Die kleine Rotzpiepm und ihre magische Welt..

©Netti

Recht hat er, der liebe Belkor: Da hat sich die kleine Rotzpiepm mal ganz kurz aufgeregt. Nicht so sehr über die Nominierung für den Liebster Award (an dieser Stelle dank ich dir recht herzlich!), sondern über die Fragen, welche diese Nominierung mit sich bringen, ein wenig unsinnig ausgedacht, aber Belkor, nichts desto trotz: hier die Antworten, von weiteren Nominierungen  sehe ich allerdings ab, (zu sehr kettenbriefstilistisch) aber das kennt man ja bereits… Und los, auf in den Kampf, mit- wem sonst- Voldemort, natürlich!

 

 

(1.) Clash ofse Bösewichte :D! –   Darth Vader – Joker (Aus der Christopher Nolan Reihe) – Carnage – Lord Voldemort und Sauron haben sich nich mehr lieb (!!) und beginnen einen Kampf bis auf den Tot. Wer geht als Sieger heraus? Anmerkung: Das ist eine dieser typischen Belkor Fragen. :D!

Diese Frage ist leicht! Und ich weiß sogar eine Antwort drauf! Voldemort! Den fand ich cool. Auch wenn der böööse war, aber irgendwie hatte der was. Ihm sei es gegönnt. Darth Vader…Neeeee, nich so. Höchstens noch Joker. Auch cool, aber nein, ich bleibe dabei: „Der dessen Name nicht genannt werden darf!“ hehe.


(2.)Welcher Film hat eurer Meinung nach eine Fortsetzung verdient? – bzw. von welchem Film erhofft ihr das ein neuer Teil gedreht wird?

„Now you see me!“ Dieser Film ist einfach mein Lieblingsfilm! Ich liebe ihn einfach. Megaspannend, actionreich, magisch, alles in allem: sensationell. Und HUH! Es wird sogar eine Fortsetzung geben (und hey! Sogar mit Potter, wie kuhl!) nur: wann kommt die nochmal raus? Weiß das wer?


(3.) Wenn ihr die Chance hättet in einem Film eine Hauptrolle zu ergattern, wie würde diese aussehen? (Genre -Handlung)

Die Frage ist seltsam. Wie kommt man denn auf sowas, bitte? Aber guuuut, Hauptrolle, wahrscheinlich irgendwas märchenhaftes. Á la Snowwhite and the huntsman (oder den Nachfolger) Dann wäre ich die böse Hexe, (voll gut in dem Film!) Snowwhite ist mir zu brav, obwohl die (in dem Film die Kristen Stewart) zumindest in der Rolle auch sehr sehr cool ist. Wenn was anderes dann gerne was Actionreiches, am besten unter Wasser, und mit tauchen, mit Haien und sowas. Das fetzt mir.


(4.) Welchen Film würdet ihr am Liebsten verbannen, so dass er niemals das Tageslicht erblickt hätte? – Also ein Film aus eurer Sicht, der so derartig unnötig war/ist.

Twilight!!!!!! Bitte von vorne an, also alle Teile. Hab nur die erste halbe Std. mal gesehen vom ersten Teil (wenn überhaupt) und ich bin eingeschlafen. Hab sogar den kompletten Film verpennt. So öde war der! Ich kann mit Vampiren nichts anfangen. Kristen Steward mag ich zwar, aber der Film gehört einfach nur verboten.


(5.) Mal an die Buch lesenden: Gibt es eine Buchverfilmung die euch besser gefallen hat als das Buch selbst ?

Eine knifflige Frage, (und sogar sehr schön)… da muss ich kurz überlegen…….. ich lese sehr viel, aber fern schauen eher weniger. In der Regel meide ich es Bücher zu lesen, wenn ich den Film schon kenn, oder Filme zu sehen, wenn ich das Buch schon kenne. (Ausnahme: Harry Potter und der Junge im gestreiften Pyjama, da jedoch war beides grandios. Sowohl Buch als auch Film) Bleibt also nur noch „Die unendliche Geschichte.“ Hiervon kenne ich  den Film. (1. Teil!) Der war gut, richtig gut, hat mich über meine Kindheit hinweg begleitet. Allerdings fand ich die anderen Teile filmisch nicht so toll, eher schlecht. (Vielleicht weil der süße Atreju [Noah Hathaway] dann einfach ausgetauscht wurde!?) Und nun (Jahrhunderte später [hehe]) musste ich einfach mal das Buch dazu lesen und wissen wie es geschrieben war. Es fiel mir nicht leicht und ich tat mich schwer, sehr, sehr schwer. Geschrieben zwar ganz gut, aber ich hatte keinerlei eigene Vorstellungskraft mehr, hatte immer nur den süßen Noah, also Atreju vor meinen Augen, wenn ich die Geschichte im Buch verfolgte… Hab das Buch nicht ganz bis zu Ende geschafft, es wurde dann (wie auch irgendwann im Film) irgendwie ein wenig too much von allem. Schade eigentlich. Also kann ich die Frage sozusagen nur „so halb“ (Achtung! Wortspiel!) beantworten: Der erste Teil der unendlichen Geschichte hat mir besser gefallen als das Buch. Gilt das auch!?


(6.) Wenn ihr eines der Elemente beherrschen könntet ,welches wäre das und was würdet ihr damit tun ?

Ähem.. Elemente wie Feuer und Luft und so? Puh also hmmm… Ich bin für Wasser. Die, die es nicht anders verdient haben können baden gehen in meinem WasserElement (jämmerlich ersaufen) und ich tauch ein bisschen in meinem schönen, kristallklaren Nass herum und seh mir die schönen bunten Fischis an. Die Fischis, Belkor! Nicht die Wasserleichen! Augenroll! Die Frage ist unheimlich. Ich würd sie gern streichen. Darf ich? Ouh, ist ja schon beantwortet. Blöd.

