich oben ankomme. Er wartet diesmal an der Tür, aber das sehe ich erst später, mein Kopf ist auf den Boden geneigt. „Kuhl, ist das Geld!?“, denke ich und sage es auch. Mein Blick fixiert ein gefaltetes Stück Papier auf dem Flurteppich. Dieser Flur besitzt tatsächlich einen roten Teppich. Ein Lacher aus meinem Mund und auch aus seinem. Der Teppichboden gibt dann doch keinen Lottogewinn her, sondern nur benutzte Fahrkarten. Zu dumm. Nun stehe ich ihm gegenüber und ich könnte schmelzen, zerschmelzen und sterben. Er fehlt mir so! Diese Augen. Dieser Blick. Er ist geknickt, wirkt sehr, sehr traurig. Ich gebe ihm das Shirt, sein Shirt und sage: „Hier, Dein Shirt.“ Er nimmt es und gibt mir mein Massageöl. Wir halten nun die Sachen in den Händen, die als Vorwand dienen, damit man sich bitte nochmal sieht. Er braucht das blöde Shirt nicht mehr. Auch ich brauche das Öl nicht mehr. „Magst du noch bleiben? Also… wenn du magst?“, er schaut hoffend und wartet auf meine Reaktion. Ich weiß es wie immer nicht. „Ich weiß es nicht. Ich wollt nur kurz..“ Doch eigentlich weiß ich es. Alles in mir schreit: JA, JA, JA! Ich möchte seine Nähe, sein Lachen, seinen Duft, ihn. Wir stehen uns hilflos gegenüber. >Sag was! Mach was!“<, denke ich und möchte ihn am Liebsten schlagen. Wo ist die Musik die so schnulzig Halleluja schreit, wo ist der Konfettiregen aus glitternen Herzchen, wo ist der Mann der einfach macht, ohne zu denken. Er nimmt mich in die Arme, hält mich ganz fest, beinahe bleibt mir die Luft weg zum Atmen, ich muss blinzeln, denn in meinen Augen sammeln sich Tränen. Mein Herz ist zugeschnürt so wie der Hals, ich spüre den Kloß und einen Schluchzer, den ich mühsam unterdrücke.

„Also ähm. Wenn du bisschen Sekt hast, bleib ich noch.“, jetzt lache ich doof.

„Natürlich.“, er freut sich sichtlich. Erleichtert läuft er los den Sekt holen.

Wir trinken nur ein Piccolöchen, den teilen wir uns und wir stoßen an auf was auch immer, und ich trinke, sitze ihm gegenüber und schwitze und friere, alles zusammen, es könnten noch zwei weitere Menschen zwischen uns sitzen, oder drei, so groß ist der Abstand zwischen ihm und mir, obwohl ich mir nichts sehnlicher wünsche als ihn ein letztes Mal zu berühren. 

Wir führen Smalltalk und er berichtet kurz von seinen Vorbereitungen. Er fragt wie es mir geht, aber ich wiegele ab, er soll gechillt nach Amerika fliegen, es ist mein Problem, soll nicht zu seinem werden. 

Er streichelt mich, sucht meine Nähe, streichelt mein Gesicht, schaut mir tief in meine Seele: „Wie geht es dir? Bitte sag es mir.“ Er umarmt mich, als er sieht dass ich meine Tränen nicht mehr halten kann, ich schluchze und weine Tränen. So viele davon. Auch in seinen Augen glitzert es. Er nimmt mich in den Arm und wir halten uns fest. So fest, so fest. Am Liebsten möchte ich ihn nie wieder los lassen, aber ich muss. Ich lasse ihn los und bitte ihn mir zu folgen, ich möchte ihm gern was sagen. Ich bin krank geschrieben, schon eine Weile. Und er sollte erfahren was mit mir los ist. Dass ich kein gebrochenes Bein habe, das kann er ja sehen.

