Zweifelsohne.

„Ich koch was. 18 Uhr. Bei mir. Lecker Dessert gibt es auch. Lass uns gemeinsam speisen, wenn du magst. Wenn nicht, auch gut, bleibt mehr für mich.“, das habe ich gesagt zu ihm, um die Barriere die sich zu bilden beginnt, zwischen uns, zu zerbrechen. 

Ich und kochen, das kann ja nichts werden, denke ich, als ich hektisch eine Gratinsauce anrühre, während die Nudeln vor sich hinkochen. Das Dessert! Apfelsinen die ich filetiere, Naturjoghurt mit zerschmolzener Schokolade, Puderzucker, alles vermengen-fertsch! Wer hier nicht zerschmelzt, ist selber Schuld. Ich selber zerschmelze im Gedanken an ihn. So wie der Käse über dem Nudel-Gratin im Ofen. 

Wie schlimm wird er das Wohnhaus finden? Wie schlimm diese Wohnung, dessen Risse die Tapete zieren? Unzählige Adern sprießen an der Wand entlang und enthüllen Zeiten impulsiver Momente. Splitterndes Glas an der Wand, zersplittert am Boden, kaputt, entzwei. Doch beseitigt all die Narben und Scherben, aufgeräumt und sortiert. 

Überlegt streiche ich über meine Bücher, CD’s, DVDs. Kurzerhand frage ich mich ob ich ausmisten sollte, jetzt, bevor es klingelt. Meine Finger berühren den Buchrücken. 

„Wie gewinne ich das Herz eines Mannes!“ 

Lächerlich. Und albern. Und auch verzweifelt. Genauso der Inhalt dieses Buches. Basierend auf Spielchen, dessen Regeln ich niemals verstehen, niemals anwenden werde, um zu gefallen. Spielchen und Macht. Blödsinn.

Ich stopfe das Buch in ein Schubfach meiner Anbauwand. Das muss er nicht sehen. Vielleicht werfe ich es wirklich noch weg. 

Fragend stehe ich vor meinem Kleiderschrank. Überquellende Kleider, Hosen, Röcke. Kaum getragen, neu, fast neu. Da ist so viel und doch ist da nichts. Wie viel von dem bin ich!? Ich entscheide mich für den Wohlfühllook. Lässig-elegant.

Zerschmelze! Verführ‘ mich! Lieb‘ mich!

So wie ich bin.

Ich suche nach Fusseln und Krümeln am Boden, nach Narben und Masken im Gesicht. Die Worte seiner Zweifel in meinem Ohr. Die können nicht dein Ernst sein. Oder? Oder!? Das Herz klopft. Ich bin aufgeregt. 

Es klingelt. Laut. Und schellend.

Kurz atme ich ein und aus, und erinnere den letzten Besuch, vor eben dieser Tür. Ein Gegenüberstehen zwischen ihm, den Fotografen, und mir. Seine Augen ausdruckslos. Leer. Ohne Reue. Da war Gleichgültigkeit, Hass. An mich? Oder sich selbst gerichtet?

Ich öffne die Tür. Und blicke in strahlende Augen und ein umwerfendes Lächeln. Alles in mir schreit und verzehrt sich. Nach ihm und seiner Nähe. Doch der Fotograf ist es nicht. 

Ich schließe die Tür von innen und möchte etwas sagen, die schreckliche Wohngegend entschuldigend, doch die Worte bleiben ungesprochen. Seine Lippen treffen auf meine. Leidenschaftlich. Und bebend.

©Netti

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Pipi in den Augen.

Manchmal bist du von dir selber gerührt, gerührt und überwältigt von der Liebe die du fähig bist zu empfinden. Und dann weinst du. Du weinst emotionale Tränen der Rührung, vermischt mit Trauer, Vergangenheit und Erinnerung. Du bist gerührt vor der Tiefe hinter dem Konzept. Dem Konzept für dein Buch, dem Buch was du ihm widmest, ihm, deinem Papa. Es geht los. Die Wörter fließen, während die Tränen wieder trocknen. Papa, ich liebe dich.

©Netti

Montag-Sonntag. 