 

(7.) Wenn ihr einen Film schaut, der gar nicht mal so schlecht ist, das Ende wird jedoch eurer Meinung nach total verhauen – denkt ihr euch dann für euch selbst ein eigenes Ende aus – oder seit ihr nur enttäuscht/traurig das es so gekommen ist,wie es gekommen ist. Falls ihr euch ein Alternatives Ende schon mal ausgesucht habt- bei welchem Film passierte das zuletzt bei euch ?

Puh, hier muss ich passen, ich schau nicht so viele Filme, und wenn ich mal einen schau, dann sind die nur gut oder nur schlecht (wie z.B. Twilight:seeehr schlecht) dann schlaf ich entweder ein (und träume was tolles), oder ich mach den TV aus und lese lieber ein Buch. Aber bei Büchern geht mir das manchmal so, mit den Enden. (Zuletzt denk ich bei: Norbert Nobody. Tolles Buch. Auch ein sehr tolles Ende! Eigentlich. Aber irgendwie war es doof. Das war nicht wirklich ein Ende.. nur so halb(!) Und da bleibt nicht viel übrig als die Geschichte weiter zu spinnen. Ich denk´ das Buch könnte dir auch gefallen..)


(8.) Gibt es einen Schauspieler/Schauspielerin die ihr auf Teufel komm raus überhaupt nicht ausstehen könnt?

Mh, mal überlegen. Männlich? Weiblich? Beides? Deutsch oder Amerikanisch etc!? Egal? Also männlich mag ich Robert Pattinson nicht. Gar nicht. Keine Ahnung obs am Twilight Film liegt, ich kann ihn einfach nicht sehen. (Vielleicht bin ich auch einfach nur Twilight geprägt.) Weiblich mag ich die Mischa Barton nicht. Die ist mir irgendwie zu glatt, zu geleckt, so auch in ihrer schauspielerischen Leistung. Bei ihr fehlt mir so der Pepp, das gewisse Etwas, die Extravaganz. Ich seh sie nicht so gern.


(9.) Und dann auch gleich die andere Richtung: Gibt es einen Schauspieler/Schauspielerin an dem/der ihr euch nicht satt sehen könnt?

Awwww also da gibt es schon ein paar mehr. Welche(n) nehm ich denn da jetzt… also… männlich…: Jesse Eisenberg, ein grandioser Schauspieler und weiblich: Emily Blunt. Die mag ich sehr. Besonders in ihrer Rolle mit „Ron Weasley“. (Ganz schön potterlastisch hier, hä!?) höm. 


(10.) Gibt es ein Franchise wo ihr den Hype darum überhaupt nicht nachvollziehen könnt?

Ähem. Geht auch doppelt gemoppelt!? Twilight! Und fifty shades of grey. (Auch wenn ich bei letzterem und eigentlich auch ersterem weder Film noch Buch so richtig kenne) Ersteres nur die ersten 20min vom Film, letzteres nur die ersten vier Seiten vom Buch.



War irgendwie lustig. Danke Belkor. Die Rotzpiepm (das bin ich) hatte schon auch ein bissal wie Spaß beim Beantworten.