Wir sitzen auf dem Balkon und schauen in den Sternenhimmel, während ich Tränen und Schmerz in den Himmel puste. Dann beginne ich zu erzählen. Er nimmt mich in den Arm, hört mir zu und macht mir Mut. Er hat vollstes Verständnis und er ist das was ich mir schon immer gewünscht habe, ein Mann der mir zuhört, ein Mann der mich begehrt, ein Mann der meine Schwächen sieht und damit umgehen kann. Ein Mann der fühlt und es auch zeigen kann. Ich berichte ihm den Großteil der mich bewegt, und ich erzähle ihm mein Vorhaben. Meine Entscheidung die ich treffen musste. Für mich. Ich treffe auf sein vollstes Verständnis. „Das schaffst du. Du bist doch so stark!!“

Wir schauen den stummen TV-Bildschirm an und hören nebenbei Musik. Er sucht meine Nähe, doch ich kann mich ihm nicht öffnen, bin krampfig und verletzbar. Er streichelt meinen Rücken, meine Hände, küsst meinen Nacken und streichelt mein Gesicht, wischt die Tropfen weg, die heiß zu Boden perlen. Er schaut mir in die Augen, fragt: „Darf ich dich küssen, bitte?“ Wir küssen uns zwischen den Tränen, die meinen Mund benetzen und wir schmecken eine salzige Mischung aus Hoffnung und Glaube. Ich glaube, jetzt gerade glaube ich, dass das nur echt sein kann, und bleiben wird, egal wie alles ausgeht. Er fragt ob er mich massieren darf, er möchte mir so gern etwas Gutes tun. Nach meiner Zustimmung holt er das Massageöl und ich ziehe mir das Oberteil über den Kopf. Seine langen Finger streichen über meinen kleinen Rücken. Er streichelt mich, und verteilt das warm duftende Öl auf meinem Rücken. Seine Hände kneten kräftige Massagebewegungen und lassen mich für einen Bruchteil vergessen. Sorgen, Anspannungen Ängste, ich kann mich locker machen. Kurz abschalten. Er küsst mich und verteilt am ganzen Körper einen kleinen Wärmehauch. Er küsst meine Wange, meinen Hals, mich. Ich richte mich auf, küsse ihn gierig und heiß, während mich inniges Verlangen durchströmt. Ich setze mich auf ihn und er hebt mich an und hoch, trägt mich küssend ins Schlafzimmer und setzt mich sorgsam ab: „Bitte versuch zu entspannen.“ Er macht mich soso glücklich.

Noch als ich ihn leicht stöhnend auf mir spüre, und er mich überall mit Küssen bedeckt, weil auch ich ihn soso glücklich mache, fange ich an mit Beben, denn ein Schluchzer den ich nun nicht länger unterdrücken kann, verlässt meinen Mund. Ich zittere und schluchze und weine und entschuldige mich dafür. Ich weine während er auf mir liegt und er streichelt mein Gesicht, küsst mich auf den Mund, auf die Wange und auf den Kopf immer und immer wieder, so lange bis die Tränen verebben. Er umarmt mich lange während wir uns schweigend in den Armen liegen, damit mein Herz und mein Puls sich wieder beruhigen kann.

Er zwingt mich zum Essen und ich sehe seine lauten Gedanken die aber nicht sprechen zu mir, sondern schweigen. Sein Blick geht ins Leere. „Was denkst du jetzt von mir?“, möchte ich am Liebsten fragen, „Hältst du mich für bekloppt?“

Ich ziehe mich an und mache mich bereit für den Abschied, einen Abschied für immer? Wir stehen uns gegenüber, nur halb lächelnd und ich frage: „Meldest du dich wenn du wieder zurück in Deutschland bist?“ Er schaut mich an, verwirrt, geschockt, traurig. „Natürlich melde ich mich!“, er schweigt kurz, fügt an: „Ich melde mich auch schon früher, wenn du magst, wenn das okay für dich ist!?“

„Ich weiß nicht.“, sage ich, weil ich es einfach nicht weiß. „Ich meld mich morgen!“, sagt er und ich nicke und möchte gern daran glauben.

„Du schaffst das. WIR schaffen das.“, korrigiert er und betont das wir. Dann küsst er mich auf den Mund.

Das verstehe ich nicht. Aber ich habe auch keine Kraft mehr um zu  fragen und zu verstehen. Ich habe überhaupt gar keine Kraft mehr. Ich bin ausgebrannt und kann zum ersten Mal Menschen nachempfinden, die es auch sind, ich kann fühlen dass das Fühlen zur Qual wird und das Denken einen Punkt erreicht an dem es kein Vor gibt, und kein Zurück.

