Alles kann. Nichts muss. 11/11

Manchmal glaubt man, es geht nicht mehr schlimmer.

Manchmal hat man das Gefühl, man ist schon zu sehr verletzt, das ist überhaupt nicht mehr steigerbar.

Manchmal glaubt man dass eine einzige blöde Nachricht, nicht noch blöder werden kann.

Manchmal gibt man sich selber die Schuld an allem, an dem Verlauf der Dinge.

Manchmal glaubt man einen großen Fehler gemacht zu haben, mit einer Entscheidung, die man im Leben trifft.

Und manchmal ist nichts im Leben selbstverständlich.

Wenn man die Hoffnung schon fast aufgegeben hat, die Hoffnung auf ein Ende was gut ist, irgendwie besser als das, was einem vor´s Herz geknallt wurde, erscheint zumeist ein kleines Licht am Himmel, so klein jedoch, dass es kaum wahrnehmbar scheint. Man zögert noch und ist verwirrt, man glaubt zu halluzinieren, doch das Licht ist tatsächlich da. Grell und blendend scheint es einem entgegen und man ist bemüht zu glauben, dass es einem Selber gilt, das Licht, die Hoffnung, die damit einhergeht, und nicht irgendwen anders.

Und manchmal existiert die Chance, zu einer Wurst zu werden, die Wurst welche zwei Enden hat, zwei Enden und nicht nur eins. Zumindest kann man sich dann das bessere Ende heraussuchen, ein Ende, was irgendwie ein bisschen offen ist.

Noch immer blutet dein Herz, dein Steinherz, welches seine farblosen, verkrusteten Steinsplitter von sich abstößt, anstatt Tropfen glänzenden Herzblutes. Noch immer kannst du nicht vergessen, was er dir per sinnloser Nachricht an den Kopf wirft. Nämlich nichts. Das Schlimmste, findest du, das Schlimmste daran ist dieses Schweigen, dieses Nichts in das man schmerzhaft gestoßen wird, dieses Nichts, was dich in Dunkelheit umhüllt. Schläge, meinst du, sind besser als all dieses Schweigen, dieses Nichts um dich herum. Schläge, sind besser zu ertragen, weil sie da sind, weil sie erklären. Sie trösten dich über diese Stille hinweg und geben dir Schmerz. Spürbaren Schmerz durch spürbare Schläge. Das Schweigen jedoch, ist aufgelöst, es schwebt unsichtbar um dich herum, drohend, gefährlich, und macht dich mürbe, es zerfleischt dich beinahe. Doch dazu muss es erst existieren. Also empfindest du einen Schmerz, der dich umgibt, den du nicht einmal benennen kannst. Du hast einfach keinen Namen dafür. Du hast keinen Schimmer, womit man dir diesen Schmerz zugefügt hat und warum. Vorallem das.

Seit Stunden schon schaust du mit tränendurchfluteten Augen euren Chatverlauf an. Suchst nach Hinweisen, die erklären, was dein großer Fehler war. Du versuchst zu lesen, zwischen den Zeilen, die er dir schrieb, schwarz, auf weiß. Du versuchst Erklärungen zu bekommen, für sein Verhalten, indem du wieder und wieder seine Worte verschlingst. Seine Worte, welche nur in Schrift vorhanden sind. Plötzlich, setzt dein Herz kurz aus, denn du siehst, wie etwas sich bewegt. Ein -online- auf obiger Seite erscheint, dann wechselt es zu -schreibt……