Auf ein (Nimmer)Wiedersehen!? 2/2

Du sitzt in der Bahn auf dem Weg in die Stadt, denn der Mensch der dich bei der letzten Bahnfahrt ansprach, möchte sich mit dir treffen. Das Wetter ist schön, die Sonne strahlt mit ihrer Wärme und Freude durch die wenigen Quellwolken am Himmel. Du streckst dein Gesicht in Richtung des Lichtes und genießt in schweigsamer Vorfreude den herannahenden Sommer. Die Bahnfahrt verläuft ruhig. Auch wenn du eigentlich keine Lust hast, auf das Treffen mit diesem fremden Menschen, bist du doch ein wenig aufgeregt, weil du dich gleich unterhalten musst, du musst Worte finden, die du sonst nur schriftlich parat hast, du musst Antworten finden, auf seine Fragen, die dich in die Enge drengen werden. Du bist etwas zu früh, denn du möchtest nicht gleich hinhetzen, zu dem Treffpunkt, ihr möchtet bei dem schönen Wetter ein Eis essen gehen, und gemütlich in der Sonne ausharren. Also hast du noch etwas Zeit und du lässt dich nieder auf einer Bank, mitten in der Stadt, so kannst du ganz gemütlich die Blicke schweifen lassen und Leute beobachten, das machst du ja so gern. Beobachten. Nicht starren. Du zündest dir eine Zigarette an und reckst den Hals, dein Gesicht schaut genau in die Sonne, für einen kurzen Moment schließt du einfach nur die Augen, du denkst an nichts, sondern du fühlst die wärmenden Strahlen auf deiner Haut, du riechst die sommerliche Brise, die Sonnenmilch, und all die Dinge, die der Sommer mit sich bringt. Als du deine Augen wieder öffnest hast du das kurze Gefühl beinahe zu erblinden, Farben verschmelzen zu einem einzigen, blendenden Feuerball, die Menschen um dich herum sind plötzlich grün und rot, blau und gelb. Kleine Lichtpunkte tanzen vor deinen Augen, bunte Kreise bewegen sich durch die Lüfte und schweben leise und leicht hinauf in Richtung Himmel, bis sie mit der Sonne verschmelzen und Eins werden. Dein Blick bleibt an einer Taube haften, welche ihren Weg durch die Menschenmassen bahnt, sie ist dreckig und doch erstrahlt ihr Gefieder in den schillerndsten Farben. Eigentlich hasst du Tauben, doch gerade in diesem Moment fühlst du dich irgendwie mit ihr verbunden, mit dieser einen Taube, ihr Kopf schimmert lila, vielleicht ist das eine besondere Taube, die sich suchend auf dem Boden nach etwas zu Fressen umblickt. Ihr Schnabel pickt immer wieder in den Asphalt, in der Hoffnung auf etwas Essbares zu stoßen, was die Passanten achtlos haben fallen lassen. Die Taube läuft eiligen Schrittes und völlig planlos durch die Gegend, der Kopf ruckt in schnellen, kurz abgehakten Bewegungen vor und zurück. Wahrscheinlich gibt sie gurrende Laute von sich, wäre es etwas leiser könntest du es sicher hören, doch die Laufgeräusche, das Menschengemurmel und die Straßenmusikanten verschlucken den Moment. Die Menschen achten nicht auf das kleine Wesen am Boden, es muss Acht geben, dass es nicht überrannt wird, läuft hin, her, hin, her, hin, her. Und hin und her und hin und her. Hin. Her. Kurz empfindest du Mitleid gegenüber diesen Geschöpfes, doch auch Bewunderung. Es fasziniert dich, wie planlos und doch vorsichtig es sich fortbewegt. In dieser Hinsicht kommt es dir vor wie ein Abbild deiner Selbst. Wahrscheinlich hättest du eine Taube werden sollen, wärst du nicht als Mensch auf diese Welt gekommen. Stattdessen lagst du im winzigen Brutkasten, -um dein eigenes Leben kämpfend. Das Einzigste was dieses Tauben-Wesen wahrscheinlich denken kann ist: „Hunger“. Auch dein Hunger meldet sich langsam bei dir zurück, du freust dich auf das Eis. Eine Nachricht blinkt auf deinem Handy auf, wahrscheinlich ist ihm noch nicht aufgefallen, dass du auch WhatsApp besitzt, was nicht weiter störend für dich ist. Er schreibt er ist schon da, steht vor dem Eiscafé, und trägt eine Jacke, blau. Wie auffällig, aber so kannst du wenigstens flink davon laufen, wenn du schon von weitem bemerkst, dass dieser Mensch so gar nicht geht. Du musst dümmlich grinsen, willst aber nicht oberflächlich sein. Die Jacke leuchtet grell, so dass es schon fast in den Augen schmerzt. Du läufst auf ihn zu und ihr begrüßt euch mit einem schüchternen: „Hey!“, während du  nervös vor ihm stehst. Er trägt eine Sonnenbrille um seine Augen zu verdecken, auch du verdeckst dein Innerstes. Möchtest ihm ungern deine Seele zeigen. Dennoch nimmst du die Brille ab und auch er tut es dir gleich. Flüchtig reicht ihr euch die Hände, wie man das so macht, als Begrüßung unter unbekannten Menschen. Ihr pflockt euch an einem freien Platz und schaut euch erstmal an, neugierig, vorsichtig. Dir selber ist es unangenehm, denn du hast keinen Schimmer ob du ihn gern anschauen möchtest, ob der Blick auch automatisch zu ihm hingleiten und an ihm hängenbleiben könnte, doch bisher hältst du seinem Blick nicht stand, immer wieder wendest du deinen Kopf ab und schaust interessiert in die Menschenmassen, die an euch vorbeieilen. Wo sie wohl hingehen? Der Mann neben dir hat ein nettes Lächeln, und freut sich, dich zu sehen. Deine Freude behältst du für dich, denn es ist dir irgendwie gleichgültig. Du freust dich dass die Sonne scheint, und die Strahlen dein Gesicht wärmen, während du es in die Sonne hältst und den Duft in dir aufnimmst. Ihr bestellt euch ein Eis. Du wie immer eine Eisschokolade, Veränderungen hasst du, weswegen du dich gern an Altbekanntes klammerst, es gibt auch einen Strohhalm, an dem kannst du dich festhalten. Auch darauf freust du dich. Der Mann zu deiner rechten grinst dich viel an, so groß ist seine Freude dich zu sehen. Er möchte vieles von dir wissen und auch wenn du nicht erzählen möchtest, du möchtest gerade viel lieber zuhören, gibst du nur das Nötigste von dir Preis. Wieder nervt dich diese Phase des Kennenlernens und der peinlichen Fragen. Du überlegst, wie es bei ihm war. Bei ihm den Fotografen. Und du stellst fest, dass das mit nichts zu vergleichen ist. Plötzlich bist du wieder traurig und irgendwie bist du dir fast sicher dass das mit dem grinsenden Mann hier nichts werden wird. Ein bisschen bist du enttäuscht von dir Selbst, aber auch erleichtert. Ihr redet eigentlich ganz angenehm, du bist froh wenn er erzählt, dann musst du nichts sagen und kannst zuhören, nebenbei löffelt ihr schweigend in eurem Eis und du hängst an dem Strohalm, klammerst dich dran fest um dich nicht zu verlieren, in ihm, den Fotografen. Als er wieder versucht die Sprache auf dich zu lenken, um Dinge von dir rauszukitzeln, fragt er eine Frage die an deinem Nerv zerrt und du überlegst aufzustehen und zu gehen. Er fragt, wo deine Eltern leben und ob sie geschieden sind, ob sie noch immer einen guten Kontakt zu einander haben, und ob sie im Guten auseinander gegangen sind. (Nicht weit von hier, ja einen Recht guten Kontakt, ja,ja im Guten Auseinander gegangen, das kann man schon so sagen..) Als du nicht mehr länger ausweichen kannst und dann noch mehr auf das Thema Papa eingegangen wird, er dich damit an die Wand drängt, dich umzingelt und dir beinahe ein Messer in die Brust rammt sagst du: „Hey ich mag da jetzt einfach nicht drüber reden! JA!?“ Das Ja brüllst du beinahe, es ist dir fast schon unverständlich, wie man einfach nicht checken kann, dass das Thema gerade gar nicht passt. Abweisender hättest du gar nicht antworten können. Er entschuldigt sich, ohne zu wissen wofür und du möchtest am Liebsten weinen, aber du lässt es bleiben, stattdessen wiederholst du das Spielchen mit der Sonne, sie wärmt dich ein bisschen, denn innerlich ist dir plötzlich eisekalt. Nachdem euer Eis aufgelöffelt ist spaziert ihr noch ein wenig durch den Park, der Wind pfeift in kalten Böen um die Ecke, während die Sonne an Wärme verliert, Quellwolken versperren immer wieder ihre Sicht. Er setzt sich auf seine Jacke und du dich auf deine Tasche, während du vorher die Zigaretten vor deinem Hintern gesichert hast. Du rauchst eine Zigarette, klammerst dich an ihr fest und pustest die blöden Gedanken aus deinem Hirn raus. Du bietest ihm auch eine an und ihr raucht zusammen, während er wahrscheinlich nicht nur seine Gedanken, sondern sein komplettes Inneres heraus pustet, so laut pustet der, irgendwie stört dich das. Auch würdest du gern allein hier sitzen, dich nerven seine Fragen die fragen was denkst du gerade? Du stellst fest dass es tatsächlich blöde Fragen gibt, nicht nur blöde Antworten, denn auf die Frage „Warum hast du eigentlich keinen Freund.“, gibt es nicht nur keine Antwort, sondern du möchtest ihm am Liebsten deine Faust in seine Fresse rammen. Wenigstens gibt er zu, dass das eine beschissene Frage ist. Trotzdem ist sie ganz nett die Unterhaltung die ihr führt, wenn du mal nicht sprichst, denn irgendwie ist dir nicht danach. Du (ver)traust ihm nicht, warum kannst du nicht benennen, wahrscheinlich hat der Fotograf dein Vertrauen gestohlen, und weggesperrt, sodass du da nie wieder drankommst. Nach der Zigarette rauchst du gleich noch eine, aber deine Nervosität und das schleichende Unbehagen lässt sich einfach nicht wegpusten. Du stellst dir vor wie du ihn öfter triffst. Und du fragst dich ob du ihn küssen könntest, wenn du wolltest, doch etwas in dir ist auf Ablehnung getrimmt. Dieses Grinsen… Während er sich leicht streckt blitzt sein kleiner, blasser Bauch hervor, leichte Härchen sind darauf zu sehen. Dieser Anblick nervt dich eher, als dass er irgendwas in dir bewirkt. Du kannst dir nicht vorstellen wie du ihm näher kommen solltest. Sein leichter Duft weht während einer leichten Brise zu dir rüber, und du weißt nicht ob du ihn als angenehm empfinden sollst. Irgendwie ist dir gerade ein bisschen schlecht von dem Duft. Er erzählt derweile dass er gern mal verreist, er möchte gern mal an den Nordpol in einer Hütte sein, dazu braucht er aber einen Aufpasser mit einem Gewehr, einen der sich auskennt, wegen der Eisbären. Die sind wohl ganz, ganz böse, und gefährlich und dem Bär interessiert das nicht, dass du ihn niedlich findest. Jetzt musst du lachen. Das erste Mal. Das findest du traurig, denn du lachst gern und bist eigentlich ein sehr fröhlicher Mensch, wo dieser fröhliche Mensch wohl abgeblieben ist? Als es merklich kühler wird beschliesst du aufzubrechen, deine Zähne schlagen bibbernd aufeinander. Er bietet dir seine Jacke an, obwohl selbst er eine Gänsepelle auf der Haut spazieren trägt, also lehnst du dankend ab. Während ihr schweigsam den Weg zurück lauft, bleibt ihr an seiner Haltestelle unbeholfen voreinander stehen. Als er fragt ob ihr euch wieder seht wendest du kurz den Blick von ihm ab, innerlich befällt dich gerade eine Schweißattacke, du hast keinen Strohhalm, an dem du dich festklammern kannst. „Klar!“, sagst du ihm und ringst dir ein Lächeln ab, weil du gerade im Moment daran glauben magst, du magst gern selber an das Glauben, was du ihm ins Gesicht versprichst. Lächelnd schaut ihr euch an und er umarmt dich, irgendwie vorsichtig, so, als könntest du bei seiner Berührung zerbrechen, aber vielleicht würdest du das sogar auch. Du läufst los, ohne dich noch einmal umzudrehen, und trotz dass du dieses Mal keinen Rauch eingeatmet hast, pustest du endlich all die Anspannung aus dir heraus.