Es liegt jetzt an mir Stärke zu beweisen. Und zu kämpfen. Auch wenn es harte Arbeit wird. Verdammt hart.

©Thomas Woischnig/Bild

Mein herzlicher Dank geht an Thomas Woischnig, für die Nutzungserlaubnis seiner Fotografie.

©Netti/Text  

Mal wieder nur ein Schmerz der bleibt. 

Weil Worte verlogene Schweine sind. 

Manchmal ist man gezwungen. Gezwungen los zu lassen. Gezwungen zu vergessen. Da ist der Schutzwall den du mühevoll hast zerfallen lassen, einfach weg. Der ist weg denn du spürst da plötzlich wieder das was du eigentlich meiden wolltest. Schmerz. 

>>Bevor du etwas bekommst musst du auch immer erstmal etwas geben.<<, sagt deine Freundin zu dir, als du ihr alles erzählst. Alles was war und ist, zwischen ihm und dir.

Sie kennt dich. Sie weiß wie du bist. Dass du gern viel hättest, selber aber kaum geben kannst, nicht weil du nicht willst, sondern weil du nicht kannst. Oftmals verstecktest du dich in deinem Panzer um sicher zu sein, vor dem Schmerz der folgen könnte.

Was aber wenn du nun gegeben hast. Zu viel Gefühl. Zu viel Hoffnung. Wenn du gegeben hast ohne zu bekommen, weil dein Instinkt dir sagte da stimmt was nicht. Aber was. Was stimmt denn nicht mit dem!? Wie also ist es möglich den Schutzwall wieder aufzubauen, die Mauer die du dir einst so akkurat und sorgfältig aufgestellt hast!? Und wie oft muss man immer wieder von vorne beginnen? Wie oft muss man tatsächlich geben um auch zu bekommen!? Vertrauen. Glaube. Liebe.

Gerade ist da keine Hoffnung nur der Schmerz der dir sagt dass du einfach nicht genug bist. Nicht genug um den Kontakt aufrecht zu erhalten. Nicht genug vielleicht sogar treu zu sein. 
Nachrichten wieder nur Nachrichten. Wischiwaschi. Schwammige Aussagen. Kein Ich mag dich. Kein Lass es uns wenigstens versuchen. Zu feige?

Kein Gefühl mehr intensivieren. Sagt er.

Aus Angst dass das Vermissen umso größer wird.

Nichts mehr aufbauen.

Nur die Couch und DVDs zum schauen. Quasi, so verstehst du diesen Wischiwaschi Text.

Film schauen.

Kontakt über das Jahr eher nicht. Zur Beziehung nicht bereit. All das liest du aus dieser schwammigen Mitteilung heraus.

Es kommt dir komisch vor. Es klingt zu sehr als komme ihm Amerika gerade sehr gelegen. Eine gute Ausrede. Kontaktabbruch erst wenn er fährt das möchtest du nicht. Das kannst du nicht. Selbst das zu schmerzhaft. Du musst es zerschneiden das Band was dich an ihn zu halten suchte. Und du musst aufhören immer Dinge schönzureden. Wenn Cut dann Cut sofort. Findest du.

Denn schön ist nur das Vergessen, was den Schmerz in Luft auflöst. Wenn es denn gelingt.

Adé. Sagen die Leute.

 Adé. Sagt die Zeit, und das Jahr was gar nicht schnell vergehen wird. 

Denn du wirst denken hier und da, nur an ihn. 

©Netti

Matschepampe, welche sich im Hirn verteilt. Großflächig und laut.

Manchmal könntest du den ganzen Tag nur durchschlafen,  wenn du könntest, so wie heute, aber meistens kannst du nicht. Du würdest dich hinein legen in dein flauschig weiches Bett, weil du so müde bist, dein Kopf schwammig im Denken und Empfinden und du würdest die Augen schließen….

