Alles was fehlt..

..ist dein Lachen und die Augen die strahlen weil das Glück aus ihnen spricht.

..ist die Ruhe in der deine Kraft liegt mit der du mich stärkst.

..sind all die Kleinen Pünktchen, verteilt auf deinem starken Körper, sie sind braun, beinahe schwarz, und jedes von Ihnen schaut anders aus, jedes ist ein Teil von dir. Im Gedanken habe ich einen Stift in der Hand, um all die kleinen Pünktchen miteinander zu verbinden, so wie das Leben, wenn man es von außen betrachtet, aus einzelnen Momenten besteht, die sich alle miteinander verbinden lassen.

..ist deine Stimme deren Klang mich so sehr fasziniert dass ich ganz viel erfahren möchte von dir und deinem Leben, ganze Momente und Geschichten die mich berühren.

..sind deine Haare am Kopf wenn sie in eine Richtung abstehen, die für sie nicht vorgesehen sind. Die Unvollkommenheit macht dich perfekt.

..sind deine fast pechschwarzen Augen die so tief blicken lassen bis hinein in deine Seele. Und doch können sie die Sicht verschleiern unter Tränen, welche salzig zu Boden tropfen.

..ist dein Humor, welcher mich in jeder Sekunde zum Lachen bringt, denn Lachen ist die beste Medizin, Lachen ist Glück.

..sind deine langen Hände, welche mein Gesicht ertasten und jede Stelle an meinem Körper erfühlen. Sanft sind sie und zart, sie strahlen Wärme aus und Schutz.

..ist der Halt den du mir gibst während du mich im Arm hältst, dann fühle ich mich beschützt und sicher, weil mir nichts auf der Welt  passieren kann. Das Glück liegt in meinen Armen.

..ist dein Duft, so natürlich und wunderschön, er benebelt meine Sinne und lässt mich empfinden.

..sind deine Lippen, so zärtlich und sanft und so voller Gefühl, ich schmecke Leidenschaft und Glück, Verlangen nach mehr und den Augenblick der zählt. Ich schmecke dich, und du schmeckst wundervoll.

..ist deine Umarmung und den Schutz den du mir gibst, darin spüre ich soviel Kraft, ich spüre  Halt der größer nicht sein könnte.

..ist deine Ehrlichkeit und die Worte die meinen was sie sagen, auch wenn es keine Worte sind sondern eine Träne, welche in salzigen Spuren über deine Wange rinnt, denn in diesen Tränen sehe ich Schmerz und ich weiß dass du fühlst und empfindest.

..ist dein Herz was sich nicht verschließt, sondern schlägt, nur für mich.

..ist dein wunderschönes Ansehen, deine Augen, der Mund, ich betrachte ihn so gern und spüre ihn auf den meinen, deine Nase, sie ist so perfekt wie deine Zähne in Reih und Glied. 

..ist deine Schulter und deine Brust an der ich mich anlehnen kann, ich kann deinem Herzschlag lauschen, den Tönen die dein Herz aussendet.

..ist dein Blick der manchmal mehr sagt als tausend Worte dann könnte ich dich auffressen und festhalten für immer.

..sind die Momente die uns miteinander verbinden, die Vertrauen schaffen und Sicherheit, eine Basis auf deren ein Wir heranwachsen kann.

..ist die Hoffnung die mir sagt dass alles gut wird, wenn du zurück bist, ich möchte so gern glauben daran dass es nur dich geben wird und mich.

..ist das Vertrauen in einen Neubeginn, in einen Restart, zurück in Deutschland musst du wieder Fuß fassen, vielleicht fällt es dir schwer dich an mich zu erinnern, dass es da mal irgendwann jemanden gab, der ja ziemlich nett war. Und irgendwie ein bisschen süß.

..ist das Wissen was geschehen wird in diesem Jahr deiner Abwesenheit, in deinem Leben und in meinem. 

..ist das Vergessen was niemals eintreten kann, denn du existierst in den Gedanken und im Herzen, nur da, wo du auch bleibst. Trotzdem werde ich leben, die Momente, und glücklich sein, ohne dich.