©Netti

Päckchen. Dreidimensional.

Die recht kurze, wenig ins Detail gehende, desozialisiernde Antwort von ihm, den Fotografen, lässt nicht lange auf sich warten, zumindest das. Du bist froh ihm nicht den kompletten Text: Deleted geschickt zu haben, denn gewiss wäre dann mit keiner Nachricht zu rechnen gewesen. 

Sein Päckchen so erdrückend und schwer, wie du es dir, selbst jetzt noch, einfach nicht vorstellen kannst. Du hast keine Ahnung, was genau sich darin befindet, welche Art von Grauen und Unheil, doch es muss etwas entsetzliches sein. Etwas, was ihn nun derart nach unten drückt, dass es für ihn kein Halten, kein Weiter, kein Voran mehr gibt. Sondern nur noch das auf der Stelle treten, am Boden liegend und keinen Horizont mehr sehend, stattdessen einen steinharten Betonboden. Der Blick stur nach unten geneigt, nicht schweifend um all die Schönheit zu erblicken, da ist keine Sonne, sondern Wolken, welche die Sicht trüben. Da ist kein Licht, weil nur Schatten existiert. Keine Leichtigkeit, weil die Schwere diesen Mann zu Boden drückt. Der Blick gleicht dem eines Tunnels, nichts wahrnehmend außer das Sein, das Existieren was schleichend und kriechend voran schreitet. Der Lichtpunkt am Ende des Tunnels kein Hoffnungsschimmer, sondern eine Träne, von einem einzelnen Sonnenstrahl reflektiert. Der Blick verschleiert und verzogen. Eine Hand vor dem Gesicht, doch durch die verschwommene, verwaschene Sicht einfach nicht wahrnehmbar. Ablehnend wird das störende Körperteil abgewiesen, fortgestoßen, weggeschleudert. Suchend und verzweifelt wartend auf etwas was eine Erlösung scheint.