Dein klumpiger Stein in dir, welches früher einmal dein Herz war beginnt zu holpern, langsam ruckelt und stößt es in dir hin und her. Her und hin. Du windest dich, vor diesen Qualen die du nun durchleidest, denn du hast Angst. Du hast Angst vor dem, was er dir nun schreiben könnte. Du hast Angst, vor der Wahrheit. Es ertönt ein Signal und die Nachricht trifft ein, von ihm den Fotografen. Du liest die Worte. Du liest die Sätze. Einmal. Zweimal. Du liest drei mal. Und ein Viertes Mal. Doch noch immer verstehst du nicht, was da geschrieben steht. Noch immer verstehst du nicht, was er von dir möchte. Noch immer, verstehst du nicht, was er eigentlich von dir gewollt hat. Du verstehst nicht, wieso das alles. Und du verstehst nicht, dass du überhaupt noch verstehen willst, wo doch dein Herz nur noch besteht aus einem Stein, mit einer harten Schale, umgeben von zu viel Schmerz. „Entschuldige wenn ich blöd zu dir war und dich verletzt habe. Alles Gute dann für dich. Mach´s gut.“, steht da geschrieben. Und du. Du verstehst es einfach nicht. Du kapierst nicht, wie es sein kann, dass er dir schreibt, so wie man einer weitläufigen Bekannten schreibt, während du ihm dein Herz geschenkt hast. Du kapierst nicht, wie es sein kann, dass er dir so eisekalte Worte um die Nase schreibt, während du ihm die schönsten Lieder singst. Du schnallst nicht, wie es denn bitte sein kann, dass zwei Menschen, die sich so nah gewesen sind, sich nun plötzlich so weit entfernen, voneinander. Wie funktioniert dass, das ein Mensch der Nähe zulässt nicht auch Nähe empfinden kann? Es kotzt dich an, wieder einmal mehr, dass du nicht einfach sein kannst, wie all die Anderen. Es pisst dich an, dass du nicht einfach auch mit Männern die Kiste teilen kannst. Auch einfach nur die Kiste teilen mit denen, ein Bier drauf stellen, auf die Kiste, und dann Klappe zu. Wenn du auch gleich mit dem ins Bett gegangen wärst, hättest du ihn vielleicht auch in dich verliebt machen können. So wie die dumme Andere. Das heißt, wenn du gut gewesen wärst. Warum lebst du nur in einer so schnelllebigen Welt, fragst du dich, nicht zum ersten Mal und du vermisst die Beständigkeit.

Eigentlich möchtest du es gut sein lassen. Eigentlich auf sich beruhen lassen. Aber das kannst du nicht. Weil du nicht willst? Wieder bist du zornig darüber, dass er dir einfach nichts zu sagen hat. Dass er nicht einmal versucht, dich als Freund zu halten. Nicht mal das. Du fragst ihn, ob das alles ist, was ihm dazu einfällt. Und später, später versucht er zumindest sich zu erklären. Und es geht wieder nur um sie, die Andere. Du willst es einfach nicht mehr hören. Und lesen, das erst Recht nicht. Denn jetzt hast du es auch noch schwarz auf weiß, in dein Gehirn eingebrannt. Sie widert ihn inzwischen schon mal an. Immerhin, doch du willst noch mehr. Du willst, dass sie ihm gleichgültig ist, und er sich öffnen kann, irgendwann, für dich. Du möchtest respektiert werden. Du bist wütend, schreibst ihm, weshalb er dir nicht einfach in die Fresse sagt, dass er nur ficken will. Wieso, wieso, wieso. Du findest das traurig, dass er dich geküsst hat, nachdem du ihm sagtest, du bist so nicht. Du musst was empfinden. Um dies und jenes. Plötzlich bereust du deine Ehrlichkeit, du bereust ihn. Und dich. Dich auch. Du bist dieses sinnlose Geschreibe Leid, dabei wolltest du einfach nur verstehen. Ihn. Trotzdem schreibt ihr weiter über WhatsApp, ohne dass du begreifst worum es eigentlich noch geht. Feilscht ihr gerade um das Lieben, oder um die Freundschaft? Du findest das alles unsagbar bescheuert und kindisch, hirnlos und albern, dennoch bist du mitten drin in diesem Albtraum von Leben, welches auch noch Deines ist. Am Ende dieser Unterhaltung bist du trotzdem einfach nicht schlauer, seine Kommentare scheinen Ausflüchte vor sich selbst, seine Antworten leer und emotionslos. Egoistisch und verletzend. Für dich. Du erfährst, dass ihm alles zu viel ist. Er will nur seine scheiß Ruhe. Obwohl er auch damit nicht klarkommt. Natürlich kommt er auch mit dir nicht klar, das liest du raus. Er versteht nicht, dass er sich selber runterzieht und gefangen ist im Strudelmoor. Er versteht nicht, dass man nicht immer alleine da heraus kommt, manchmal braucht man eine Hand, die einen raus zieht, aus dem Schlamm, der einen nach unten zieht. Momentan kann er nichts sehen, er trägt Scheuklappen über seiner Maske, die ihm die Sicht versperrt, um all das Umliegende. Er wirft mit Speeren um sich, die treffen bis mitten ins Herz, damit niemand ihm diese Maske entreißen kann. Du bist sein Angriffspunkt, sein Störfaktor, den er loswerden muss, auch wenn er eigentlich nicht möchte.