..bist du.

©Netti

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HerzSchweigen 2/2

Das Mädchen fror nach wie vor, es war ihr so kalt ums Herz, dass auch ihre Tränen an der eisigen Luft zu frieren begannen, und es entstanden gefrorene Rinnsale aus eisigem Salzwasser. Sie sehnte sich so sehr nach Wärme und Glück, dass sie fast schon nicht mehr wusste wie sie noch weiter machen sollte, mit dem Glauben in dieser Welt, die für sie nur aus Kälte bestand.

Sie fragte sich, wie das all die Anderen machten, das Lieben und Verlieben und Zusammenwachsen, kannten die denn alle gar keine Ängste!? Gab es denn bei denen so etwas gar nicht? 

Existierte das etwa nur in ihrer Welt!? Das Einzigste was bei ihr zusammenwuchs waren all die teilzersplitterten Ängste, die sich mit der Zeit die verstrich, immer mehr zu manifestieren schienen. Wie gern würde sie darauf scheißen auf all diese hirnrissigen Ängste. Aber das war nicht so leicht, denn ihre Gedanken mischten mit. 

So gab es nicht nur das Herz mit dem Bauchgefühl, sondern auch die Gedanken, die wie scharfe Pfeile um sich schossen. Sie verfehlten das Herz, denn das war ja zerschrumpelt, eine  ekelhafte Rosine, alt und verbraucht. 

>>Hör‘ auf dein Herz!<<

Sagten die Leute, als das Mädchen wieder einmal nach der Liebe fragte.

>>Dein Bauchgefühl wird dir sagen was richtig ist, was falsch.<<

Wieder konnte sie all das Geschwätz nicht begreifen. Ihr Herz verdorrt vor Kälte. Alles Narren. Dumme Menschen, vor Liebe erblindet.

Und das Bauchgefühl!? Was sollte das sein, wo doch das Herz nicht im Bauche lag, wohl aber unter ihrer Brust schlug, schlagen sollte, denn die Frequenzen des Herzens nahm sie nun kaum mehr wahr. 

Das Mädchen verzweifelte beinahe und zerbrach sich den Kopf, obwohl ihr Verstand sich dagegen zu wehren versuchte. Niemand dachte so blödsinnige Sachen wie sie.

Also setzte sie sich in die Bahn und fuhr einfach los, egal wohin, sie hielt es einfach nicht mehr aus in ihrem Kopf, das Mädchen flüchtete vor ihren Gedanken. Vor der Kälte aus ihrem Herzen.

Ein Schrei ließ sie aufschrecken, sie musste eingeschlafen sein, die Bahn fuhr nicht mehr, komisch sie stand an einem Waldrand. Es dämmerte bereits. 

Das Mädchen hob ihren Kopf und schaute nach rechts. Sie blickte in den Lauf einer Waffe. Das wäre die Stelle an der ihr Herz hätte aufhören müssen zu schlagen, man sagte dann >>ihr rutschte das Herz in die Hose<<, aber bei ihr rutschte gar nichts, sie spürte es nicht einmal mehr schlagen. Vielleicht war sie bereits tot.

Als sie den Knall hörte und Blut floss erschrak sie zwar, aber sie wusste einfach nicht wessen Blut das war, und was das hier alles gerade sollte, während ihr Körper einfach in sich zusammensackte.

©Netti

Zweifelsohne.

„Ich koch was. 18 Uhr. Bei mir. Lecker Dessert gibt es auch. Lass uns gemeinsam speisen, wenn du magst. Wenn nicht, auch gut, bleibt mehr für mich.“, das habe ich gesagt zu ihm, um die Barriere die sich zu bilden beginnt, zwischen uns, zu zerbrechen. 