„Was für einen Tag haben wir heute!?“, fragst du dich. Du lebst im Montag, im Dienstag, im Mittwoch, im Donnerstag, im Freitag und im Sonntag, weil du einfach nicht weißt dass heute Samstag ist. Und morgen zum Sonntag willst du schnell noch Zigaretten kaufen und Obst und Gemüse, du lebst ja trotzdem gesund, auch wenn du rauchst. Dann stehst du vorm Netto, Penny, Rewe, Hit, Aldi, Kaufland oder schwarzen Netto, du wunderst dich wieso der Parkplatz leer ist und keine Autos stehen, wieso keine Omis mit dem Rollator vor dir hertraben, eine Tüte mit Lebensmitteln vor sich herschiebend, wieso keine Mütter mit nach Eis und Überraschungseiern schreienden Kindern im Schlepptau, ihren Einkaufswagen spazieren fahren, wieso keine Penner die dem Alkohol verfallen sind, mit vollen Bier,- und Vodkaflaschen den Einkaufsmarkt verlassen. Du wunderst dich und gehst trotzdem bis vor den Nettoladen, du glaubst du hast Glück, denn es ist einfach nicht so viel los. Dann stehst du vor den Schiebetüren und wunderst dich warum die nicht aufgehen, haben die vergessen aufzuschließen? Du schaust verwundert auf die Öffnungszeiten denn es ist ja mitten in der Woche,- natürlich ist da offen! Und dann stehst du dort und bist verwirrt und weil nach einer gefühlt halben Stunde noch immer  keiner aufmacht, fängt irgendwas zu klingeln an, in deinem Kopf, oder im Handy. Und dann siehst du deine Erinnerung, die dir sagt dass heute Sonntag ist.

©Netti

Brief der Erinnerung

Lieber Fotograf,

Plötzlich weiß ich wieder wie sie klingen, deine Worte in meinem Ohr. Mit einem Schlag ist sie mir wieder so present, deine Stimme die so melodiös und tief in mein Innerstes dringt. Der tiefe, erotische Klang der mich kitzelt in meinem Herzen und nicht nur da, mein Körper spannt sich an, wenn ich daran denke wie du mich berührst, mit deinen Worten, jede einzelne Haare meines Körpers stellt sich auf. Dein Lachen welches deinen Mund verlässt, so herzlich, so echt. So echt, wie du neben mir gelegen bist, deine zärtlichen Hände streichelten vorsichtig meine Haut, deine Finger fuhren sanft über meinen Arm. Mein Herz hüpfte vor Freude und Aufregung. Dennoch verließen stumme Tränen der Trauer meine Augen. Wenn ich daran zurückdenke möchte ich mich verfluchen dafür, ich war dir so nah und gleichzeitig war ich es nicht. Deine wunderschönen Augen blickten mich beruhigend an, sie sprachen eine Sprache für sich, und doch spendeten sie mir unglaublichen Trost, unbezahlbaren Trost, dem ich dir so dankbar war. Du nahmst mich in deine starken Arme, deine großen Hände legten sich schützend um meinen Körper. Ich konnte deinen schnellen Herzschlag spüren, oder war es nur der meine, der sich auf dich übertrug? Zu gerne möchte ich die Zeit zurückdrehen, und die Tränen ungeweint machen.