Also schreibt ihr weiter. Seid inzwischen wieder bei Alltäglichkeiten, und du beim Verständnis angelangt. Für ihn, den Fotografen. Zwischendurch ist er an der Ostsee, denn abhauen, das hat er schon immer gekonnt. Aber er überlegt tatsächlich abzuhauen denn es hält ihn nichts hier. Du schimpfst mit ihm, dass es nichts bringt vor Problemen davonzulaufen, denn die Probleme sind überall, da wo auch er ist. Du möchtest es jetzt aber trotzdem wissen, ob das so ist, dass er einfach nur ficken gewollt hätte. Ob das echt so ist, willst du wissen. Er verneint, er hätte nichts dergleichen getan, weil er merkte dass es nicht okay wäre. Ficken sei nicht alles und das Küssen, ja das Küssen hat einfach sehr viel Spaß gemacht. Mit dir. Wenigstens Küssen kannst du und bist für´s Erste beruhigt.

Natürlich weißt du dass es sinnlos ist, dieses Geschreibe per WhatsApp, was nichts bringt und wahrscheinlich nur alles Schlimmer macht und komplizierter, trotzdem könnt ihr es einfach nicht lassen. Vor allem du nicht. Er halt ganz besonders. Das verstehst du gar nicht. Wieso. Ihr versucht irgendwas zu klären, was sich per Nachricht nicht klären lässt, ihr versucht irgendwas zu finden, was euch eine Lösung scheint, ihr versucht irgendwas zu benennen was keinen Namen trägt. Es ist aussichtslos, du weißt das. Innerlich weißt du das. Das mit der Freundschaft, das würde an dir liegen, ob du das möchtest oder nicht. Doch er, er kann das inzwischen nicht mehr differenzieren, Freundschaft und das darüber hinaus. Distanz und Nähe. Er wisse nicht wo das Eine anfängt, das Andere aufhört. Er würde gerne mit dir befreundet sein, dich weiterhin treffen, aber er muss wissen, dass du ihn leiden kannst, aber nicht gut findest. Wenn er das nicht wisse, dass Freundschaft bei körperlicher Anziehung einfach aufhört, dass da erst keine entstehen kann, hat eine Freundschaft wie er sie nennt für dich keinen Sinn. Und das schreibst du ihm. Du schickst. Ein letztes Mal. Was du denkst. Und fühlst, denn Gefühl hat sich irgendwie entwickelt obwohl du das nie wolltest. Du wolltest alles und nichts, schon gar nicht sofort, du wolltest Zeit, und keinen Kinderhort. Dich nervt es dass er etwas sucht was er nichtmal definieren kann. Dich nervt dass er im Selbstmitleid versinkt und alles vollstinkt damit, dass er sich doch auffressen lassen soll, dann ist er weg, das macht es besser. Oder er packt die Dinge beim Schopf am Kopf mit Haut und Haaren.

Das schlechte Gewissen was dich nagt und zerfrisst über deine Worte. Wieder diskutiert ihr. Sinnlose Worte, aneinandergereiht, die keinen Sinn ergeben, weil es einfach zu viele sind. Zu viele Bedeutungen, denn Betonungen gibt es nicht in Nachrichten. Du kannst nicht betonen, wie du etwas meinst. Denn das Meinen war eigentlich ganz anders gemeint.