Ich und kochen, das kann ja nichts werden, denke ich, als ich hektisch eine Gratinsauce anrühre, während die Nudeln vor sich hinkochen. Das Dessert! Apfelsinen die ich filetiere, Naturjoghurt mit zerschmolzener Schokolade, Puderzucker, alles vermengen-fertsch! Wer hier nicht zerschmelzt, ist selber Schuld. Ich selber zerschmelze im Gedanken an ihn. So wie der Käse über dem Nudel-Gratin im Ofen. 

Wie schlimm wird er das Wohnhaus finden? Wie schlimm diese Wohnung, dessen Risse die Tapete zieren? Unzählige Adern sprießen an der Wand entlang und enthüllen Zeiten impulsiver Momente. Splitterndes Glas an der Wand, zersplittert am Boden, kaputt, entzwei. Doch beseitigt all die Narben und Scherben, aufgeräumt und sortiert. 

Überlegt streiche ich über meine Bücher, CD’s, DVDs. Kurzerhand frage ich mich ob ich ausmisten sollte, jetzt, bevor es klingelt. Meine Finger berühren den Buchrücken. 

„Wie gewinne ich das Herz eines Mannes!“ 

Lächerlich. Und albern. Und auch verzweifelt. Genauso der Inhalt dieses Buches. Basierend auf Spielchen, dessen Regeln ich niemals verstehen, niemals anwenden werde, um zu gefallen. Spielchen und Macht. Blödsinn.

Ich stopfe das Buch in ein Schubfach meiner Anbauwand. Das muss er nicht sehen. Vielleicht werfe ich es wirklich noch weg. 

Fragend stehe ich vor meinem Kleiderschrank. Überquellende Kleider, Hosen, Röcke. Kaum getragen, neu, fast neu. Da ist so viel und doch ist da nichts. Wie viel von dem bin ich!? Ich entscheide mich für den Wohlfühllook. Lässig-elegant.

Zerschmelze! Verführ‘ mich! Lieb‘ mich!

So wie ich bin.

Ich suche nach Fusseln und Krümeln am Boden, nach Narben und Masken im Gesicht. Die Worte seiner Zweifel in meinem Ohr. Die können nicht dein Ernst sein. Oder? Oder!? Das Herz klopft. Ich bin aufgeregt. 

Es klingelt. Laut. Und schellend.

Kurz atme ich ein und aus, und erinnere den letzten Besuch, vor eben dieser Tür. Ein Gegenüberstehen zwischen ihm, den Fotografen, und mir. Seine Augen ausdruckslos. Leer. Ohne Reue. Da war Gleichgültigkeit, Hass. An mich? Oder sich selbst gerichtet?

Ich öffne die Tür. Und blicke in strahlende Augen und ein umwerfendes Lächeln. Alles in mir schreit und verzehrt sich. Nach ihm und seiner Nähe. Doch der Fotograf ist es nicht. 

Ich schließe die Tür von innen und möchte etwas sagen, die schreckliche Wohngegend entschuldigend, doch die Worte bleiben ungesprochen. Seine Lippen treffen auf meine. Leidenschaftlich. Und bebend.

©Netti

Flügelschlagen im Bauch.

Dieser Mann, der Schmetterlinge verteilen lässt, im Bauch und nicht nur da. Da ist Glück, welches sich ausbreitet im Kopf und Verstand, im Denken und Handeln. Die Schmetterlinge toben und flattern, wissen gar nicht wohin, sie knallen gegeneinander vor Aufregung und Nervosität. Nähe, so viel Nähe, dazwischen Hitze und Leidenschaft. Glück über die Chemie, die so wunderbar übereinstimmt. Dem Mund umspielt ein Lachen. Echte Münder. Echte Freude. Augen, die lachen, zusammen mit dem Mund. Keine getragenen Masken, um sich zu schützen. Dafür Küsse, welche ineinander verschmelzen, eins werdend. Die Schmetterlinge im Bauch sind kirre im Kopf, und gehen beinahe kaputt vor so viel. Vor so viel Glücksempfinden. 

Hin und wieder jedoch fürchten sie sich, die Schmetterlinge im Bauch. Dann halten sie inne, erstarren in ihren Bewegungen, blicken furchtsam um sich und erwarten Motten, welche ihren Platz einnehmen. Doch da sind keine. Eigentlich sind da keine.