Wir beide im Bett, nebeneinander,stundenlang schauen wir uns einfach nur an. Meine Hand welche sich einen Weg zu deiner Wange sucht um jeden Zentimeter deines Gesichtes zu erfühlen, nur die leichte Beleuchtung der Straßenlampe lässt einen Teil deines Gesichtes erahnen, doch im Geiste sehe ich dich komplett vor mir, mit all deinen Zügen, all deinen Malen und all deinem Glanz. Meine Hände fahren sanft über deine Augenbrauen entlang, vorsichtig und sacht, mit einem leichten Schleier der Zurückhaltung und Unterlassung, berührt mich dein Blick auf meinem Körper. Ein innerlicher Kampf. Sanft streiche ich mit meinen Fingern deine Arme entlang, deine Härchen stellen sich auf, und ich kann deine Gänsehaut sehen. Nun ist meine Hand an deinem Bauch, deiner Brust, liebevoll berühre ich deine Brustwarze. Kreisend umspielen meine Finger deine männliche Brust. Ich schiebe meinen Körper näher an den deinen, mich umgibt eine Welle der Lust. Noch immer machst du keine Anstalten dich zu rühren, doch ich höre deinen Herzschlag, der sich so laut an meine Hände drückt, du schluckst, dass kann ich sehen während dein Adamsapfel auf und ab hüpft, nur kurz, doch das ist mir nicht entgangen. Dein Duft hüllt mich in eine Wolke aus Lust und Anziehung. Ich verzehre mich so sehr nach dir! Meine Hände setzen ihren Weg fort, sie wandern nun weiter bis zu dem Bund deiner Shorts. Sanft fahre ich den Bund nach und schiebe meinen Finger nur minimal darunter, so dass du leicht zusammenzuckst. Habe ich dich mit der Hitze meiner Fingerspitze verbrannt? Ein leiser Laut entweicht aus deiner Kehle, den ich nicht zu deuten vermag, doch urplötzlich umgreifst du meinen so zierlichen und kleinen Körper mit deinen starken, beschützenden Händen. Nun liegst du über mir, deine Hände packen meine Arme und drücken sie an das Bettgestell,  ich spüre deine Lust, dein angespannter Körper drückt sich haltlos an den meinen. Du küsst mich. Atemlos. Gierig. Fordernd dringt deine Zunge in mich ein und umspielt meine Zunge mit stupsenden Bewegungen. Ich intensiviere den Kuss, indem ich sanft deine Unterlippe beiße, uns entweicht ein leises Stöhnen.

Die Fantasie ist ein Arschloch, wenn es um unterdrückte Gefühle geht! Hast du eine Ahnung, was du mit dem einen Kuss, damals, auf meiner Couch, in mir zum Rollen gebracht hast? Kannst du auch nur erahnen, was das in mir losgelöst hat? Ich fühlte mich schwerelos, wie eine Feder im Wind, dahinschwebend, egal wohin, hauptsache mit dir. Du hast mich so tief berührt wie schon lang keiner mehr. Dein Kuss schmeckte nach Leidenschaft, nach Geben wollen und nicht nur nehmen, er schmeckte nach Hoffnung und Herzrasen, doch mit einem Schlag kam die Bitterkeit und ich schmeckte Hass und Zerstörung, Wut und Berechnung. Und dann ein Splittern. Mein Herz zerbrach in 1000 Scherben, ein Teil davon bohrte sich in dein Gesicht, denn plötzlich verzog es sich zu einer verbitterten Grimasse.

Von diesem Anblick habe ich mich noch immer nicht erholt, noch immer bin ich nicht genesen von dieser herausgepressten Wut, wusstest du, dass die Wut, die du aussendest, auf dich selber zurückschiesst? Ich hätte auch am Liebsten geschossen, nicht mit Wut sondern mit kleinen Pfeilen der Vernichtung. So sehr hast du mich getroffen! Die Welt hat aufgehört, in dem Moment, sich für mich zu drehen. Das war rücksichtslos, von dir, denn auf einer Erde die sich nicht dreht kannst auch du nicht existieren, wusstest du das? Du hast dir somit dein eigenes Grab geschaufelt, auch wenn du der Erde dann gnädiger Weise einen Schubs des Wiederantriebs verpasst hast, ist sie doch aus dem Ruder geraten, besonders für dich. Also bedenke, mein Freund, was du tust, immer! Denn das Gute wie das Schlechte, es kommt alles zurück! Das Pech, und das Glück!

Dennoch vergeht kein Tag, andem ich nicht an dich denke. Ich frage mich wo du bist, und was du machst. Frage mich, ob du noch lachen kannst, so herzlich und echt, wie du mir dein Lachen schenktest. Oder hast du vielleicht verlernt wie man lacht? Ich könnte es dir nicht verdenken. Verschwendest du auch nur einen einzigsten Gedanken an mich? Immermal wieder erwische ich mich dabei wie ich dein Profil aufrufe, dann betrachte ich stundenlang dein Gesicht, ich zoome es ganz nah an mich heran, so nah dass ich deinen Mund beinahe berühren könnte, dich schmecken könnte und fühlen. Deine Augen, wie sie fast schon leer in die Kamera blicken, das ist die Stelle an der mir eine Gänsehaut über den Rücken fährt, weil die Augen mich genauso anblickten, als du sagtest ich solle mich nicht verlieben, in dich. Es ist zu spät. War es schon seit dem verdammten Fahrradunfall, und einmal mehr verfluche ich dich für deine Heldentat. Hättest du auch da nicht einfach selbstsüchtig handeln können? So wie in allem was daraufhin folgte? Du bist das allergrößte Arschloch in das ich mich je verlieben musste, und dafür hasse ich dich.