Du bemerkst: Es ist dunkel um dich herum obwohl es hell ist. Du verschläfst die 24h weil dieser Tag so gar nichts mit sich bringt, außer  ein Kopf voll schwammiges Dahinschwimmen in einem Meer voller Unverständnis gegenüber allem was war und ist. Im Schlaf musst du nicht verstehen, weil du nur schläfst, sodass sich diese bleierne Schwere in dir loslösen kann, denn im Schlaf bist du schwerelos und gleitest dahin in einen traumlosen Zustand, der dich wieder zusammensetzt und stärkt. 1440 Minuten lang sind deine Augen geschlossen. 86400 Sekunden lang träumst du einen traumlosen Schlaf indem du einfach mal nichts denken musst und nichts machen. Du liegst nur, atmest und lebst, vielleicht schnarchst du mal kurz, oder du sabberst ohne es zu bemerken, vielleicht lächelst du auch im Schlaf, aber nicht weil du träumst, sondern weil du dich wohl fühlst im Nichtdenken müssen. Und dann, wenn du deine Augen wieder aufmachst, dann hoffst du dass vielleicht alles nur ein böser Traum war, aus dem du soeben erwachst.

©Netti

Prasselnd und peitschend.

Müde. So müde. Schwache Augen. Müde Lider. Möchtest schlafen, ruhen, träumen. Unruhe in dir drin. Gedanken die peitschen, wie der Regen an das Fenster. Prasselnd. Laut. Zu laut zum überhören. Du wirst umzingelt, kannst nicht ausweichen. Der Regen hat dich. Nun tobt der Sturm, rüttelt an dem Fenster, Türen klappern. Regen dringt durch die geöffneten Fenster, Pfützen bilden sich. Deine Beine aus dem Bett geschwungen, hinterlässt du Tapsen auf dem Parkett. Fußabdrücke. Nass. Kalt. Deine Zähne schlagen bibbernd aufeinander. Klapp. Klapp. Du schließt alle Türen, alle Fenster und gehst zurück zum Bett. Legst dich hinein. Deckst dich zu. Kuschelst dich ein in das flauschige Federbett. Licht aus. Augen zu. Der Regen hört auf zu prasseln. Der Wind hört auf zu peitschen. Du sinkst hinein ins Traumland. Donnergrollen aus der Ferne in deinem Kopf.

©Netti

Die Distanz der Nähe.

Es ist spät. Vielleicht sogar nach Mitternacht. Du liegst auf der Couch. Noah sitzt neben dir. Gelangweilt von dem Twilight Film fällst du in einen traumlosen Schlaf. Nichts bekommst du mehr mit.

Er scheint die Chance zu nutzen, berührt dich, streichelt dich. Am Rücken von oben nach unten die Wirbelsäule entlang und fährt mit dem Finger den Bund der Hose nach, ganz sacht.
Dann wirst du wach. Geschockt reißt du die Augen auf, was er ja nicht sehen kann und hältst die Luft an. Eigentlich ist es ja schön. Du genießt es sehr. Er ist so zärtlich. Und ein paar Streicheleinheiten würden ja nichts bedeuten. Irgendwann döst du wieder weg und du wachst erst wieder auf, als du seine Hände auf deiner Brust spürst. Er liegt hinter dir, du vor ihm. Der Film ist längst zu Ende und es ist dunkel. Nur das Flimmern des Fernsehkastens und zwei klopfende Herzen, die im Takt zueinander schlagen. Er berührt dich weiterhin am Bauch, tastet sich zu deinen Brüsten vor, berührt sie sanft. Er knetet sie leicht und stöhnt. Es macht Lust auf mehr, mehr, mehr. Er stöhnt dir in dein Ohr, presst seinen Körper an den deinen. Ihr werdet wild und hektisch. Noah zieht dir die Hose ruckartig aus. Reißt dir deine Jacke von dem Körper.
Jetzt trägst du nur noch Slip und Shirt. Er selbst ist noch vollständig bekleidet. Als du so entkleidet bist, deine Nacktheit spürst, gehen dir plötzlich tausend Gedanken durch den Kopf. Sie wirbeln um dich herum und kommen nicht zum Stillstand. Du kannst sie nicht halten, schon gar nicht verdrengen. Du denkst alles und nichts. Der Genuss und die Lust weicht über in Panik. Es passiert genau, was du nicht erreichen willst.