©Netti

Brief der Erinnerung

Lieber Fotograf,

Plötzlich weiß ich wieder wie sie klingen, deine Worte in meinem Ohr. Mit einem Schlag ist sie mir wieder so present, deine Stimme die so melodiös und tief in mein Innerstes dringt. Der tiefe, erotische Klang der mich kitzelt in meinem Herzen und nicht nur da, mein Körper spannt sich an, wenn ich daran denke wie du mich berührst, mit deinen Worten, jede einzelne Haare meines Körpers stellt sich auf. Dein Lachen welches deinen Mund verlässt, so herzlich, so echt. So echt, wie du neben mir gelegen bist, deine zärtlichen Hände streichelten vorsichtig meine Haut, deine Finger fuhren sanft über meinen Arm. Mein Herz hüpfte vor Freude und Aufregung. Dennoch verließen stumme Tränen der Trauer meine Augen. Wenn ich daran zurückdenke möchte ich mich verfluchen dafür, ich war dir so nah und gleichzeitig war ich es nicht. Deine wunderschönen Augen blickten mich beruhigend an, sie sprachen eine Sprache für sich, und doch spendeten sie mir unglaublichen Trost, unbezahlbaren Trost, dem ich dir so dankbar war. Du nahmst mich in deine starken Arme, deine großen Hände legten sich schützend um meinen Körper. Ich konnte deinen schnellen Herzschlag spüren, oder war es nur der meine, der sich auf dich übertrug? Zu gerne möchte ich die Zeit zurückdrehen, und die Tränen ungeweint machen.

Wir beide im Bett, nebeneinander,stundenlang schauen wir uns einfach nur an. Meine Hand welche sich einen Weg zu deiner Wange sucht um jeden Zentimeter deines Gesichtes zu erfühlen, nur die leichte Beleuchtung der Straßenlampe lässt einen Teil deines Gesichtes erahnen, doch im Geiste sehe ich dich komplett vor mir, mit all deinen Zügen, all deinen Malen und all deinem Glanz. Meine Hände fahren sanft über deine Augenbrauen entlang, vorsichtig und sacht, mit einem leichten Schleier der Zurückhaltung und Unterlassung, berührt mich dein Blick auf meinem Körper. Ein innerlicher Kampf. Sanft streiche ich mit meinen Fingern deine Arme entlang, deine Härchen stellen sich auf, und ich kann deine Gänsehaut sehen. Nun ist meine Hand an deinem Bauch, deiner Brust, liebevoll berühre ich deine Brustwarze. Kreisend umspielen meine Finger deine männliche Brust. Ich schiebe meinen Körper näher an den deinen, mich umgibt eine Welle der Lust. Noch immer machst du keine Anstalten dich zu rühren, doch ich höre deinen Herzschlag, der sich so laut an meine Hände drückt, du schluckst, dass kann ich sehen während dein Adamsapfel auf und ab hüpft, nur kurz, doch das ist mir nicht entgangen. Dein Duft hüllt mich in eine Wolke aus Lust und Anziehung. Ich verzehre mich so sehr nach dir! Meine Hände setzen ihren Weg fort, sie wandern nun weiter bis zu dem Bund deiner Shorts. Sanft fahre ich den Bund nach und schiebe meinen Finger nur minimal darunter, so dass du leicht zusammenzuckst. Habe ich dich mit der Hitze meiner Fingerspitze verbrannt? Ein leiser Laut entweicht aus deiner Kehle, den ich nicht zu deuten vermag, doch urplötzlich umgreifst du meinen so zierlichen und kleinen Körper mit deinen starken, beschützenden Händen. Nun liegst du über mir, deine Hände packen meine Arme und drücken sie an das Bettgestell,  ich spüre deine Lust, dein angespannter Körper drückt sich haltlos an den meinen. Du küsst mich. Atemlos. Gierig. Fordernd dringt deine Zunge in mich ein und umspielt meine Zunge mit stupsenden Bewegungen. Ich intensiviere den Kuss, indem ich sanft deine Unterlippe beiße, uns entweicht ein leises Stöhnen.