Ich hasse dich dafür, dass es mir trotzallem nicht egal ist, wie es dir jetzt geht. Und ich hasse dich dafür, dass du mich einfach so hast stehen lassen, vor meiner eigenen Tür, die ich vor deiner Nase zuschlug, um mich zu schützen.

Damals wollte ich dass du bleibst.

Heute möchte ich dass du gehst. Verschwinde!  Aus meinem Kopf! Aus meinem Herzen! Du hast dadrin nichts verloren.

©Netti

 

 

The Double

  

Zur moralischen Unterstützung begleitet dich dein bester Kumpel zum Venenspezialisten, denn schon wieder musst du da antanzen zum Nachspritzen, hoffentlich das letzte Mal. Als du ins Behandlungszimmer kommst musst du dich frei machen und wartend auf der Liege liegen, bis dass der Arzt endlich erscheint um mit der Behandlung zu beginnen. Du hast panische Angst vor Spritzen, Nadeln im Allgemeinen. Also ringst du mit dir und der Angst die in dir wächst, die Beruhigungsglobuli verfehlen ihre Wirkung. Die Zeit schreitet voran, es vergehen Sekunden und Minuten, die du frierend und halbnackt auf der Liege verbringst, es kommt dir vor wie Stunden, du glaubst schon dass man dich vergessen hat, dabei möchtest du es einfach nur hinter dir haben. Nach einer halben Stunde endlich erscheint der Arzt und es ist dir unangenehm so in Schlüppi vor ihm zu liegen, das letzte Mal hattest du wenigstens noch einen Überzieher von der Schwester bekommen, doch nun hast du nichts was dich verdeckt. Der Arzt sieht dir deine Panik an und wirkt verwundert, es kommt dir vor als belächelt er dich, denn meine Güte, es sind doch nur ein paar Piekser, das ist doch nichts. 

Du erinnerst die Operation als du in grünem Kittel auf dem OP Tisch lagst, ohne Narkose ohne Leck-mich-am-Arsch Pillen, ganz allein nur mit dir und deiner Angst, die dich beinahe auffraß. Du hast alles gespürt, denn auch die Betäubung verfehlte die Wirkung und du lagst da und bekamst keine Luft, hattest das Gefühl zu ersticken. Diese Schwere auf deiner Brust, die dir die Luft zum Atmen nahm, mit jedem Stich in der Leiste den du spürtest. Es kam dir vor als zöge man deine Venen mit bloßen Händen heraus, dein Kopf der beinahe zu zerplatzen drohte. Du schnapptest nach Luft, wie ein Fisch kurz vorm Ertrinken. Die Schwester bemerkte deine Hyperventilation, fragte den Arzt ob sie dich an den EKG hängen sollten, doch der Arzt winkte ab: >>Das geht schon gleich wieder.<<