„…Es liegt partout nicht an dir.“ 

Offenbar das Ende, bevor es auch nur einen Anfang geben konnte zwischen ihm, den Fotografen, und dir.

©Netti

Deleted.

Beim Fotoshooting warst du mein Fotograf. Du warst albern, hinreißend und auf einer gewissen Art und Weise charmant. Deine Fotos authentisch und stilvoll. Auch wenn deine Witze so schlecht waren wie eine schwarze, schon längst vergammelte Banane im Verwesungsprozess, hast du mich zum Lachen gebracht. Mit deiner Art, die ich ab dem ersten Moment mochte. Das Shooting war vorüber und ich glaubte dich niemals wiederzusehen. Hättest du es nicht darauf belassen können?

Stattdessen suchtest du via Facebook den Kontakt zu mir. Inzwischen ist mein Profil aufgelöst, deleted, entfernt. Kontaktaufnahmen dieser Art ertrage ich kein zweites Mal. Du teiltest mir deine Handynummer mit, um mich ab da an immerzu mit Nachrichten zu bombardieren. Natürlich fand ich das gut. Ich wollte dich kennen lernen, hab ich mir doch seit dem Fotoshooting nichts sehnlicher gewünscht. Von Anfang an hast du mir falsche Signale gesandt, Signale, die auf Nähe hindeuten und Symphatie, Schicksal und einem Kennenlernen mit Option auf mal schauen was sich ergibt. Warum hast du mir nicht, gleich in deiner ersten Nachricht an mich, zu verstehen gegeben, dass es Freundschaft war, welche dich zu einer Kontaktaufnahme hat bewegen lassen!? Also ging ich zu unserem ersten privaten Treffen, natürlich in der falschen Annahme es sei ein aufregendes Date zwischen Mann und Frau. Ein Kennenlernen, Fragen stellend, Antworten abwartend, leichte Anziehung und ein gewisses Kribbeln beiderseits entstehend. Offenbar bestand dies nur einseitig und ich machte mir in dieser Hinsicht Hoffnungen. Kann man mir das ernsthaft verübeln? Ich erfuhr, dass etwas nicht stimmt mit dir, du irgendein dreidimensionales Päckchen mit dir herumträgst, ein Päckchen viel zu schwer, für dich kaum zu tragen. Meinst du wirklich dass Menschen deine Päckchen tragen können, wenn sie selbst dir schon zu schwer sind? Man kann dir diese Last nicht abnehmen, man kann dir nur die Schwere erleichtern. Das musst du doch verstehen. Versteh doch bitte, dass jeder seine Päckchen zu tragen hat. Noch erfuhr ich nicht warum dein Päckchen so unsagbar schwer zu tragen war, ich erfuhr nicht, was es mit all dem auf sich hatte. Doch spätestens da wäre der Moment gewesen, reinen Wein einzuschenken. Aber du schenktest mir nur Sekt ein, und redetest um den heißen Brei herum. Hoffnung die keimte und zu einer unbeschreiblichen Stärke heranwuchs. Hast du eigentlich eine Ahnung was du damit in den Menschen anrichten kannst? Der Fahrradunfall, an dem Abend unseres ersten Dates. Was war es denn für dich? Ein Zeitvertreib? Nur mal was schickes Essen gehen und Trinken? Du hast mich unbedingt nach Hause begleiten wollen, obwohl ich das nachdrücklich ablehnte, doch du konntest nicht hören. Wie du das geschafft hast weiß ich nicht, aber du hast mich dazu überredet mich auf die Fahrrad-Stange zu setzen. Es war beschissen da zu sitzen und die Balance zu halten, noch dazu mit ein paar Gläsern Sekt intus. Ich warnte dich, doch du hieltest nicht an, also passierte, was passieren musste. Mein Bein gelangte in die Speichen und wir flogen in hohem Bogen über den Lenker. Ich dachte „das war´s, Adios Amigos, Adieu du seltsames Leben, was mal das Meine war“. Doch nein. Du musstest ja den Lebensretter spielen und mit deinen Händen meinen Kopf auffangen. Wieso? Konntest du meinen verdammten Kopf nicht einfach auf den Asphalt knallen lassen? Manchmal dachte ich so, nach allem, was geschah. Doch insgeheim, in meinem tiefsten Inneren, bin ich dir unsagbar dankbar. Dankbar dafür, dass du meinen Kopf geschützt und nicht hast zerplatzen lassen, auf dem kalten, schmutzigen Asphalt. Ich schätze deine Größe, die du in dir trägst. Noch nie habe ich jemanden kennen gelernt, der das eigene Wohl hintenanstellt. Es ängstigt mich einerseits, anderseits rührt es mich. Wieder warst du es der Nachrichten schrieb und nicht aufhörte damit. An unserem zweiten Treffen warst du bei mir. Wir haben viel gelacht. Weißt du dass ich deinen Humor so unglaublich mag? Es war spät und wir schliefen ein, auf meiner Couch, du lagst direkt neben mir. Natürlich konnte ich nicht wirklich schlafen, die Aufregung in mir viel zu groß, das Herz welches so entsetzlich schnell schlug, dass es mir schon Angst machte. Du nahmst meine Hand. Nicht sehr lange, aber so lange, dass es kein Zufall gewesen sein konnte. Was hast du dir nur dabei gedacht? Du hast getan als sei nichts gewesen und auch ich schob meine blühende Fantasie und den innerlichen Wunschgedanken vor die Lücke. Irgendwann in den nächsten Tagen erfuhr ich durch einen dummen Zufall und Nachbohren meinerseits von deinen Päckchen, die nun auch mir gehörten, obwohl ich sie nie hatte annehmen wollen. Nicht so. So nicht. Du wolltest mich sehen, deine Zeit mit mir verbringen. Mir stellte sich die Frage wozu. Ich hatte einfach keine Antwort darauf. Du hast via Facebook Kontakt zu mir aufgenommen, weil du inbegriff warst, dir neue Freunde zu suchen. Hast du eine Ahnung, wie grob fahrlässig das von dir war? Ich kann das nicht verstehen, und auch wenn du ehrlich zu mir warst, wenn auch sehr spät, ist es unbegreiflich für mich, wie du das hattest tun können. Mir fehlt jegliches Verständnis um auch nur ansatzweise nachzuvollziehen, was du damit hattest bezwecken wollen, denn grundsätzlich bist du von Anfang an falsch an das Geschehen herangegangen. In meinen Augen hast du dich bewusst bei mir gemeldet, um mich zu verarschen. An unserem 3. Treffen hast du mich dann plötzlich geküsst, und wir kamen uns näher, bis du blocktest. Das hätte gereicht. Du hättest aufstehen können um zu gehen, doch stattdessen wolltest du mich am Boden sehen, gleich daneben mein blutendes Herz. Und ich sag´ dir was. Du hast es geschafft. Das blutende Herz zu deinen Füßen, hätte zerissener nicht sein können. „Verlieb dich nicht in mich!“ Weißt du eigentlich wie demütigend das war? Kannst du dir vorstellen, wie bitter dieser Moment im Abgang schmeckt? Ich frage dich, bist du zufrieden? Hast du nun was du wolltest? 