Denn was du willst ist eine ganz normale Freundschaft zwischen Mann und Frau. Glaubst du. Ärgerlich versuchst du abzuschalten und Spaß zu haben, loszulassen, doch es gelingt dir nicht. Noah versucht dich zu küssen, aber du drehst den Kopf weg.
Also wendet er sich deiner Gesichtshälfte zu, atmet in dein Ohr, erst leise, dann wird sein Stöhnen deutlicher, lauter und fordernder. Er drängt dich an die Lehne des Sofas, hält deine Hände über deinen Kopf fest umklammert und lässt dich nicht los. Seine Zunge umspielt dein Ohr und versinkt sich dann darin. In dir drin beginnt es zu pulsieren. Lustwellen umspielen dich und sein erigiertes Glied zuckt lustvoll an deinem Körper. Du beginnst zu zerschmelzen, doch gleichzeitig versuchst du dagegen anzukämpfen.

Dich zu wehren. Es ist ein Kampf mit deinem Inneren. Du reißt dich von ihm los und springst blitzschnell auf.
Einerseits willst du ihn spüren, andererseits willst du es nicht.
Was ist nur los mit dir????
Du verstehst nicht und auch er sieht dich mit seinem Hundeblick fragend an. Verwirrt, durcheinander, verletzt, wütend und enttäuscht.
Du bist den Tränen nahe und du weißt, dass er mehr möchte, mehr als nur körperliche Nähe, auch du sehnst dich in Wirklichkeit nach mehr, kannst es nur nicht fassen, nicht halten, möchtest es von dir schieben, ganz weit weg.

„Was ist denn jetzt mit dir los?“, er verlangt eine Antwort. Seine Augen hoffenden Ausdruckes.

„Es tut mir Leid! Ich kann nicht! Man, verdammt ich will keine Beziehung mit dir, begreif das doch mal!“ , schreist du ihm schluchzend ins Gesicht.

„Davon war doch jetzt gar nicht die Rede!“ ,schreit er zurück, „Mensch, lass dich doch einfach mal fallen! Lass dich gehen! Du willst es doch auch!!? Du hast es doch genossen, oder nicht!?“

Das ist dir alles schon wieder zu viel. Tränen rinnen dir über das Gesicht und du musst schluchzen. Du siehst ihn an. „Tut mir Leid, ich muss jetzt sofort hier weg!“ Du stürmst aus der Tür, schnappst deine Sachen im Flur und lässt ihn einfach so stehen. Die Haustür fällt krachend ins Schloss.

©Netti

Im Bett mit Modern Talking.

Die Einschlafprobeme packen dich am Kragen, während sich das einsam statt gemeinsam noch immer an deine Fersen heftet. Da ist niemand neben dir, der dich vom Schlafen abhält, denn das schaffst du schon ganz alleine. Niemand der dir eine gute Nacht wünscht, bevor du deine Augen schließt und in die Dunkelheit eines traumlosen Schlafes abdriftest. Da ist niemand, der am Morgen sanft deine Schulter küsst, um dich liebevoll zu wecken. Stattdessen blickst du wie so oft auf eine leere Seite deines Bettes, manchmal tastest du um dich, denn irgendwann muss doch da mal einer liegen, einer dem du deinen bohrenden Finger in den Rücken drücken kannst, geschlafen wird nur im Tod. Doch deine Hände greifen aufs Neue ins Leere. Wo ist das Augenpaar, dass dich aus müden Augen anblickt, während der Mund jedoch ein seliges Lächeln aufweist!? Wo ist die Spannung im Raum? Die Luft und die Liebe? Hier ist es stattdessen stickig drin. Es ist bereits Abend, auch wenn es draußen noch immer hell ist. Du reißt das Fenster auf um gierig Luft zu atmen. Gleichzeitig umgibt dich schrecklicher Lärm aus den Fenstern gegenüber. Your my Heart, your my Soul, oh mein Gott. Während du gezwungener Maßen den Tönen lauschst fragst du dich, wann es denn klingeln wird an deiner Tür, vor dem der Prinz steht mit seinem beschissenen Gaul, mit dem du einfach davon reiten könntest, weg aus dieser hirnlosen Wohn-Gegend. Man muss viele Frösche küssen, damit ein Frosch sich in einen Prinzen verwandeln kann, geküsst hast du oft in deinem Leben, doch ein Prinz ist nie draus geworden. Eher ein Zauberer, der dich dann manipulativ um den Finger zu wickeln versuchte. Doch du schlugst ihn mit seinen eigenen Künsten. Man muss sich nur zu helfen wissen.

©Netti