Irgendwann hörst du einfach auf zu Schreiben, weils dich anödet. Die immer Selben Themen, die Immerselbe Leier, das Immerselbe NICHTS. Tage verstreichen und wieder ist er es, der sich meldet. Wieder ist es er, der schreibt. „Jetzt hören wir wohl gar nichts mehr von einander!?“ Dieses Mal mit einem traurigen, gelben Smiley. Du bist ehrlich, teilst ihm deine Verwirrung mit, schickst ihm Worte über WhatsApp, die ausdrücken sollen, wie sehr durcheinander du bist. Einmal noch schreibt ihr Hin und Her. Noch einmal. Zwei Minuten wenn es hoch kommt. In der dritten Minute erwähnt er, wie beiläufig, dass er gerade am hirnen ist einen Teil seiner Sachen zu verkaufen und Richtung Süden zu ziehen. Nach dieser Schockwave, gleich noch eine. Wie geht es dir?

Und in dem Moment, in diesem einen KackMoment flippst du völlig aus. Denn..

WIE soll es dir schon gehen, beschissen geht es dir, weil du kaum schlafen kannst. Denn du, du wohnst in nem Irrenhaus und wirst bedroht von deiner Nachbarin, die Alte Krähe, die, die unter dir wohnt, dabei wohnt sie da nicht. Eigentlich wohnt da ein Türke, ein ganz Netter eigentlich, doch der, der sitzt jetzt im Bau, und seine Freundin, die Krähe, die hat sich jetzt eingenistet, da bei ihm, in seiner Wohnung, unter der Deinen. Terror im Haus. Immer und immer wieder. Sturmklingeln des Nachts, bei deinem Neuen Nachbarn, direkt neben dir. Mitten in der Nacht. Du hörst die Alte irgendwas schreien, durch die geschlossene Tür, breiige Worte die ihren gruseligen Mund verlassen mit einem widerlichen Nachhall. Genervt reißt du deine Haustür auf und brüllst sie voll: „Samma! Gehts noch!? Wenn da keiner aufmacht ist auch keiner da, also lass es einfach!!!!“ Ihr Kopf reißt herum, nur das Flurlicht aus deinem Zimmer beleuchtet ihre rechte Gesichtshälfte. Das Treppenhaus ist in unheimliche Dunkelheit gehüllt. Urgs. Dich schüttelt es. Ihr strähniges Haar, welches in blonden Zotteln vom Kopf hängt, die blutrotunterlaufenen Augen, mit Pupillen so groß wie Stecknadelköpfe. Du weißt dass sie wieder drauf ist. Auf Chrystel. Und Heroin. Und Hasch. Wahrscheinlich alles zusammen. Du, du solltest sie einfach nicht provozieren. Schnell machst du das Licht an und sie stellt sich vor deine Tür. „Sag mir wer du bist und wo du wohnst!! Gib mir deine Daten.“, schreit sie dich an. Wenn du nicht wüsstest, dass die Alte nicht ganz sauber ist würdest du nach der versteckten Kamera schauen. Das Lachen bleibt dir im Halse stecken. „Hää!? Was bitte!? Komm mal klar. Was willst du man?“ „Gib mir deine Daten jetze.! Hausverwaltung!“ brüllt sie und zeigt dir ihren Ausweis. Deine Haustür nun nur noch einen Spalt breit geöffnet. Die Zähne in ihrem Mund sind keine mehr als solches zu benennen, ein dunkles Loch grient dich höhnisch an, Ihre Stimme hoch und grell, den Ausweis in ihrer spindeldürren, zitternden Hand. Dein Blick fällt auf den Ausweis und du siehst eine damals wunderhübsche Frau, vor bestimmt erst wenigen Jahren. Diese Frau ist gerade mal Mitte dreißig und schon jetzt nur noch ein Schatten ihrer Selbst. Du würdest Mitleid empfinden, wenn es keine Angst wäre, die jetzt deine Kehle hochkriecht. Sie schreit wieder. Höher, lauter, diesmal. „WAS, WAS!? WAS HAUSVERWALTUNG!? LASS MICH IN RUHE UND VERPISS DICH!“, brüllst du nun zurück. Denn anbrüllen lässt du dich nicht. Schnell willst du ihr die Haustür vor der Nase zuschlagen, doch das Biest ist einen Mü schneller. Ihre Hand schnellt nach vorne und sie bewegt sich zu dir. Dein Herz KLOPF KLOPF schlägt bis zum Hals und du siehst schon, innerlich nur, aber du siehst, ihre Pranke auf dein Gesicht zurasen. Sie wirft sich gegen die Tür und versucht sie gewaltsam zu öffnen. Doch dein Gegengewicht ist etwas stärker, dein Reflex ist gut, und du drückst die Tür mit deiner Schulter in den Rahmen. Sie rastet ein und du verschließt sie schnell. Easy!! Du jubelst innerlich, während dein Herz rast und rast. Draußen vor der Tür tobt es. Es faucht und kratzt. Dann klingelt es. Dauerklingeln, an deiner Tür. Spitzenmäßig, denkst du, aber nicht mit dir. Du nimmst den Hörer vom Freisprechgerät und lässt ihn fallen. Herrlich! Diese Ruhe. Nicht ganz. Vor der Tür tobt ein Orkan. „AAAAH JEDER IM HAUS MACHT DAS HIER! IHR KOTZT MICH SO AN!“ Du lachst dir eins und gehst schlafen, aber die andere Nachbarin, die Nette, von ganz unten, die schickt dir eine Nachricht und du wirst wach, weil du unruhig bist, und Angst hast, in dir drin. Sie schreibt dass sie angegriffen wurde. Von der Hexe. In Schlafbuxe und Shirt rast du die Treppen runter, die Tür der Hexe offen, Stimmengewirr dringt daraus hervor. Von ihr. Und irgendwen anders. Unten angekommen stehen vier uniformierte Polizisten. Vor der Tür deiner Lieblingsnachbarin. Und scheiße, die sehen auch noch gut aus. Panne wie du jetzt nun mal ausschaust wünschst du „N´abend!“ und gehst rasch zur offenen Tür rein, um deiner Nachbarin in den Arm zufallen. Du fragst ob sie okay ist. Nach einer halben Stunde um vier Uhr morgens wird es wieder laut im Treppenhaus. Die Polizei geht nun die Treppe herunter, vor sich her schieben sie die Hexe in Handschellen. Sie kreischt und windet sich. Am Fenster stehend, das Spektakel beobachtend, erkennst du wie sie in den Polizeiwagen gedrängt wird. Nun sitzt sie da mit ihren blonden, strähnigen Haaren, welche ihr ins Gesicht fallen. Das Licht der Straßenlaterne reflektiert sich in ihnen wieder. Mit Blaulicht und Tatütata verlassen sie die Straße. Ruhe! Vorübergehend.