Dein Verhalten seit jeher, und immer wieder, das Widersprüchlichste, was ich jemals erfahren musste. Auf einmal wusstest du Freundschaft und Liebe (?), oder Anziehung nicht mehr zu differenzieren, plötzlich waren das was du sagtest nur noch hohle Phrasen, sinnloses Geschwätz, was du selber nicht einmal zu begreifen wusstest. Ich wusste mit dem Kuss und deinem Satz darauf, hattest du alles zerstört, was hätte sein können. Ich wusste, du bist einfach zu weit gegangen. Dennoch wollte ich dich irgendwie nicht verlieren, als Freund, zumindest das. Mir blieb nichts anderes übrig als die vermeintliche Freundschaft zu dir, anzunehemen und das Beste daraus zu machen. Es entwickelte sich auch ganz gut, wir sahen uns recht oft. Bis zu dem Verlust meines Vaters, die bisher schlimmste Zeit meines Lebens, doch du, du warst da für mich. Du warst einfach da. obwohl ich es nicht verlangte, nicht mal ansatzweise daran dachte. Ich lernte ein neues Gesicht, deiner viel zu vielen Persönlichkeiten kennen, und ich war mir sicher, den Mann zu sehen, in den ich so viel setzte. Deine Echtheit, die liebevolle, hilfsbereite und tröstende Seite in dir kam zum Vorschein und entfaltete sich vollends. Der Silvesterabend, und somit mein sowohl körperlicher als auch geistiger Zusammenbruch. Du warst da. Und du bist geblieben. Dafür danke ich dir von Herzen. Du kannst dir nicht vorstellen, wie viel mir das bedeutete, so etwas hat noch nie jemand für mich getan, nicht in diesem Ausmaß. Genau diesen Mann habe ich zu Beginn in dir gesehen, nicht das Arschloch was du immer und immer wieder raushängen lässt. Aus Selbstschutz? Warum? Meinst du echt ich will dir was böses? Was könnte ich dir böses wollen ohne mir damit ins eigene Fleisch zu schlitzen? Dieser Mann, diese Seite ist tief in dir verborgen, hinter Mauern und Gittern, Stacheldraht und Zäunen und genau dahin hast du ihn zurückbefördert, denn seit dem Silvesterabend habe ich dich nicht mehr zu Gesicht bekommen und nur noch selten Antworten auf Nachrichten erhalten. Deine Mitteilungen verändert, abweisend und distanziert. Dein Unfall, ich weiß, du hattest so viel um die Ohren, es ist nur verständlich, dass da für mich gedanklich kein Platz war. Doch das Einzigste was ich wollte, war dir das zurück zugeben, was du mir in der schlimmen Silvesternacht entgegen brachtest. Mitgefühl und das Gefühl einfach nicht allein zu sein. Sondern dass da jemand ist, der sagt „Hey, das wird schon wieder. Du schaffst das.“ Nicht nur leere Floskeln sondern bleibende Empfindungen und positive Rückenstärkung. Ich wollte für dich da sein, wie du es warst für mich, aber offenbar hast du dich von mir unter Druck gesetzt gefühlt. Das wollte ich nicht. Definitiv wollte ich das nicht. Es verletzt mich so sehr, dass der Kontakt SO enden musste, es verletzt mich, dass du nicht ehrlich zu mir sein konntest. Warum sagst du mir nicht einfach, wenn du dich bedrängt fühlst, warum sagst du nicht wenn du Abstand möchtest, warum sagst du nicht, wenn es dir nicht gut geht, wenn du den Kontakt komplett abbrechen möchtest? Du weißt, ich bin die Letzte, die kein Verständnis aufbringt, auch wenn ich in den ersten Momenten hin und wieder etwas impulsiv reagiere, aber genau das bin ich, ein emotionaler und sehr gefühlvoller, impulsiver Mensch. Genau das wusstest du, spätestens seit dem Kuss. Von einem Moment auf den nächsten bekomme ich keine Antwort. Ich höre nichts mehr von dir. Gar nichts mehr. Nichtwissend, wo der verdammte Fehler ist, im Bild, woran es liegt, was ich eventuell falsches geschrieben haben könnte. Schweigen ertrage ich nicht, was sich auf meine Kindheit zurückführen lässt. Aber ich bin mir sicher auch du würdest eine Stille nicht ertragen, die so laut schreit. Wir Menschen sind einfach nicht auf Stille geeicht. Wir Menschen kommunizieren. Miteinander und nicht gegeneinander. Also bitte, was hast du dir dabei gedacht!?