Nach der heutigen Behandlung bist du erleichtert und stolz auf dich, denn dieses Mal hast du nicht geweint, diesmal hast du keine Tränen des körperlichen Schmerzes vergossen. Du spazierst mit deinem Kumpel durch die Stadt, du hast vor dich mit einem Buch zu belohnen. Im Hugendubel könntest du Wochen verbringen. In deiner Tüte befinden sich dann doch zwei Bücher. Du hast schließlich nicht geweint! Dein Kumpel redet viel, heute, er bekommt den Mund kaum zu, was schwierig zu ertragen ist, denn schon wieder hast du böse Kopfschmerzen. Du wünschst dir einfach nur Ruhe, Stille für einen Moment. Ihr schlendert noch gemütlich durch den Media Markt, vielleicht gibt es ja noch eine CD für ihn. An der Information steht der Fotograf. Dein Herzl rutscht dir beinahe in die Hose, am liebsten möchtest du sterben. Jetzt. Gleich hier, auf der Stelle. Du schaust noch einmal hin, genauer diesmal, und dir wird bewusst, dass es nicht der Fotograf ist, dafür ist dieser Herr etwas zu füllig, ganz leicht nur, minimal. Dennoch schaut er ihm zum Verwechseln ähnlich und du drehst dich immer wieder um, denn vielleicht ist er es ja doch, so genau hast du ihm bei seinem letzten „Besuch“ ja gar nicht betrachten können. Er sieht ihm so ähnlich! Es sind sozusagen seine Züge, seine Größe, der Blick, die Brille, die versteckte Arroganz, der leichte Bart, nur die Haare sind etwas länger, von der Struktur her jedoch absolut identisch. Du bist verblüfft und gleichzeitig wütend, wie er es wagen kann, wie dieser Typ es wagen kann ihm so ähnlich zu sein!? Wo der Fotograf doch einmalig ist. Wie kann er es wagen sich nun wieder in dein Denken, Empfinden und Handeln zu schleichen!? Du siehst ihn, den Fotografen, obwohl du ihn nicht siehst, weil er nicht da ist. Und doch ist er wieder present, ohne dass du es auch nur beeinflussen kannst, denn dein Unterbewusstsein ist dabei dir einen Streich zu spielen, dich hereinzulegen und dir höhnisch lachend die Zunge heraus zu strecken. 

Ihr schlendert zurück zur Haltestelle und alles erinnert dich an ihn, den Fotografen. Da ist das Restaurant indem ihr Essen ward, zu eurem 1.Date. Ihr steht dort, wo er dich verabschiedet hat, mit einer Umarmung, auf ein nächstes Mal hoffend. An der freien Stelle kurz vor der Haltestelle recktest du deinen Kopf nach oben, Schneeflocken rieselten auf dich nieder. Du freutest dich über den Schnee, für ihn, denn er mochte Schnee. 

Ihr fahrt mit der Bahn bis zu dir und ihr steigt aus, als ihr euer Ziel erreicht. Zu Fuß lauft ihr ein paar Meter bis zu deiner Wohnung. Ihr kommt an der Stelle vorbei, an der du die Kontrolle über deine Körperhaltung verlorst. Die Stelle, an der Euer Rad-Unfall war. Von ihm den Fotografen, und dir. Du lagst auf dem Asphalt, seine Hände hielten schützend deinen Kopf umschlungen. 

Dein Kumpel neben dir erzählt dir ganze Anekdoten, doch du kannst ihm gerade einfach nicht folgen, dabei bist du ihm so dankbar dass er dich begleitet hat. 

In deiner Wohnung macht ihr euch noch einen gammligen Tag, einfach Füße hoch, du bist kaputt. Ihr schaut fern und du versuchst einfach nur abzuschalten und dich berieseln zu lassen, von dem Müll der da läuft. Gegen Abend verabschiedet er sich und du bist doch irgendwie froh, als die Tür hinter ihm schließt, gleichzeitig aber hasst du dich für dieses Empfinden.

Wenn du den Fotografen gesehen hattest, wolltest du nie das er geht, du wolltest dass er bleibt, am Liebsten für immer.

©Netti

In memory

Manchmal sehe ich dein Gesicht noch deutlich vor mir. Wie bei einem Sinneseindruck, wenn der Betrachter glaubt Objekte wahrzunehmen, die nicht vorhanden sind. Kennst du das, wenn du einen Würfel vor dir hast und die Kanten, die normalerweise nicht sichtbar sind, im Gehirn ergänzt werden? Man glaubt etwas zu sehen, was nicht existiert. Ich sehe dein Gesicht, obwohl es nicht da ist. Jede Lachfalte, die du um deine Augen trägst, deine strahlenden Augen, dein Lächeln.., all das so real. Diese Momente versuche ich oftmals minutenlang festzuhalten, damit ich niemals vergesse wer du gewesen bist, als ich dich kennenlernte. Doch leider ist der Augenblick oft nur von kurzer Dauer und ich danach mit einer schrecklichen Traurigkeit erfüllt, weil dein Bild in meinem Kopf nach und nach verblasst. Kennst du das Gefühl der Traurigkeit, wenn dir etwas genommen wird, wie bei mir die Erinnerung an dich, welche mit der Zeit immer schwächer wird!? 

©Netti
*Liebesbrief an einen Mann welcher die Liebe nicht erwiderte.