Die Fantasie ist ein Arschloch, wenn es um unterdrückte Gefühle geht! Hast du eine Ahnung, was du mit dem einen Kuss, damals, auf meiner Couch, in mir zum Rollen gebracht hast? Kannst du auch nur erahnen, was das in mir losgelöst hat? Ich fühlte mich schwerelos, wie eine Feder im Wind, dahinschwebend, egal wohin, hauptsache mit dir. Du hast mich so tief berührt wie schon lang keiner mehr. Dein Kuss schmeckte nach Leidenschaft, nach Geben wollen und nicht nur nehmen, er schmeckte nach Hoffnung und Herzrasen, doch mit einem Schlag kam die Bitterkeit und ich schmeckte Hass und Zerstörung, Wut und Berechnung. Und dann ein Splittern. Mein Herz zerbrach in 1000 Scherben, ein Teil davon bohrte sich in dein Gesicht, denn plötzlich verzog es sich zu einer verbitterten Grimasse.

Von diesem Anblick habe ich mich noch immer nicht erholt, noch immer bin ich nicht genesen von dieser herausgepressten Wut, wusstest du, dass die Wut, die du aussendest, auf dich selber zurückschiesst? Ich hätte auch am Liebsten geschossen, nicht mit Wut sondern mit kleinen Pfeilen der Vernichtung. So sehr hast du mich getroffen! Die Welt hat aufgehört, in dem Moment, sich für mich zu drehen. Das war rücksichtslos, von dir, denn auf einer Erde die sich nicht dreht kannst auch du nicht existieren, wusstest du das? Du hast dir somit dein eigenes Grab geschaufelt, auch wenn du der Erde dann gnädiger Weise einen Schubs des Wiederantriebs verpasst hast, ist sie doch aus dem Ruder geraten, besonders für dich. Also bedenke, mein Freund, was du tust, immer! Denn das Gute wie das Schlechte, es kommt alles zurück! Das Pech, und das Glück!

Dennoch vergeht kein Tag, andem ich nicht an dich denke. Ich frage mich wo du bist, und was du machst. Frage mich, ob du noch lachen kannst, so herzlich und echt, wie du mir dein Lachen schenktest. Oder hast du vielleicht verlernt wie man lacht? Ich könnte es dir nicht verdenken. Verschwendest du auch nur einen einzigsten Gedanken an mich? Immermal wieder erwische ich mich dabei wie ich dein Profil aufrufe, dann betrachte ich stundenlang dein Gesicht, ich zoome es ganz nah an mich heran, so nah dass ich deinen Mund beinahe berühren könnte, dich schmecken könnte und fühlen. Deine Augen, wie sie fast schon leer in die Kamera blicken, das ist die Stelle an der mir eine Gänsehaut über den Rücken fährt, weil die Augen mich genauso anblickten, als du sagtest ich solle mich nicht verlieben, in dich. Es ist zu spät. War es schon seit dem verdammten Fahrradunfall, und einmal mehr verfluche ich dich für deine Heldentat. Hättest du auch da nicht einfach selbstsüchtig handeln können? So wie in allem was daraufhin folgte? Du bist das allergrößte Arschloch in das ich mich je verlieben musste, und dafür hasse ich dich.

Ich hasse dich dafür, dass es mir trotzallem nicht egal ist, wie es dir jetzt geht. Und ich hasse dich dafür, dass du mich einfach so hast stehen lassen, vor meiner eigenen Tür, die ich vor deiner Nase zuschlug, um mich zu schützen.

Damals wollte ich dass du bleibst.

Heute möchte ich dass du gehst. Verschwinde!  Aus meinem Kopf! Aus meinem Herzen! Du hast dadrin nichts verloren.

©Netti

 

 

Zwischen Geben und Nehmen.