Findest du das fair, ja!?

 

 

Aus einer Stunde Textverfassung, bleibt 1 Zeile, 1 Satz und 5 Wörter. Eine Frage, welche Antwort abverlangt. Ein Satz, welcher all das auf den Punkt bringt, was du ihn am liebsten um die Ohren geschleudert hättest, aber irgendwie…, irgendwie bringst du es einfach nicht über dich. (Noch nicht.) Das wäre zu viel. Und er wäre direkt wieder überfordert. Männer brauchen einfach und direkt. Somit erhoffst du dir eine ehrliche Antwort. Ohne viel Palaver, sondern endlich mal etwas, womit du auch was anfangen kannst, etwas, das erklärt, und entschuldigt. Etwas, womit du gegebenenfalls abschließen kannst und verdrengen. Einfach nur Vergessen.

Du drückst auf Senden.

©Netti

Wie alles begann: Die Hoffnung stirbt zuletzt. 1/11

 

ErKeNnTnIsS

Schweigen. Stille.

Jetzt weißt du warum es dich so verletzt, plötzlich weißt du wieder weshalb du diese Momente nicht aktzeptieren kannst. Und willst. Stille kannst du schwer verkraften, damit verbunden keine Antworten zu bekommen. Das war schon von kleinauf so. Daran hat sich nichts geändert. Du möchtest Ehrlichkeit. Kein Schweigen was sich durch die Tage und Nächte zieht, bis hin zu deinen Träumen. Vielleicht reagierst du über, indem du die Nummer gelöscht hast, von ihm, den Fotografen. Aber du kannst einfach nicht mehr. Dieser Mann bringt dein Hirn dazu nicht mehr klar zu denken, freizudrehen, du verlierst die Kontrolle über dich selbst. Er bringt dich dazu dein Herz zu Stein werden zu lassen. Er lässt es zersplittert in 1000 Scherben am Boden liegen. Dieser Mann hat keine Achtung vor dem Herz was blutend zu seinen Füßen liegt. Er tritt hinein und nochmals, immer wieder. Neu. Obwohl es schon keinerlei Regung mehr zeigt. Das hat jetzt ein Ende. Denn manchmal ist keine Antwort auch eine Antwort, wenngleich sie schwer zu akzeptieren ist. 


©Netti

hampelmann

Online.

Der Fotograf ist daueronline. Im scheiß WhatsApp. Du willst nicht stalken aber er antwortet einfach nicht auf deine Nachricht, die beinahe schon verjährt.

5 Tage.

Keine Antwort.

Du könntest die Wände hoch gehen, es wurmt dich so sehr. Magst gar nicht daran denken mit wem er so dauerhaft schreibt. Dennoch stürzen sintflutartig tausende an Bildern über dir ein. Zeile um Zeile tauscht er sich aus mit diesem Mädchen, was er erst vor kurzem kennengelernt hat. Jung, bildhübsch. Bilder, wie beide sich treffen und Dinge mit einander machen von denen du nur träumen kannst. Spaß haben, lachen. Miteinander. Sich näher kommen, Empfinden und Sein. Auch wenn es nur in deinem Kopf existiert gibt es für dich keine andere Erklärung für sein Verhalten. Distanz kann man nicht anders definieren. Distanz entsteht nur dann, wenn Interesse sich offenbar verflüchtigt. Du kannst das nicht aktzeptieren. Du kannst das nicht schon wieder einfach nur so hinnehmen. Er bedeutet dir doch so viel! Warum hat er nicht einfach Arsch in der Hose und sagt was Phase ist? Du verstehst das alles einfach nicht. Schon wieder diese Fragezeichen, welche dir irgendwann noch den Verstand rauben. Weshalb sucht er erst Freunde, wenn er sie dann in den Arsch tritt? Da nimmst du schon hin, dass er an mehr nicht interessiert ist und dann… UND DANN? Er würdigt nicht mal deine Freundschaft, verhält sich wie ein rießen Arsch. Heult dir erst die Ohren voll von Freundschaft und fehlender Freundschaft, dabei ist er es der an jeder Hand wohl gleich ein Dutzend hat. Du sitzt auf deiner Couch und könntest Dinge zerschlagen über diese Ungerechtigkeit. Es macht dich so wütend, seine Launen, welche sich abwechseln wie Tag und Nacht, Winter und Schnee, Sturm und Hagel. Am liebsten würdest du den Silvesterabend aus deinem überquellenden Hirn löschen, seine Nähe und Zuneigung, die er dir gegenüber zeigte. Am Liebsten möchtest du verdrengen, dass er der Mann ist in den du dich verliebt hast. Du möchtest ihn vergessen und den Tag des Shootings irgendwie rückgängig machen, doch du weißt dass dies ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Stattdessen stehst du wieder vor der Wahl: Ihn loszulassen, endgültig, oder weiterhin deinen Gram hinunterzuschlucken, um darauf zu hoffen, dass er irgendwann erkennt wer du wirklich bist. Dass du nicht bist wie die Anderen und nur oberflächliche Beziehungen, hauptsächlich Sex bevorzugst, sondern dass du eine Frau bist mit Charakter und Würde und an ihm und seiner Person interessiert bist. Du bist kein Objekt, kein Wesen was man erst benutzt und dann zu Boden wirft, wenn man es satt hat. Du möchtest ihn, als Menschen, so wie er ist, mit Haut und Haar, mit Narben und all seinen Macken. Sogar als Arschloch möchtest du ihn, wahrscheinlich gerade deswegen, obwohl du dich hasst dafür. Du würdest ihn sogar noch wollen, wenn er sein Augenlicht verlieren würde. Du hast Angst zu kämpfen, denn das ist nicht deine Aufgabe. Du hast Angst davor dass dein Herz sich dieses Mal komplett auflösen wird, und niemehr wieder hergestellt werden kann. Du bist dir sicher, dass er für dich nichts mehr übrig hat, wenn es denn jemals ein Empfinden wie Freundschaft gegeben haben sollte. Du hast Angst vor einem erneuten Faustschlag, mitten in dein schon zerschundenes Gesicht. Wie lange kann man ein Gesicht wahren, ohne dass es zerbröselt wie eine vertrocknete Rose!? Vielleicht solltest du ihm einen Brief schreiben, geht dir durch den Kopf, denn das Schreiben ist wohl das Einzigste was du beherrschst. Doch du hast keine Adresse von ihm. Du hast eine E-Mail Adresse, doch du weißt nicht, ob er deine E-Mail je erhalten, auch nur ansatzweise lesen würde, wenn er nicht einmal auf eine stinknormale WhatsApp Nachricht reagieren kann. Inzwischen hasst du WhatsApp wie die stinkende Pest und du verfluchst diesen hirnrissigen Menschen diese Erfindung publik gemacht zu haben. Auch SMS findest du dämlich, obwohl du das Schreiben liebst. Die Liebe jedoch liegt im Schreiben, nicht aber im Mitteilen und schon gar nicht im Stalken oder spionieren, denn so wolltest du nie sein. Automatisch mutiert man letztendlich zu einem hysterischen Hobbit mit Funken sprühenden Augen. Yeah! Und das alles ohne abzuschweifen.