All das wirfst du ihm vor. Dass es ihn einen scheiß interessiert, wie es dir geht. Dass er erst bereut, keinen Kontakt mehr zu haben, während er im nächsten Atemzug meint, das Land zu verlassen. So nicht, mein Freund, so nicht. Und der Kuss, der hätte sowieso nicht sein sollen und dürfen. Besonders das.

Du machst ihm ein schlechtes Gewissen und er dir. Wieder kommst du dir bescheuert vor, als bist du es, die irgendwas verbockt hat, irgendwas falsch gemacht hat, denn Fehler, Fehler machst du genug. Du resignierst und versuchst einen Umgang zu finden, mit ihm, ohne Streit. Schlag was vor. Abstand, vorerst für ihn, denn Streit bringt nix und bewirkt mittlerweile das ganze Gegenteil von dem was hätte sein können. Er verlässt die Stadt, das Land, wird aber zurückkommen. Du wünschst ihm alles Liebe, und den nötigen Abstand den er braucht. Doch eine Bitte, die hast du noch, ein Letztes (?) Treffen, bevor er das Land verlässt. Du möchtest dich entschuldigen, für dich, dein Gefühl, und dein Verhalten, doch du bist einfach nur überfordert, von zu viel. Zu viel Gefühl. Zu viel von dem was nicht sein darf. Von zu viel Gedanken, die dich in die Ecke drengen, und einengen. Von zu viel, von dem, was er dir niemals geben kann. Abstand wird vorerst das Beste sein. Körperlich, sowie seelisch. Inzwischen schreibt ihr gelegentlich mal. Es ist jetzt etwas über einen Monat her, dass ihr euch begegnet seid. Zum allerersten Mal. Ihr teilt euch nur gelegentlich mit, um nur das Kurze, das Wichtige, zu erwähnen.