Du bemerkst, dass nicht alle Freunde in deinem Leben bleiben werden, denn die Distanz scheint immer größer. Du weißt nicht was du falsch machst, aber du merkst dass du keine Kraft mehr hast zu kämpfen. Du hast keine Kraft mehr um Freundschaft betteln zu müssen. Du hast keine Kraft mehr zu geben, wenn nichts zurück kommt. Wo ist das Miteinander geblieben von einst? Sogar die Schnelllebigkeit der Freundschaften lässt sich nicht aufhalten. Vielleicht solltest du den Rat deiner spanischen Freundin, am Ende der Welt, bestehend aus virtueller Kommunikation und Vertrauen, über Internet Seiten neue Freunde zu suchen, wahrnehmen. Echte Freunde. Beständige Freunde. Doch selbst dazu fehlt dir momentan die Kraft. Du sehnst dich nach einer innigen, ehrlichen Freundschaft mit Vertrauen und Halt. Nimmst du zu viel als dass du gibst? Ist es das? Aber was wenn du so gern geben möchtest, es doch aber nicht angenommen wird? Soll man sich etwa aufdrengen?

Auch der Fotograf ist abweisender denn je. Zwar eine Entschuldigung von seiner Seite, über sein rückkehrendes scheiß Verhalten, aber dennoch ist irgendwas anders. Auf deine Nachrichten antwortet er erst nach vergangenen zwei bis drei Tagen, er distanziert sich immer mehr. Das Geschreibe verhält sich abweisend, und kühl, kein Funke zeigt dass er dir noch vor kurzem ein großer Halt war, dir Trost spendete, während er neben dir lag und deine Hand streichelte, die ganze Nacht lang. Es schmerzt so sehr, denn er fehlt dir. Du weißt wieder nicht, was du falsch gemacht hast, wo dein verdammter Fehler lag, der sich ihm von dir entfernen ließ. Was kannst du noch tun?

Du bist ratlos und hast es so satt niemals Antworten zu bekommen, denn immer treten Menschen die du einst zu schätzen wusstest unerwartet aus dein Leben, ohne dir auch nur einen Grund zu liefern. Eine Erklärung für dein Hirn, bestehend aus lauter blinkenden Fragezeichen, nicht existent.

©Netti

Pirouette im Hirn. 9/11

Manchmal baut man sich selber einen Abrund, aus Gedanken, die einen immer tiefer fallen lassen. Man befindet sich in einem Strudel, bestehend aus Selbstzweifeln und Ängsten. Hilfe nimmt man nicht an. Man kann nicht. Nicht weil man nicht kann, sondern weil man glaubt es nicht zu können. Also ändert sich nichts. Alles bleibt beim Alten. Das Schlimme daran ist nicht, dass man sich selber zerstört, nein, das Schlimme daran, das wirklich Schlimme ist, dass man die Menschen der Umgebung mit zerstört, und ruiniert. Die, die es eigentlich ehrlich mit einem meinen. Die, die einem nur das Beste wünschen.

Doch eines darf man nicht vergessen: Gefühle stecken an! Niemand verbringt seine Zeit gern mit traurigen Menschen.

Natürlich keine Nachricht von ihm, an dem Abend, also bist du es, die schreibt. Fragst ihn, ob er trotzdem gut angekommen ist. Er antwortet und ist genervt wegen des Rades. „Kleine Sünden bestraft der Liebe Herr sofort!“, schreibst du ihm und meinst es auch so. Er kapiert das nicht, und du verschweigst ihm die wahre Bedeutung, verschweigst ihm, was du ihm eigentlich damit sagen möchtest. Denn auf Vorwürfe hast du keine Lust. Also schiebst du die Schokobons vor die Lücke, die, die er an dem Abend alle verdrückt hat. Deine Schokobons, die er liebt. So wie du. Also bietet er dir neue Schokobons an, wenn die Tüte denn hält, nach dem Kauf. Ihr tut, als sei nichts gewesen, als sei nichts passiert. Ihr tut, als sei alles in Butter. Er schickt dir Fotos, von der Außenansicht deiner Arbeit. Er möchte deiner Chefin Hallo sagen, nicht dir. Denn auch sie hatte ein Shooting bei ihm. Business. Sie hat Schuld, dass du ihm begegnet bist. Beim Shooting hatten sie eine Menge Spaß. Logisch. Auch deine Chefin trägt eine Maske in ihrem Gesicht. Gleich und gleich gesellt sich nun einmal gern. Ihr schreibt sinnlose Sachen hin und her. Wieder einmal. Ohne den eigentlichen Kern zu entfernen. Der Kern, der die Bitterstoffe verteilt. Der Kern, der dich zum würgen bringt, weil er zu tief rutscht, in die falsche Röhre. Denn plötzlich hängt er dir in der Luftröhre, und du musst röcheln, weil er dir die Luft nimmt, zum Atmen.