Du könntest ihm also eine E-Mail schreiben mit all deinem Hirngesafte über Freundschaft, die fehlt, niemals nicht sein wird, weil es ganz und gar nicht das ist was du möchtest. Dann aber stehst du wieder da wo der Bus dich hat stehen lassen. Fortfahrend, ohne dich eines Blickes zu würdigen. Deine winkende Hand verschwindet in den Abgasen des Auspuffes. Zurück bleibt die Hülle deiner Selbst. Du stehst da ohne ihn. Dann ist es definiert, dann weißt du dass du das, was geschrieben steht nicht wirst rückgängig machen können. Denn er hat dein Zugeständnis schwarz auf weiß, nicht nur im Kopf, welcher vergessen kann und verdrengen, sondern auf Papier eines verdammten Rechners. Du möchtest jetzt gerne mal wissen was zur Hölle du schon wieder falsch machst. Du wirfst mit Kissen um dich, an denen er seinen Kopf platt gedrückt hat, wie oft das kannst du gar nicht mehr sagen. Dein Zeitgefühl ist völlig abhanden gekommen, es kommt dir vor als kennst du diesen Menschen nicht erst seit 5 Monaten. Tränen platschen unbeholfen zu Boden, aber du lässt sie da liegen. Morgen ist sein zweiter OP Tag, eigentlich hast du gehofft dass er sich bis dahin mal gemeldet hat, denn nun liegt es schon wieder an dir ihm etwas wie „Chakkaaa!“ zukommen zu lassen.

Möchtest du das? Du bist es allmählich Leid, den Hampelmann zu tanzen, also lässt du es einfach gut sein. Fürs Erste.
©Netti

Nummer 27. 3/3

Antwort-Nachricht via WhatsApp an ihn, den Fotografen!

  • Prinzipiell sehr gern, aber ich werds leider nicht schaffen, bin morgen bei meinem Dad! Sorry..
  • Das ist nicht morgen.
  • Oh. Dachte schon morgen?
  • Nein.
  • Kann dich leider trotzdem nicht begleiten.
  • Na okay. Schade.

Mist! Das war nicht der Plan. Hättest du mal doch Nummer 10* geschickt.

Wie sehr schade er das tatsächlich finden wird, dich nicht dabei zu haben, wirst du wohl nie erfahren. Aber das ist ganz gut, so kann er sich mal fragen warum du wohl keine Zeit hast. Vielleicht stellt sich bei ihm ja sowas wie ein Gefühl des „Vermissens“ ein. Du hast alles richtig gemacht, es wäre falsch mit ihm dahin zugehen, obwohl du dir nichts sehnlicher gewünscht hast, als einen schönen Abend mit ihm zu verbringen. Auch wenn deine Entscheidung einen bitteren Beigeschmack hinterlässt, bist du dir sicher, dass es nicht gut gewesen wäre, nur ihm zuliebe mitzugehen. Du bist dir sicher, dass es einfach gar nicht gut gewesen wäre, ihm noch näher zu sein, indem ihr gemeinsam lacht. Miteinander. 

Dein Gefühl sagt dir, dass dieser Abend in einer Katastrophe enden würde. Wahrscheinlich eher für dich, als für ihn. Denn du erhoffst dir nicht nur einen Zeitvertreib, sondern einen Abend, den du niemals vergisst. Durch Unmengen Gefühl aus Momenten der Nähe.

  • Gemeinsam Lachen
  • Intensiver Blickkontakt
  • Zufällige Berührungen, welche ihn elektrisieren

Der Wunsch danach endlich als das anerkannt zu werden was du tatsächlich bist, ein Wesen mit Herz und Verstand, ist einfach zu groß, als dass du einem Abend mit ihm, gleichgültig und emotionslos, entgegenblicken könntest.


*dazugehöriger Text in folgendem Beitrag zu erlesen: Sorry, man!

© Netti