Aber du weißt, trotzdem weißt du, dass das nicht das Ende ist, auch wenn es ein Ende ist. Aber ein Offenes.

© Netti

  • Der dazugehörige Poetry-Slam in kürze zu finden auf Netti´s Blog: KopfGeburten.
  • Beginn dieser Reihe bei folgendem Beitrag: Die Hoffnung stirbt zuletzt!
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22 Gedanken zu “Alles kann. Nichts muss. 11/11

  1. Ich habe diese Texte von dir so geliebt! Irgendwie liest man deine Ehrlichkeit und die Gefühle hinter den aufgeschriebenen Worten mit. Und gerade das hat mich bei dieser Art von Text so unglaublich berührt.
    Liebe Grüße,
    moteens

    Gefällt 1 Person

      1. Hmm.. Mal überleben.. Nein natürlich nicht! Dann lese ich mir eben deine alten Beiträge durch – genug hast du ja 😉 und außerdem denke ich, dass du weiterhin ganz fabelhafte Beiträge raushauen wirst (enttäusch mich ja nicht 🙂 )

        Gefällt 1 Person

    1. Nichts ist jemals vorbei, wie gesagt. 😎😉 Danke, dafür dass du mir folgst, dafür, dass dir gefällt was du hier liest, und dafür dass du all das überhaupt durchgelesen hast. Alle Achtung. Einfach Danke, für deine allerliebsten Worte. Du bist toll!😊💐 Natürlich hoffe ich nicht, dass mit diesen Beiträgen auch dein Feedback endet, denn gerade das ist es, was mich immer wieder vorantreibt, zu wissen Hey, da draußen gibt es noch ganz ganz viele, denen es irgendwie ähnlich ergeht. Da draußen gibt es noch Leute, die einfach mitfühlen. Vielen Dank dafür! 💐🎈

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      1. Das freut mich zu hören 😉 Natürlich wird mein Feedback nicht enden und ich werde immernoch bei dir vorbeischauen, deine Beiträge sind einfach viel zu gut 🙂 Da gibt man doch gerne positives Feedback! Danke auch an dich, dass du oft auf meinem Blog unterwegs bist. Es freut mich unendlich, dass jemandem, der so toll schreibt wie du, auch meine Beiträge gefallen!

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      1. ja das tut man immer. weil es leichter ist, auf absurde art und weise. weil das gefühl, dass man nichts hätte ändern können, eigentlich das hässlichste von allen ist.

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  2. Hallo Netti,
    nun habe ich etwas Zeit investiert ins Lesen einiger Deiner Texte. Deine Gedanken und Gefühle sind sicher die mancher verliebter Menschen, Menschen, die sich auf eine unerfüllte Liebe eingelassen haben und dem Gefühl nachgaben wider besseres Wissens aber reinen Herzens. Mit all den Widersprüchen des Verstandes und den Klugscheissereien des Intellekts leidet man dann doch den Tod der tausend Nadeln im Herzen. Aber man fühlt! Nicht wahr.
    Ich wünsche Dir einen (nur einen wirklichen) Freund (m/w), der Dir hilft, gemeinsam Deine Gedanken und Gefühle weiter zu entwickeln. Das befreit und fördert Dich, auch weitere Gefühle in Dir zu erkennen, Dich zu finden. Ich wünsche Dir, Du hast so jemand.
    LG Mies

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