Du weinst, aber dieses Mal nicht wegen deinem Papa. Dieses Mal nicht. Heiße Tränen laufen dir über die Wange, weil du verletzt bist. Denn eigentlich bist du das. Dein Herz aus Stein, welches irgendwie doch noch ein wenig Regung zeigt, welches irgendwie doch noch immer am Leben ist, aber nicht der Stein an sich, sondern sein Inneres, denn der Stein ist ja nur die Hülle.

Du verstehst nicht, was da eigentlich passiert ist. Und wieso. Deine Zunge leckt über die Lippen. Und du schmeckst Salz. Wahrscheinlich magst du das salzige Gewürz deswegen so gern. Du hast einmal zu viel an deinen Tränen probiert. Einmal zu viel deinen eigenen Schmerz gekostet. Mit der Zeit hast du dich an vieles gewöhnt, auch an diesen Geschmack.

Du kannst damit umgehen. Mit dem erneuten Verlust.

Du hast kein Problem damit, auch wenn es schmerzhaft ist, für den ersten Moment, immer wieder. Neu. Doch er kann es nicht, er hat es nie gelernt. Den Umgang mit seinen Verlusten. Wieder zerbrichst du dir den Kopf, über ihn, den Fotografen. Zerbrichst dir seinen Kopf. Über seine Zweifel und Ängste, und über sein Leben. Nicht dein Leben. Sondern das Seine.

Du verstehst nicht, weshalb er dich erst küsst, wenn er doch nur an einer angeblichen Freundschaft interessiert ist.

Du verstehst nicht, wie das alles sein kann. Und der Spruch danach, der macht es nicht besser, erst Recht nicht. Denn dieser Spruch, dieses: „Verlieb´ dich nicht in mich!“ ist nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt.

Du kapierst einfach nicht wieso das Ganze, wieso er erst den scheiß Kontakt zu dir gesucht hat. Verstehst nicht, wieso, wieso, wieso. Obwohl du es versuchst, versuchst, ihn zu verstehen, dich in ihn reinzuversetzen, denn das kannst du doch so gut. Nur diesesmal will es dir einfach nicht gelingen. Es will dir nicht gelingen.

Doch am allerwenigsten verstehst du, weshalb er dich nicht einfach hat liegen lassen, auf dieser scheiß Straße, mit deinem scheiß Kopf und seinem scheiß Fahrrad. Denn dann, dann hättest du dich gar nicht erst in ihn verliebt. Dann wärst du ihm wahrscheinlich nicht so schrecklich nahe gekommen. Körperlich, und emotional.

Du bist dir einfach sicher, dass der Schmerz am Ende einfach nicht der Selbe gewesen wäre. Weil dir diese Seite in ihm verborgen geblieben wäre. Der Retter. Der Held. Der Beschützer. Jemand, dem Dein Wohl wichtiger ist als Seines.

Du hasst ihn dafür, dass du ihm je begegnet bist.

Du hasst ihn dafür, dass er dich jemals angeschrieben hat.

Und du hasst dich dafür, dass du ihn aber einfach nicht hassen kannst. Ihn, den Fotografen!

© Netti